Repowering

Enser Windradbetreiber setzen auf "Übergangslösungen"

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Bei Abständen von 1 500 Metern zu allgemeinen und reinen Wohngebieten hätte nicht eine einzige Windkraftanlage in den zurückliegenden Jahren genehmigt und errichtet werden dürfen, ist Windradbetreiber Andreas Düser überzeugt.

Ruhne/Waltringen - Die Betreiber des „Windparks Ruhne/Waltringen“ gehen „fest davon aus, dass im Sinne einer guten Politik Übergangslösungen geschaffen werden“, die die Verwirklichung seit Jahren bestehender Repowering-Pläne weiter ermöglichen.

Das hat Andreas Düser, Sprecher der Betreibergemeinschaft, auf Anzeiger-Nachfrage erklärt. Und damit bezieht er sich auf Aussagen im Koalitionsvertrag der neuen schwarz-gelben Landesregierung in Düsseldorf, wonach Windkraftanlagen zukünftig einen Mindestabstand von 1 500 Metern zu allgemeinen und reinen Wohngebieten aufweisen müssen. 

Eine Vorgabe, nach der nicht nur das Repowering von Windkraftanlagen unmöglich erscheint. In Ense, so die Recherche der vergangenen Tage von Andreas Düser, hätte mit diesen „extremen Abstandsvorgaben“ nicht eine einzige Anlage in den zurückliegenden Jahren genehmigt und errichtet werden dürfen.

Und Andreas Düser ergänzt: Damit wären die jährliche Erzeugung von ca. 60 000 000 kWh Co2-freiem Strom und den hieraus positiven Effekten wie Klimaschutz, geschaffenen Arbeitsplätzen, Gewerbesteuereinnahmen für die Gemeinde, Pachteinnahmen für die Landwirtschaft, Kaufkraftstärkung durch den Betrieb unmöglich geworden.

Und so setzt er darauf, dass man in Düsseldorf zumindest Rücksicht auf laufende Planungen nimmt und den Investoren eine Rechtssicherheit bezüglich nicht zuletzt getätigter Investitionen einräumt. Schließlich, so das Argument, habe man im Vertrauen auf gültige Beschlüsse etwa im Gemeinderat und entsprechenden Forderungen nicht zuletzt zahlreiche Untersuchungen in Auftrag gegeben. Allerdings gibt es auch Stimmen, die grundsätzlich Kritik an den Vorstellungen der Düsseldorfer Politik üben. Diese nämlich widersprächen einer Positiv-Planung, wonach der Windkraft substanziell Raum zu geben sei. 

Gerade vor diesem Hintergrund hatte die Enser Politik zwei Flächen für das Repowering von Windkraftanlagen ausgewiesen: eine Fläche im Bereich Ruhne/Waltringen, wo das seit Jahren in Planung befindliche vierte Rad mit einer Höhe von 150 Metern entstehen und dafür drei alte, gut 85 Meter hohe Räder verschwinden sollen.

 Zum anderen die Sonderbaufläche nordöstlich von Bittingen. Dort soll ein neues Rad mit einer Gesamthöhe von 120 Metern und einem Rotordurchmesser von 71 Metern sowie eine zweite „Mühle“ mit einer Gesamthöhe von 186 Metern bei einem Rotordurchmesser von 92 Metern entstehen. Gleichzeitig mussten sich die Investoren verpflichten, bei Inbetriebnahme der neuen Anlage umgehend und zwingend vier Altanlagen, zwei östlich von Bittingen mit Höhen von jeweils 70,5 Metern und zwei südlich der B 516 mit Höhen von jeweils 62 Metern, abzubauen. 

Quelle: Soester Anzeiger

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