Enses Beigeordneter will Bürgermeister werden

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Am 28. Mai 2013 überreichte Bürgermeister Hubert Wegener (links) Alfred Schmidt die Ernennungs-Urkunde zum Beigeordneten der Gemeinde Ense mit einer Amtszeit von acht Jahren.

BREMEN -  Enses Beigeordneter Alfred Schmidt will Bürgermeister in Anröchte werden. „Ich werde als unabhängiger Kandidat antreten“, so der 45-Jährige, der diesen Schritt ausdrücklich nicht „als eine Entscheidung gegen Ense“ versteht. Vielmehr hofft er auf Verständnis, „dass ich das in meiner Heimat versuche.“ Gewählt wird das Ratsoberhaupt in Anröchte am 13. September.

Erforderlich wird die Bürgermeisterwahl in Anröchte, nachdem Amtsinhaber Heinrich Holtkötter – anders als fast alle seiner Kollegen im Kreis – im vergangenen Jahr keinen Antrag auf ein vorzeitiges Ausscheiden zur Kommunalwahl 2014 gestellt, sondern angekündigt hatte, die 2009 angetretene Wahlperiode bis September 2015 auch voll ausschöpfen zu wollen. Vor wenigen Wochen ließ er dann wissen, für eine weitere Amtszeit aber nicht zur Verfügung zu stehen – spätestens seit diesem Zeitpunkt galt Alfred Schmidt Insidern als ein potenzieller Bewerber.

Und mit der Ankündigung am Mittwoch gegenüber dem Anzeiger bereitete er allen Spekulationen ein Ende. Noch am frühen Nachmittag informierte er sowohl die Mitarbeiter im Enser Rathaus als auch die Spitzen der im Rat vertretenen Fraktionen. Doch trotz seiner Entscheidung, sich dem Votum der Anröchter bei der Bürgermeisterwahl am 13. September zu stellen, machte er auch deutlich, dass ihm dieser Schritt nicht leicht gefallen sei. „Ich fühle mich in Ense wohl, habe tolle Kolleginnen und Kollegen und befinde mich mit der Enser Politik in einem konstruktiven Austausch. All das finde ich gut“, und seien auch wesentliche Aspekte bei der Abwägung der Argumente für und gegen eine Kandidatur ums Bürgermeister-Amt gewesen. Gleichwohl habe er sich am Ende doch für die Chance entschieden, in seiner Heimat Verwaltungschef zu werden.

Auch wenn damit ein baldiger Abschied aus dem Rathaus in Bremen in den Bereich des Möglichen rückt, so machte Alfred Schmidt gestern unmissverständlich klar, weiter mit vollem Einsatz seinen Verpflichtungen in der und für die Gemeinde Ense nachzukommen. So seien wesentliche Projekte für die kommenden Jahre wie die weitere Nutzung der Windkraft, die Schaffung neuer Baugebiete wie „Alter Kamp“ in Niederense und „Merowingerfeld“ in Bremen, das Gebäude-Management oder diverse Straßenbauvorhaben vorbereitet.

Bürgermeister Hubert Wegener zeigte in einer ersten Stellungnahme gegenüber dem Anzeiger „Verständnis für die Motivation“ von Alfred Schmidt, Bürgermeister in Anröchte werden zu wollen. Zudem lobte er ausdrücklich die „sehr erfolgreiche und kompetente Arbeit“ des Beigeordneten in der Gemeinde Ense. Und so sehr er auch einen möglichen Weggang Alfred Schmidts aus Ense bedauern würde, so wünschte er ihm gestern auch Glück bei der bevorstehenden Wahl in Anröchte. Wie es personell im Rathaus weitergehe, könne man aber erst nach dem 13. September nach Gesprächen mit der Politik ausloten.

Dennoch ist nicht ausgemacht, dass Alfred Schmidt tatsächlich Bürgermeister in Anröchte wird. Zwar setzt auch er – wie Hubert Wegener – auf die Karte der Unabhängigkeit. Aller Voraussicht nach aber muss Alfred Schmidt sich einem CDU-Gegenkandidaten stellen. Zurzeit haben die Anröchter Christdemokraten dabei sogar die Qual der Wahl, stellen sich aktuell vier Bewerber einem parteiinternen Auswahlverfahren. Hinzu kommt, dass die CDU in Anröchte nach eigenen Aussagen Heinrich Holtkötter in den vergangenen 16 Jahren „maßgeblich mitgetragen und unterstützt“ habe.

Alfred Schmidt war am 17. Januar 2013 vom Haupt- und Wirtschaftsförderungsausschuss der Gemeinde Ense einstimmig als Beigeordneten in der Nachfolge von Franz-Josef Vonnahme empfohlen worden. Die endgültige Wahl für die Dauer von acht Jahren erfolgte am 31. Januar 2013. Die Ernennungsurkunde händigte Bürgermeister Hubert Wegener dem Beigeordneten Alfred Schmidt Ende Mai 2013 aus, so dass er wenige Tage darauf, am 1. Juni 2013, seinen Dienst antreten konnte.

Alfred Schmidt ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Die Familie trage die Entscheidung, für das Bürgermeisteramt in Anröchte zu kandidieren, mit und unterstütze dies, so Alfred Schmidt gestern. - det   ‘  Kommentar

Quelle: Soester Anzeiger

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