Sie beklagen sich nicht

Es fehlen die Feste: Getränkehändlern brechen seit Monaten die Einnahmen weg

Getränkehändler Franz-Josef Spitthoff hat mit den Auswirkungen der Pandemie zu kämpfen.
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Getränkehändler Franz-Josef Spitthoff hat mit den Auswirkungen der Pandemie zu kämpfen.

Die Gastronomiebetriebe hatten Corona-bedingt seit mehr als einem Jahr nur noch sporadisch geöffnet, der Schützenfest-Saison droht zum zweiten Mal in Folge die Absage und auch private Veranstaltungen können seit langer Zeit nicht stattfinden. Unmittelbar betroffen sind die Getränkehändler Franz-Josef Spitthoff aus Oberense und Elmar Suermann aus Volbringen.

Oberense/Volbringen - Ihnen ist ein Großteil ihres Umsatzes weggebrochen.

Doch besonders die mangelnde Perspektive setze zu, sagen beide Getränkehändler unabhängig voneinander.

„Wir sind für Veranstaltungen aufgestellt“, sagt Elmar Suermann. Er beziffert seinen Umsatzeinbruch auf rund 70 Prozent. Eine Zahl, die Spitthoff sofort unterschreiben würde. Und dennoch wollen beide Händler nicht laut klagen.

Corona-Krise für Getränkehändler: Mitarbeiter in Kurzarbeit

„Es gibt andere Branchen, denen es noch viel schlechter geht“, sagt Franz-Josef Spitthoff. „Wir können uns nur bei unseren Kunden bedanken, denn unser Lieferdienst hat großen Zuwachs“, fügt er hinzu. Auch bei Suermann laufe der Getränkeverkauf an Privatkunden seit Beginn der Pandemie gut. „Wir locken immer wieder mit Angeboten“, sagt der 52-Jährige, man müsse aktiv bleiben und dürfe nicht die Hände in den Schoß legen und sich seinem Schicksal beugen.

Getränkehändler Elmar Suermann hält an seinen Plänen zur Erweiterung fest.

„Wir beliefern 32 Schützenvereine in Ense, Soest, Werl Lippetal, Bad Sassendorf, Möhnesee und Welver und haben noch nie einen verloren“, erklärt Suermann. Hinzu komme die Soester Kirmes, auf der man ebenfalls eine Menge an Schaustellern mit Getränken versorge.

Der Wegfall all dieser Veranstaltungen habe dazu geführt, dass die Hälfte der sechs Vollzeitkräfte in Kurzarbeit gehen musste. Ein Mitarbeiter habe bereits gekündigt, einem anderen habe man aufgrund der wirtschaftlichen Situation kündigen müssen, sagt Elmar Suermann. Auch die fünf Spitthoff-Mitarbeiter befinden sich in Kurzarbeit.

Aufgeben wollen die Getränkehändler ihre Mitarbeiter nicht. „Ich will meine guten Mitarbeiter halten“, sagt Suermann mit Blick in die Zukunft. Schließlich seien es die Mitarbeiter mit Erfahrung, die auf jedem Fest sofort wissen, wohin die Kühlwagen gestellt werden müssen. Alleine könne man das in einer Fest-Saison gar nicht, führt Suermann aus. Hilfskräfte, die sonst regelmäßig unterstützt haben, könne man zurzeit gar nicht beschäftigen, sagen beide Getränkehändler.

Corona-Krise für Getränkehändler: Festhalten an Erweiterung

In den nächsten Monaten werde dann geprüft, ob das Kurzarbeitergeld rechtmäßig ausgezahlt wird, sagt Franz-Josef Spitthoff. Zwar habe man die Beantragung gemeinsam mit einem Steuerberater gemacht, trotzdem erhöhe sich der Pulsschlag bei dem näher rückenden Termin stetig. Denn falle die Prüfung wider erwarten negativ aus, müsse das Kurzarbeitergeld an die Agentur für Arbeit zurückgezahlt werden. Und das sei einfach nicht zu stemmen.

Es seien die vielen kleinen Beträge wie das Abmelden des zurzeit nicht benötigten Fuhrparks, die sich während der Pandemie summieren, sagt Spitthoff. Trotzdem seien sie weiter optimistisch, erklären die Getränkehändler.

Elmar Suermann will an der geplanten Erweiterung seiner bestehenden Lagerhalle festhalten. Den Antrag bei der Gemeinde hatte er im September des vergangenen Jahres eingereicht. So lassen sich die unfreiwilligen Freiräume doch noch nutzen, bevor wieder gefeiert werden kann – so die Hoffnung.

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