Ex-Ladenlokal in Niederense wird Notunterkunft

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Mit Hochdruck wird derzeit daran gearbeitet, das ehemalige Ladenlokal an der Grabenstraße in Niederense in einem ersten Schritt vorübergehend als Notunterkunft für ausländische Flüchtlinge umzubauen.

Niederense - Jetzt wird es ernst: Denn der ehemalige Edeka-Markt in der Grabenstraße in Niederense soll bereits Anfang bzw. Mitte der nächsten Woche als Notunterkunft für die Unterbringung von Flüchtlingen in Betrieb genommen werden.

Das hat die Verwaltung mitgeteilt und als Grund für diesen Schritt die weiter steigende Zahl an Flüchtlingen genannt, die die Gemeindeverwaltung „zunehmend vor Schwierigkeiten bei der Unterbringung“ stelle.

„Allein im September wurden uns bislang 32 Personen zugewiesen. Damit hat sich Anzahl der Flüchtlinge, die in Ense leben, innerhalb eines Monats um 30 Prozent erhöht“, so Bürgermeister Hubert Wegener. „Eine Entspannung bei den Zuweisungszahlen ist nicht absehbar.“

Bislang konnten noch alle Flüchtlinge in die vorhandenen Flüchtlingsunterkünfte oder in angemietete Privatwohnungen vermittelt werden. Inzwischen seien die Kapazitäten trotz engerer Belegung allerdings erschöpft, heißt es weiter.

Der ehemalige Edeka-Markt wurde in den vergangenen Tagen provisorisch hergerichtet und mit Sanitäranlagen und Kochmöglichkeiten ausgestattet. In dem Provisorium sollen zunächst zehn Personen und in den kommenden Wochen insgesamt bis zu 30 Personen untergebracht werden.

„Das Provisorium ist sowohl für die Flüchtlinge als auch für alle anderen Beteiligten sicherlich keine Ideallösung. In der momentanen angespannten Situation kommen wir allerdings an einer solchen Notunterkunft mangels Alternativen nicht vorbei“, so Bürgermeister Hubert Wegener weiter.

Die Betreuung der Flüchtlinge vor Ort erfolgt durch Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung und des Bauhofs.

Unterdessen gehen auch im politischen Raum die Diskussionen um die weitere Verwendung des Edeka-Marktes als Flüchtlings-Unterkunft weiter. So wird sich der nächste Gemeinderat mit dem Thema befassen, wobei ganz offenkundig nicht nur über die Herrichtung bzw. den Umbau des Gebäudes beraten wird. Auch ein Kauf scheint in der Diskussion zu stehen. So heißt es in einer öffentlichen Vorlage nämlich, dass bei einem Erwerb des Objektes die Herrichtungskosten als Investition bewertet würden und über ein zinsloses Darlehn von der NRW.Bank finanziert werden könnten.

Bekanntlich plädiert die Verwaltung dafür, für die Unterbringung von 30 Personen in der Immobilie vier Wohnungen, davon eine im Kellerbereich, zu errichten. Ein größerer Bereich bliebe zur freien Verfügung. Hier könnten nochmals zwei Wohnungen entstehen oder ein Dienstleister untergebracht werden, heißt es im Rathaus. Für mehr Tageslicht denkt man an die Schaffung eines eines Innenhofs. Der Ausbau soll in drei Bauabschnitten erfolgen: Erstens Herrichtung des Provisoriums und Ergänzung der sanitären Anlagen, zweitens Fertigstellung der Wohnung im Keller und drittens Ausbau der drei weiteren Wohnungen. Die Herrichtungskosten werden brutto auf 520 000 Euro geschätzt, darin enthalten sind 60 000 Euro für die Einrichtung. Der Bauausschuss hatte in der Vorwoche zunächst nur „grünes Licht“ für die Erstellung des Provisoriums gegeben, will alle weiteren Beschlüsse erst im Rat am 1. Oktober treffen.

Insgesamt leben in Ense aktuell 139 Flüchtlinge. Die Gemeindeverwaltung geht davon aus, dass bis Jahresende noch bis zu 100 weitere Flüchtlinge nach Ense kommen werden.

Quelle: Soester Anzeiger

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