Spenden fürs Krisengebiet

Kleiner Feuerwehr-Hilfstransport wird zum Großeinsatz

Mit einem schwer beladenen Lastwagen und einem Bulli mit Werkzeug machten sich die Helfer auf nach Mastholte.
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Mit einem schwer beladenen Lastwagen und einem Bulli mit Werkzeug machten sich die Helfer auf nach Mastholte.

„Es war der absolute Wahnsinn.“ David Vetter, Maschinist bei der Löschgruppe Oberense, ist schlichtweg überwältigt. Er selber kann noch nicht recht fassen, welche Welle der Hilfsbereitschaft er und seine Mitstreiter auslösten, als sie eine kleine Hilfslieferung für die Katastrophengebiete zusammenstellen wollten. Zu einer Bulli-Ladung mit Anhänger kam noch ein kompletter Lkw – ebenfalls plus Anhänger.

Ense - „Wir wollten einen ausgedienten und mittlerweile in Privatbesitz befindlichen, aber noch voll funktionsfähigen Stromgenerator rüberschaffen“, erzählt Vetter. Nur, wohin damit genau?

Über die Sozialen Medien nahm Vetter Kontakt auf mit einer Hilfsaktion in Mastholte im Kreis Gütersloh, von wo sich am späten Samstagabend ein Konvoi, hauptsächlich bestehend aus dem Fuhrpark eines örtlichen Spediteurs, Richtung Euskirchen in Bewegung setzte. Derweil begannen die Enser, derart viel an Spendenmaterial zusammenzutragen, dass der Bulli nicht mehr ausreichte und Getränke Suermann einen Sattelzug zur Verfügung stellte.

Für 2000 Euro eingekauft

Obwohl es die Feuerwehr nicht darauf anlegte, wurden sogar Geldspenden in Höhe von circa 2000 Euro abgegeben. Davon wurden eilig Hygieneartikel und Lebensmittel gekauft.

„Kilometerweit standen die Mastholter um die Spedition, weil sie Hilfsgüter liefern wollten, und mussten abgewiesen werden“, schildert David Danne-Rasche seine Eindrücke. Doch die Enser waren ja zum Glück eingeplant.

Vetter: „Es war wirklich ein Glück, dass wir uns an eine solch professionelle Organisation dranhängen konnten. Ohne sie hätten wir gar nicht gewusst, wie wir unsere Sachen zu den Leuten hätten bringen sollen.“

Überwältigt waren die Enser nicht nur vom Organisationstalent der Mastholter: Menschen, die nur eben einige Spenden hatten vorbeibringen wollen, seien über Stunden geblieben, um beim Beladen der Lkw zu helfen, „sonst wäre das gar nicht zu schaffen gewesen“, meint Vetter. Aus geplant zwei waren sieben Lkw-Ladungen geworden, die sich um 22 Uhr auf den Weg machten.

Im Reisebus zum Abladen gefahren

Da auch in Euskirchen jede Hand zum Abladen benötigt wurde, fuhr eine größere Gruppen der Spontanhelfer, darunter auch vier Enser, in einem schnell organisierten Reisebus hinterher. „Bilder der gröbsten Zerstörungen blieben uns erspart, aber entlang der Strecke konnte man am Schlamm sehen, wie hoch das Wasser gestanden hat“, schildert David Danne-Rasche seine Eindrücke. Abgeladen wurde am frühen Sonntagmorgen. Die Lebensmittel seien ihnen vom DRK förmlich aus den Händen gerissen worden, um direkt damit die Opfer zu versorgen.

„Wir sind nicht groß zum Schlafen gekommen, sind aber froh, dass wir helfen konnten. Unser Dank gilt allen Spendern und Helfern“, teilte David Danne-Rasche während der Rückfahrt nach Ense mit.

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