Finanzierung der Kindergarten-Erweiterung bleibt offen

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Die Zahl der Plätze im Höinger Kindergarten wird aufgestockt. Unklar ist nur, wer den Trägeranteil übernimmt.

Höingen - Auf eines können sich die Eltern in Höingen verlassen: Der Josef-Kindergarten wird um eine weitere „halbe“ Gruppe zum 1. August 2016 aufgestockt. Unklar ist dagegen nach wie vor, wer den so genannten Trägeranteil übernimmt.

So „unterstützt“ der Gemeinderat zwar einstimmig die Schaffung von 12 zusätzlichen Plätzen, will aber wegen der Finanzierung mit den Beteiligten in weitere Verhandlungen eintreten. Eine endgültige Entscheidung soll nun im April fallen.

Dabei nahm breiten Raum in der Sitzung am Donnerstagabend die im Anzeiger bereits am Mittwoch nachzulesende Reaktion der Kita-GmbH auf die Kritik der Politik in der Vorwoche ein. Bekanntlich hatte man dort wenig Verständnis dafür gezeigt, dass die Gemeinde Ense den kompletten Trägeranteil in Höhe von 14 000 Euro übernehmen solle, die Kita-GmbH als Trägerin des Kindergartens aber nichts zahlen müsse. Indes: In einer Stellungnahme für den Anzeiger hatte die Kita GmbH am vergangenen Mittwoch erklärt, für die Schaffung von zwölf zusätzlichen Plätzen in Höingen 49 000 Euro aufbringen zu müssen, was auch mit der Gemeindeverwaltung so vereinbart worden sei. Weitere 42 000 Euro stecke man in zusätzliche Investitionsmaßnahmen für die Einrichtung. Und so erklärte am Donnerstagabend nicht nur BG-Ratsherr Andreas Vetter, dass man in der Kita-GmbH „verschnupft“ sei ob der öffentlich geäußerten Kritik. CDU-Ratsfrau Silvia Klein sah die Politik sogar in der Vorwoche durch die Verwaltung „nicht voll umfänglich informiert“. Mit der Kenntnis über die Investitionen durch die Kita-GmbH wäre die Wortmeldung in der Vorwoche möglicherweise anders ausgefallen.

Das aber mochte Bürgermeister Hubert Wegener so nicht stehen lassen. So habe er über die Höhe der Investitionen der Kita-GmbH im Zuge der Aufstockung des Höinger Kindergartens in der Vorwoche keine Kenntnis gehabt, sei darüber erst am 23. Februar informiert worden. Zudem greife die Kita-GmbH bei der Investition auf vorhandene Rücklagen zurück, die zum Teil durch öffentliche Mittel entstanden sei.

Doch während die CDU durch die fehlende Kenntnis der Investitionen durch die Kita-GmbH in der Vorwoche die Debatte „in eine falsche Richtung gelenkt“ sah, rückte man in Teilen der SPD von der Kritik an der Kita-GmbH nicht ab. So stellte SPD-Fraktionschef Bruno Löher die Frage, ob die Investitionen überhaupt in Zusammenhang mit der Erweiterung ständen, so dass er bei seinen „kritischen Anmerkungen“ bleibe. Parteifreundin Dagmar Dülberg nannte es „Sturheit“, dass die Kita-GmbH sowohl bei der Erweiterung des Höinger Kindergartens um eine „halbe“ Gruppe im Vorjahr als auch bei der für den Sommer vorgesehenenen Erweiterung um eine weitere „halbe“ Gruppe den Trägeranteil nicht übernehmen wolle. Sie appellierte an die Verantwortung der Kirche, zumal das Erzbistum Paderborn genügend Geld habe.

Dass man gleichwohl am Donnerstagabend keinen Beschluss zur Übernahme des Trägeranteils fällte, hängt mit den noch ausstehenden Gesprächen der Verwaltung mit der Kirchengemeinde St. Lambertus Bremen zusammen. Bekanntlich hatte der Kirchenvorstand vor Ort erklärt, sich eine Beteiligung an den Kosten vorstellen zu können. Allerdings hatte man am vergangenen Mittwoch, wie gestern berichtet – keinen Beschluss gefasst. Vielmehr wolle man nach den entstandenen Irritationen um die Position der Kita-GmbH weitere Gespräche führen. Und auch wenn der Rat daraufhin am Donnerstagabend einstimmig beschloss, diese Gespräche vor einer Entscheidung über die Übernahme des Trägeranteils abwarten zu wollen, so goss zumindest BG-Ratsherr Andreas Vetter etwas „Wasser in den Wein“. Nach Übergabe der Trägerschaft des Höinger Kindergartens von der Kirchengemeinde St. Lambertus Bremen an die Kita-GmbH gebe es keine „Titel“ mehr, aus denen heraus eine finanzielle Beteiligung darstellbar sei.

Quelle: Soester Anzeiger

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