Bis 2021 klimaneutral

Umzug abgeschlossen: Firma arbeitet jetzt vollständig im Kreis Soest

Seit 2018 ist Ansgar Schonlau Hauptgesellschafter der Maag GmbH. Das Unternehmen wurde 1982 durch Jürgen Maag gegründet.
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Seit 2018 ist Ansgar Schonlau Hauptgesellschafter der Maag GmbH. Das Unternehmen wurde 1982 durch Jürgen Maag gegründet.

 Zahnarzt ist Ansgar Schonlau nicht. Trotzdem trägt der Hauptgesellschafter der Maag GmbH, die mittlerweile ihren Umzug von Iserlohn in den Höinger Industriepark fast vollständig abgeschlossen hat, ein weißes Poloshirt, eine weiße Hose und sogar weiße Turnschuhe. Auch die Angestellten tragen ausschließlich Weiß – egal ob in der Verwaltung oder der Produktion.

Höingen - „Das ist seit 2017 Teil unserer Unternehmensphilosophie“, erklärt Ansgar Schonlau. Der Hintergrund: Weiß vermittle eine weiße Weste, so Schonlau, daran sollen die Kunden erkennen, dass alles ordnungsgemäß läuft. Darüber hinaus könne man sehen, wer sich bei der Arbeit schmutzig gemacht hat. „Dann haben wir einen Fehler gemacht“, sagt Ansgar Schonlau. Dabei gehe es aber nicht darum einen Mitarbeiter an den Pranger zu stellen, sondern zu gucken, „wie wir es besser machen können“

Bis 2021 will Maag klimaneutral sein

Im Oktober des vergangenen Jahres hat die Maag GmbH mit dem Bau eines 5000 Quadratmeter großen Produktions- und Verwaltungsgebäudes im Höinger Industriepark begonnen. Insgesamt wurden rund acht Millionen Euro investiert. Das war nötig geworden, weil am Stammsitz in Iserlohn keine Erweiterung mehr möglich gewesen sei, erklärt Ansgar Schonlau. Der Umzug wurde während der laufenden Produktion erledigt.

Die Maag GmbH stellt Folien-Verpackungen für Lebensmittel her, zu den Kunden gehört auch ein bekannter Süßwarenhersteller aus Deutschland. Dabei reicht das Leistungsspektrum des Unternehmens vom Bedrucken über das Kaschieren bis hin zum Perforieren und Schneiden von zuvor zugekauften Folien. In Höingen werden sie je nach Kundenwunsch weiterverarbeitet.

In der Produktionshalle stehen die Maschinen nur selten still. Die Verpackungen werden im Drei-Schicht-Betrieb gefertigt.

Schonlau weiß um den schlechten Ruf, der Plastikverpackungen in der Gesellschaft anhaftet. Aber: „Für 80 Prozent des CO2-Ausstoßes ist das Produkt verantwortlich, nur für 20 Prozent die Verpackung. Wir kümmern uns um die Verbesserung der 20 Prozent“, sagt er. „95 Prozent unserer Verpackungen sind recyclingfähig“, fügt Ansgar Schonlau hinzu. Ziel des Unternehmens ist es, bis 2021 klimaneutral zu arbeiten. Ganz ohne Plastikverpackungen gehe es nicht, denn die Verpackungen aus Höingen sorgen auch dafür, dass Lebensmittel länger haltbar sind und nicht so schnell verderben. „Wir arbeiten Hand in Hand mit den Umweltverbänden zusammen“, sagt Schonlau. Dazu passt, dass knapp ein Drittel des Energiebedarfs des Unternehmens künftig durch Solarenergie gedeckt werden soll. Derzeit werden auf dem Dach Module für eine Fotovoltaikanlage angebracht.

Jährlich vier Ausbildungsplätze

Momentan beschäftigt die Maag GmbH 80 Mitarbeiter. „Wir sind ein mittelständisches Unternehmen“, ordnet der Hauptgesellschafter ein. Es sollen weitere Arbeitsplätze auf dem insgesamt 9000 Quadratmeter großen Areal geschaffen werden. Gearbeitet wird im Drei-Schicht-Betrieb. Vier Ausbildungsplätze will die Maag GmbH jährlich anbieten, als Industriekaufmann, Maschinen- und Anlagenführer und Medientechnologe Flexodruck.

Die Corona-Pandemie sei beinahe spurlos am Unternehmen vorbeigezogen, die Auftragslage in den vergangenen Monaten hoch gewesen. „In Ense fühlen wir uns auch schon wohl“, sagt Schonlau abschließend.

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