Flüchtlinge: Ladenlokal-Umbau kostet 520.000 Euro

+
Bis zu 30 Personen sollen in der Immobilie an der Grabenstraße untergebracht werden.

Niederense - Der Umbau samt Einrichtung des ehemaligen Edeka-Marktes an der Grabenstraße in Niederense zu einer Unterkunft für ausländische Flüchtlinge würde die Gemeinde Ense 520.000 Euro kosten.

Entsprechende Berechnungen hat Architektin Luzia Fleißig dem Rathaus präsentiert. Und nicht zuletzt aus einem Grund plädiert Bürgermeister Hubert Wegener für die Umsetzung der Planungen: Nur so nämlich, ist der Verwaltungschef überzeugt, könne man angesichts der nach wie vor nicht abreißen wollenden Zuweisung von Asylbewerbern auf die Unterbringung in hallenartigen Einrichtungen verzichten und trotzdem „handlungsfähig“ bleiben.

Dabei ging Bürgermeister Hubert Wegener im Gespräch mit dem Anzeiger bewusst in die Offensive. Denn nachdem er kurz zuvor von der mit den Planungen beauftragten Architektin die Zahlen für einen Umbau des ehemaligen Ladenlokals übermittelt bekommen hatte, informierte er nahezu zeitgleich Politik und Öffentlichkeit.

Und damit kam er seinem Versprechen aus jener Bürgerversammlung in der Hubertushalle Ende August nach, in der er zugesagt hatte, umgehend über alle Neuigkeiten zu informieren. Denn öffentlich beraten wird das Vorhaben erstmals schon am morgigen Donnerstag, 17. September, im Bau- und Verkehrsausschuss um 18 Uhr im Rathaus. Und Hubert Wegener ermunterte ausdrücklich alle Interessierten, an dieser Sitzung teilzunehmen und sich zu informieren.

Wobei die von Architektin Luzia Fleißig vorgelegten Planungen eine Umsetzung des Umbaus in drei Bauabschnitten vorsieht: So soll zunächst ein gut 50 Quadratmeter großer Bereich relativ zügig provisorisch hergerichtet werden, um Obdachlosigkeit zu vermeiden, so Enses Beigeordneter Alfred Schmidt. Denn die Unterbringungs-Kapazitäten sind nahezu erschöpft.

So wurden Ense in der vergangenen Woche neun Flüchtlinge zugewiesen, für diese Woche sind fünf weitere angekündigt. In einem zweiten Bauabschnitt soll dann eine Kellerwohnung entstehen, ehe im hinteren Teil des Ladenlokales drei Wohnungen geschaffen werden. Eine weitere Fläche im Gebäude bleibt zunächst ungenutzt.

Insgesamt ist vorgesehen, in dem Gebäude bis zu 30 ausländische Flüchtlinge unterzubringen. Momentan liegt die Zahl der Ense zugewiesenen Asylbewerber bei 122 Personen. Ursprünglich war man davon ausgegangen bis zu 100 Menschen aufnehmen zu müssen.

Und auch wenn Bürgermeister Hubert Wegener weiß, dass die vorgesehene Ausgabe von 520.000 Euro den Haushalt extrem belasten würde und der Politik eine Zustimmung sicher nicht leicht fällt, so erkennt er angesichts des enormen Drucks, unter dem die Gemeinde steht, keine Alternative. Ganz im Gegenteil: Die vorgesehene Umbauplanung ermögliche eine spätere Folgenutzung der Immobilie und schaffe nachhaltig Werte.

Vor allem aber: Man könne nach wie vor auf die Nutzung von Turn- und Schützenhallen verzichten und eben nicht spürbar in das Schul- oder Vereinsleben eingreifen. Gleichwohl ist der Verwaltungschef dankbar für jede Idee, wie man die nicht selbstverschuldete Situation verbessern kann.

Quelle: Soester Anzeiger

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare