Bau der Flüchtlingsunterkunft wird teurer

Der Bau der neuen Flüchtlings-Unterkunft auf dem gemeindeeigenen Grundstück „An der Windmühle“ schreitet zügig voran. Allerdings zeichnet sich ab, dass er teurer wird als erwartet.
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Der Bau der neuen Flüchtlings-Unterkunft auf dem gemeindeeigenen Grundstück „An der Windmühle“ schreitet zügig voran. Allerdings zeichnet sich ab, dass er teurer wird als erwartet.

Bremen - Der Bau der neuen Unterkunft für ausländische Flüchtlinge auf dem gemeindeeigenen Grundstück an „An der Windmühle“ in Bremen wird teurer als erwartet. So sieht es zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht danach aus, dass man mit den ins Auge gefassten 545 000 Euro auskommen wird.

Entsprechende Anzeiger-Informationen hat Bürgermeister Hubert Wegener gegenüber dem Anzeiger bestätigt. Und auch die Politik wurde bereits informiert – allerdings hinter verschlossenen Türen. Um wie viele Euro die Ausgaben im Endeffekt steigen werden, vermochte der Verwaltungschef gestern noch nicht zu sagen. Noch, so Hubert Wegener, trage man zum gegenwärtigen Zeitpunkt alle Zahlen zusammen. Erst dann werde man weitere Informationen liefern können. Die Politik wird mit dem Sachverhalt in der nächsten Sitzungsperiode der Ausschüsse befasst. Das ist frühestens am 10. September der Fall, wenn der Planungs- und Umweltausschuss bzw. am 17. September der Bau- und Verkehrsausschuss zusammenkommt.

Und auch wenn Bürgermeister Hubert Wegener über die Gründe für den Anstieg der Kosten noch nicht viel Konkretes sagen konnte, so sei erkennbar, dass die vorgenommenen Kostenschätzungen mit den tatsächlich erzielten Ausschreibungsergebnissen nicht zusammenpassten. Das jedenfalls zeigten die Durchsichten. Ob sich dies auch bei den weiteren Ausschreibungen fortsetze, müsse sich zeigen. Und eben deshalb wolle man im Rathaus zunächst alle Unterlagen sichten und erst dann die exakte Differenz-Summe nennen. Dass man am Ende noch Glück haben und eine Verteuerung unterm Strich vermieden werden könne oder sich in Grenzen halte, schloss Hubert Wegener gestern allerdings aus. Sicher für ihn aber auch: Da man die neue Flüchtlings-Unterkunft händeringend benötige, werde man in jedem Falle weiterbauen. Ein Verzug komme nicht in Frage, soll das Gebäude doch zum Jahresende bezugsfertig sein. Und auch mit einem weiteren Hinweis hält der Verwaltungschef nicht hinter dem Berg: Je nachdem, wie hoch das Defizit ausfalle, müsse man zu dessen Begleichung möglicherweise andere Maßnahmen kürzen oder gar streichen.

Bekanntlich hatte die Politik über einen Nachtragshaushalt einstimmig die Investition für die neue Flüchtlings-Unterkunft in Bremen in Höhe von 545 000 Euro abgesegnet. Dazu hatte man sogar eine Rats-Sondersitzung einberufen, um keine Zeit zu verlieren. Gut für die Gemeinde: Die Finanzierung der Maßnahme läuft über ein zinsloses Darlehn, dessen Tilgung über zehn Jahre angelegt ist. Bis dahin gilt auch die Zweckbindung für eine entsprechende Nutzung des Gebäudes. Allerdings kann eine Tilgung auch vor Ablauf der zehn Jahre erfolgen, was wiederum eine vorzeitige Folgenutzung der Immobilie ermöglichen würde. Denn immer wieder hatte die Verwaltung beteuert, dass es sich bei der Unterbringung von Flüchtlingen in dem Haus nur um eine vorläufige handeln solle. Alle erforderlichen Beschlüsse waren in diesem Zusammenhang einstimmig gefallen. Auch der jüngste im Gemeinderat Anfang der Woche.

So musste eine Auftragsvergabe für die Rohbauarbeiten umgehend erfolgen, da geplant eben ist, dass der Neubau noch im Jahr 2015 fertig gestellt wird. Da in diesem Zeitraum keine Ausschusssitzung vorgesehen war, wurde eine Dringlichkeitsentscheidung herbeigeführt, die wiederum dem Gemeinderat zur Genehmigung vorzulegen war.

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