Franz-Josef Vonnahme in den Ruhestand verabschiedet

+
50 Jahre stand Franz-Josef Vonnahme im Dienst der Gemeinde Ense. Der Dank galt aber auch seiner Gattin Margret (zweite von links), die ihm stets „den Rücken gestärkt hat“.

BREMEN -  Zu guter Letzt formulierte er eine Bitte. Allerdings nicht, damit sich ein persönlicher Wunsch erfülle. Vielmehr stellte Franz-Josef Vonnahme auch in dieser Stunde das Gemeinwohl über die privaten Interessen.

Und umso wichtiger dürfte das Vermächtnis sein, das er Politik und Verwaltung hinterließ: Nämlich trotz „geringer Finanzkraft“ Sorge dafür zu tragen, die in den zurückliegenden 50 Jahren geschaffenen „Werte zu sichern und auszubauen“. Allerdings wird der langjährige Beigeordnete der Gemeinde Ense daran nun nicht mehr mitwirken. Am Mittwochchmittag wurde er in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet, den er offiziell am 1. Juni antritt.

Dabei war die Reihenfolge im Sitzungssaal des Rathauses wichtig. Denn zunächst holte Bürgermeister Hubert Wegener die Auszeichnung anlässlich des 50-jährigen Dienst-Jubiläums von Franz-Josef Vonnahme nach. Und der Verwaltungschef ließ dabei keinen Zweifel daran, dass dies für ihn ein besonderer Moment war. „Ich kenne keine Person, die 50 Jahre für die Gemeinde Ense tätig war. Und ich werde wohl auch in meinem Leben keine weitere Person kennen lernen“, so Hubert Wegener, um dann nahtlos das Schaffen des Beigeordneten anlässlich dessen bevorstehenden Abschieds aus dem Rathaus zu würdigen.

So habe Franz-Josef Vonnahme erst als Bauamtsleiter und nachfolgend als Fachbereichsleiter für „Bauen und Gemeindeentwicklung“, davon 14 Jahre als Beigeordneter, „in verantwortungsvoller Position viele wichtige Entscheidungen für die Gemeinde Ense getroffen.“ Und: „Mit Franz-Josef Vonnahme verlässt eine ganze Bibliothek an Erfahrungen, Kenntnissen und Kompetenzen nicht nur die Verwaltung, sondern auch die Politik der Gemeinde Ense“, fuhr der „erste Bürger“ der Gemeinde Ense fort. Er konnte sich allerdings sicher sein, in diesem Moment nicht nur für Rat und Vewaltung, sondern für „alle Bürger der Gemeinde Ense“ zu sprechen und zu danken.

Dieses Wissen habe sich Franz-Josef Vonnahme „mit seinem unermüdlichen Fleiß erarbeitet und immer zum Wohle der Gemeinde Ense eingesetzt.“ Dabei seien ihm stets „Objektivität und das Ziel vor Augen wichtig“ gewesen. „Seiner Überzeugung gehorchend, hat er im Vorfeld von Beschlüssen für die Mehrheit gekämpft und dabei kein Wochenende oder Feierabend gekannt“, so Bürgermeister Hubert Wegener. In diesem Zusammenhang dankte er Ehefrau Margret Vonnahme, dass sie dem Gaten „den Rücken gestärkt und in Kauf genommen“ habe, dass er stets zur Stelle gewesen sei und manche Themen vorbereitet habe.

Franz-Josef Vonnahme trat seinen Dienst im Rathaus mit 14 Jahren am 1. April 1963 beim damaligen Amt Bremen als Verwaltungsangestellter an. 1970 wurde er in das Beamtenverhältnis übernommen und vollzog fortan seine Laufbahn über die „Ochsentour“ bis zum Beigeordneten. Alle Beförderungsämter des mittleren und gehobenen Dienstes sowie die Prüfung für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst absolvierte Franz-Josef Vonnahme, der 1972 ins Bauamt kam, dessen Leitung er 1992 übernahm. Der Rat wählte ihn am 1. Juli 1999 erstmals zum Beigeordneten, die Wiederwahl erfolgte am 1. Juli 2007.

Doch was Hubert Wegener besonders am Herzen lag: Als Beigeordneter war Franz-Josef Vonnahme auch allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. „Und in dieser Position schätze ich ihn besonders. Die Loyalität und Zuverlässigkeit werde ich nie vergessen. Und da spreche ich sicherlich auch im Sinne meines Vorgängers.“ Aber auch bei den Mitarbeitern sei Franz-Josef Vonnahme für sein „Fachwissen, seine Kameradschaft, Bürgernähe und ständige Gesprächsbereitschaft besonders anerkannt.“ Viele pflegten zu ihm ein „freundschaftliches Verhältnis“, sei schon heute spürbar, dass man ihn „vermissen“ werde. „Deine Verbundenheit zum gesamten Rathaus und dein Herzblut für die gesamte Gemeinde Ense zeichen Dich aus“, fand Hubert Wegener sehr persönliche Worte.

Für die Politik sprach Bruno Löher als aktuell dienstältester Fraktionsvorsitzender „Dank und Anerkennung“ aus. So genieße Franz-Josef Vonnahme fraktionsübergreifend die größte „Wertschätzung“. In ihm habe die Gemeinde einen „Ideengeber, Entscheider und Organisator“ gehabt, der auch in schwierigen Situationen und bei Problemen stets ansprechbar gewesen sei. Für Franz-Josef Vonnahme sei stets wichtig gewesen, das Beste für die Bürger zu erreichen, so dass man heute sagen dürfe, dass er Ense zum Erfolg verholfen habe.

Franz-Josef Vonnahme wiederum dankte der Politik, den Bürgern, den Bediensteten der Gemeinde, „vorrangig den Kollegen in der Bauverwaltung und dem Bauhof“, sowie dem Bürgermeister dafür, „dass ich hier mitarbeiten durfte“. Denn: „Nur durch ein gemeinsames Handeln konnten die Aufgaben erledigt werden“, gab sich Franz-Josef Vonnahme selbst in dieser Stunde bescheiden. Allerdings machte er auch deutlich, dass die Gemeinde „verstärkt auf die gesetzlich verankerte Selbstverwaltungsgarantie hinzuweisen“ habe. Die Gemeinden seien „die Grundlage des demokratischen Staatsaufbaus. Sie fördern das Wohl der Einwohner in freier Selbstverwaltung durch ihre von der Bürgerschaft gewählten Organe. Sie handeln zugleich in Verantwortung für die zukünftigen Generationen“, so Franz-Josef Vonnahme.

Wobei ihm wichtig ist: „Eine ortsnahe Aufgabenerledigung entspricht dem Wunsch der Bürger.“ Die Voraussetzungen für eine „zukünftig gute Lebensqualität, Wachstum, Bildung und Beschäftigung in Ense sind vorhanden und auch bei derzeit geringer Finanzkraft sind diese Werte zu sichern und auszubauen.“

An der Feierstunde im von Franz-Josef Vonnahme gewünschten kleinen Rahmen nahmen neben Bürgermeister Hubert Wegener, Kämmerer Alois Langesberg und den Fraktionschefs noch die Verwaltungsmitarbeiterinnen Ingrid Netta, Stefanie Hetzel sowie Elisabeth Sperling vom Personalrat teil. - det

Quelle: Soester Anzeiger

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare