Freifunk nicht mehr nur am Rathaus in Ense-Bremen 

+
Surfen im Internet. Im Rathaus spricht man sich für den Jugendtreff als weiteren Standort aus.

Bremen – Der Jugendtreff zwischen Sportplatz und Geschäftszentrum in Bremen soll ein weiterer Standort fürs Freifunk-Angebot in der Gemeinde werden.

Das hat jetzt Fachbereichsleiter Dennis Schröder, im Rathaus unter anderem für Soziales zuständig, im Gespräch mit dem Anzeiger angekündigt.

Und damit ist die Verwaltung einer Absprache zwischen Bürgermeister Hubert Wegener sowie den Vorsitzenden der im Rat der Gemeinde Ense vertretenen Parteien nachgekommen. Denn Mitte Februar hatte man sich in vertraulicher Runde hinter verschlossenen Türen darauf verständigt, dass die Verwaltung prüfen solle, ob das Freifunk-Angebot ausgebaut werden kann. Ziel sollte sein, den Kreis der Nutzer räumlich mehr zu verteilen und so den Lärm-Pegel in der Ortsmitte zu verringern.

Anlass der Diskussion war ein Antrag der Bürgergemeinschaft im Januar. Sie hatte angeregt, das freie Wlan rund um das Rathaus nachts abzuschalten, weil es zu ruhestörendem Lärm durch das kostenfreie Angebot führe. Die Verwaltung solle prüfen, ob etwas dagegen spricht, den Zugang zum Freifunknetz im und rund um das Rathaus in der Ortsmitte mit Eintritt der Nachtruhe ab 22 Uhr und bis einschließlich 6 Uhr zu sperren, so die BG-Fraktion damals. 

Und Andreas Vetter, Vorsitzender der Ratsmannschaft, führte aus, dass die Gemeinde seit längerer Zeit am Rathaus eine offene Wlan-Verbindung, hier Freifunk, genannt, betreibe. Diese erlaube es Besuchern, im und um das Rathaus herum kostenlos im Internet zu surfen und werde „auch sehr viel genutzt von Jugendlichen und unseren ausländischen Mitbürgern. Dies ist auch alles richtig und gut so“, führt Andreas Vetter aus. Allerdings komme es seit einiger Zeit „zu erheblichen Lärmbelästigungen im Bereich des Rathaus-Vorplatzes.“ Dies jedenfalls werde von den Anwohnern und den anliegenden Hotelgästen vorgetragen. Und Andreas Vetter fügte an: „Leider wird von einigen Mitbürgern, hier insbesondere jungen Erwachsenen, diese Freifunkanlage dazu benutzt, bei geöffneten Fahrzeugtüren Musik zu streamen und überlaut abzuspielen. Diese Geräuschkulisse wird durch lautes Sprechen etc. ergänzt“ – vor allem „vornehmlich bei milder Witterung spätabends bis in die Nacht hinein.“

Und da die Fraktion der Bürgergemeinschaft das Recht der Anwohner und Hotelgäste auf Nachtruhe höher bewertete als das Recht des Einzelnen auf einen kostenlosen Freifunk-Zugang, sollte die Verwaltung die Sperrung des Zugangs zum Freifunknetz ab 22 und bis 6 Uhr prüfen.

Die CDU wiederum lehnte das ab. „In einer Zeit, in der wir auf allen politischen Ebenen daran arbeiten, die Internetversorgung zu verbessern und die Digitalisierung zu meistern, wirkt der Vorschlag einer ‘Freifunk-Nachtabschaltung’ wie aus der Zeit gefallen. Eventuellem Lärm durch Jugendliche oder junge Erwachsene muss man anders begegnen. Wir brauchen gerade im ländlichen Raum mehr Möglichkeiten und bessere Zugänge zu freiem Internet und keine Beschränkungen“, so die CDU. Mithin verständigte man sich darauf, nach Möglichkeiten zu suchen, das Angebot räumlich auszudehnen, um so den Lärm zu mindern.

Quelle: Soester Anzeiger

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare