Start im Oktober

Gemeinde aus dem Kreis Soest renaturiert weiteren Bach

Ein Bild aus dem Herbst zeigt, dass der Bannerbach geradlinig an einem Wirtschaftsweg vorbei nach Höingen fließt.
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Ein Bild aus dem Herbst zeigt, dass der Bannerbach geradlinig an einem Wirtschaftsweg vorbei nach Höingen fließt.

Die Gemeindeverwaltung will den Bannerbach im Bereich Parsit und Höingen renaturieren. Im Oktober sollen die Arbeiten starten. Um den Bach künftig vor großen Wassermassen zu schützen, soll ein zusätzliches Regenrückhaltebecken angelegt werden. Mehr als eine Millionen Euro sind für die Renaturierung veranschlagt.

Parsit/Höingen - Bereits Anfang 2018 hat die Verwaltung mit der Planung der Renaturierung begonnen, erklärt Uwe Schürmer, Tiefbauingenieur bei der Gemeinde. Derzeit laufe die Ausschreibung, sprich, die Verwaltung ist auf der Suche nach Unternehmen, die die Arbeiten ausführen. Bis August können Unternehmen Angebote abgeben, anschließend wird ein passendes ausgesucht. Der Start der Arbeiten ist für den 1. Oktober vorgesehen. Ende März 2022 soll die Renaturierung dann bereits abgeschlossen sein.

Die genauen Kosten könne man einschätzen, wenn die Unternehmen sich gemeldet haben, sagt Uwe Schürmer. Immerhin steht fest, dass die Arbeiten mit 124 800 Euro vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert werden. „Der Bescheid ist in der vergangenen Woche eingetroffen“, so Schürmer.

Renaturierung Bannerbach: Biotop soll wieder hergestellt werden

Der Bannerbach geht an der Waterlappe in Bremen aus dem Bremer Bach hervor, fließt anschließend vorbei an Parsit und Höingen. Mit der Renaturierung könne man aber nicht unmittelbar an der Waterlappe beginnen, da der Bach zunächst durch Privatbesitz fließe. Erst südwestlich von Parsit soll der Bach in seinen ursprünglichen Zustand versetzt werden. Das heißt, der geradlinige Verlauf wird ähnlich wie beim Bremer Bach zurück in Schlingen gelegt.

Mittlerweile präsentiert sich das Bannerbachtal grün. Die Vegetation lässt südwestlich von Parsit den Blick auf den kleinen Bach kaum zu.

In diesem Bereich befinde sich auch ein eingetragenes Biotop, sagt Uwe Schürmer, das reaktiviert werden soll. Als der Bach ausgetrocknet war, seien viele Wasserpflanzen verschwunden, die nach der Renaturierung wieder einen Lebensraum vorfinden sollen. Südlich der ehemaligen Kettler-Villa soll auch das Regenrückhaltebecken entstehen.

Das ist eine Auflage des Kreises Soest, sagt Schürmer. Denn die Renaturierung ist mit dem Natur- und Landschaftsschutz sowie der Unteren und Oberen Wasserbehörde des Kreises abgestimmt.

„Das Rückhaltebecken soll dafür sorgen, dass nicht zu viel Wasser durch den Bach fließt. Sonst könnten die Wassermassen das Ufer abtragen oder sich der Bach immer tiefer in den Boden einschneiden“, sagt Fachmann Schürmer.

Renaturierung auf rund 750 Metern

Im weiteren Verlauf fließt der Bannerbach parallel zum Höinger Industriepark unmittelbar entlang eines Wirtschaftswegs. Statt in Schlingen soll der Bach dort breitflächiger angelegt werden.

Renaturiert wird insgesamt auf einer Länge von rund 750 Metern. Zwei Durchlassbauwerke müssen gebaut werden, an diesen Stellen fließt der Bach unterirdisch.

Die Arbeiten finden in den Wintermonaten statt, damit unter anderem die Brutzeiten von Vögeln nicht gestört werden, sagt Schürmer.

Bremer Bach

Die Renaturierung des Bremer Bachs habe sich ausgezahlt, sagt Uwe Schürmer, Tiefbauingenieur bei der Gemeindeverwaltung, mit Blick auf den Starkregen vor einer Woche. Der habe das Bremer Bachtal zwar überschwemmt, aber genauso soll es sein, erklärt Schürmer. „Der Regen soll dort bleiben, wo er fällt, und nicht Gebäude oder Straßen überschwemmen.“ Auch sonst finde die Renaturierung großen Anklang. „Es gibt kein Projekt, für das es so viel Lob gab“, so Schürmer. Rund 770 000 Euro hat die Renaturierung des Bachtals gekostet. Im März 2020 wurde mit den Arbeiten an dem Großprojekt begonnen, das rund sieben Monate später abgeschlossen wurde. Auf einer Länge von 1928 Metern wurde der Bach zwischen Waterlappe und der Mündung in die Ruhr in seinen ursprünglichen Zustand versetzt. Für die Landwirtschaft wurden zwei Furten gebaut. Über eine Fußgängerbrücke zwischen Waltringen und Hünningen wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.

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