„Zur alten Post“

Genossenschaft will Gaststätte übernehmen: Beteiligt sich die Gemeinde?

Das Fachwerkgebäude, in dem die Gaststätte „Zur alten Post“ ansässig ist, befindet sich unmittelbar neben dem Rathaus in der Bremer Ortsmitte. Erste Aufzeichnungen zum Haus stammen aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg.
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Das Fachwerkgebäude, in dem die Gaststätte „Zur alten Post“ ansässig ist, befindet sich unmittelbar neben dem Rathaus in der Bremer Ortsmitte.

Bremen – Während die Gastronomen Denis und Vladica Mikic am Auszug aus der Gaststätte „Zur alten Post“ in Bremen arbeiten – der Pachtvertrag endet Ende des Monats –, wird wenige Meter entfernt am Donnerstag, 6. Mai, im Rathaus über die Zukunft des Fachwerkgebäudes gesprochen. Dabei winkt der Bürgergenossenschaft ein großer Geldbetrag.

Der Gemeinderat soll entscheiden, ob er sich eine Beteiligung der Gemeinde mit 25 000 Euro an der Genossenschaft, die sich zum Erhalt von Gebäude und Gastronomiebetrieb gründen will, vorstellen kann. Außerdem soll ein Gründungszuschuss von 50 000 Euro in Aussicht gestellt werden.

Alte Post in Ense: Über den Kauf nachgedacht

In der Vorlage heißt es: „Die Gemeinde begrüßt die Gründung einer Genossenschaft mit breiter Bürgerbeteiligung zum Erwerb und zur Sanierung des Gebäudes und zur Fortsetzung des Gastronomiebetriebs einschließlich Saalnutzung.

In einer nicht-öffentlichen Sitzung im vergangenen September hatte sich der Rat dazu entschlossen, das Gebäude bis April zu pachten und an Mikic weiter zu verpachten. Zudem sollte in dieser Zeit geprüft werden, ob das historische Gebäude im Ortskern von der Gemeinde gekauft werden kann – Voraussetzung des Rates dafür war eine Beteiligung der Bürgerschaft. In Gesprächen mit Vereinsvertretern hatte Bürgermeister Rainer Busemann positive Signale erhalten. Für den Erwerb und die Sanierung des Gebäudes durch die Gemeinde sollten Fördermittel beantragt werden.

Durch die geplante Gründung und Initiative der Genossenschaft bestehe nun die Möglichkeit, das Gebäude zu erhalten, ohne dass die Gemeinde die Immobilie erwerben muss, heißt es in der Vorlage.

Der von Eigentümer Armin Mönkebüscher der Gemeinde angebotene Kaufpreis sei auch der Genossenschaft zugesichert worden. Und da sich jedermann mit einem Genossenschaftsanteil in Höhe von 1000 Euro beteiligen könne, sei auch die vom Rat angestrebte Bürgerbeteiligung gewährleistet.

Für die Sanierung des Gebäudes will die Genossenschaft bei der Bezirksregierung Arnsberg Fördermittel beantragen. Dazu heißt es aus dem Rathaus: „Die Gespräche mit der Bezirksregierung sind bislang positiv verlaufen.“ Zudem seien bereits Gespräche mit Gastronomen geführt worden, sodass die Verpachtung an einen Betreiber bevorstehe.

Alte Post in Ense: Bedingungen für Beteiligung

Diese Entwicklung werde ausdrücklich begrüßt, heißt es in der Vorlage. Weiter heißt es: „Das bürgerschaftliche Engagement zum Erhalt des ortsbildprägenden Gebäudes und des gesellschaftlichen Treffpunkts für Einzelpersonen, Familien und Vereine sollte unterstützt werden.“

Die genauen Bedingungen für die Beteiligung der Gemeinde sollen mit den Gründern der Genossenschaft später festgezurrt werden. Dabei geht es beispielsweise um die Nutzung des Saals bei Gemeindeveranstaltungen.

Alte Post in Ense: Rückmeldung bei Initiatoren

Nach der Gründung der Genossenschaft sowie der Erstellung eines Konzepts für den Erhalt, die Sanierung und den Betrieb der Immobilie soll der Gemeinderat noch einmal über die konkrete Beteiligung abstimmen.

Markus Bahne aus dem Kreis der Initiatoren erklärt, dass im Vorfeld viele Gespräche mit der Gemeinde zum Gebäude geführt worden sind. Eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde sei in den Gesprächen niemals Bedingung für das Engagement der Bürger gewesen, „aber wir wollten schon, dass uns die Gemeinde unterstützt“, sagt Markus Bahne mit Blick auf das Gesamtvolumen, das voraussichtlich im mittleren sechsstelligen Bereich liegt.

Derzeit sind die Initiatoren der Genossenschaft auf der Suche nach Interessenten, die sich beteiligen wollen. „Es gibt sehr viel Rückmeldung“, freut sich Markus Bahne. Einerseits gebe es Interessenten, die konkret nach einer Beteiligung fragen, andererseits würden sich auch viele Bürger melden, die das Engagement gutheißen.

Kontakt und Info

Interessierte können sich auf der eingerichteten Homepage der Genossenschaft www.AltePostEnse.de informieren und sich über die E-Mail mit den Initiatoren in Kontakt setzen.

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