Grüne installieren neue Führungsspitze

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Führen den Grünen-Ortsverband im nächsten Jahr (von links): Udo Müller, Thomas Gutwin, Dr. Stefani Konstanti und Bernd Overmeyer.

NIEDERENSE -  Die Grünen haben ein neues Sprecher-Duo. Dr. Stefani Konstanti und Thomas Gutwin sollen in den kommenden zwölf Monaten die Geschicke der Partei lenken.

Udo Müller, den Ex-Sprecher Marc Teuber gerne als seinen Nachfolger an der Spitze des Ortsverbandes gesehen hätte, fiel bei der Wahl zwar durch, gehört ebenso wie Bernd Overmeyer dem Vorstand jedoch als Beisitzer an. Abgelehnt wurde der Antrag, die Amtszeit der Führungsmannschaft per Satzungsänderung von derzeit einem auf zwei Jahre zu verlängern.

Dabei war die mit neun Mitgliedern besuchte Jahreshauptversammlung der Grünen am Dienstagabend im „Lindenhof“ geprägt von einer mitunter schonungslosen „Vergangenheitsbewältigung“, bei der zwei Lager erkennbar waren.

Hier die Gruppe um den Ex-Sprecher Marc Teuber, der seine Kritik, an der Fraktion um Jürgen Kretschmer und Olaf Teuber wiederholte und von „fehlender basisdemokratischer Mitbestimmung“ sprach, mangelnde „grüne“ Inhalte beklagte und den Vorwurf in den Raum stellte, dass „grüne“ Positionen „nicht konsequent genug“ umgesetzt würden. Dort die zweiköpfige Ratsmannschaft, die verdeutlichte, zum Wohle der gesamten Gemeinde Ense Politik zu betreiben, folglich nach Konsens im Gemeinderat suchen müsse. Und während Ratsherr Olaf Teuber ganz konkret erklärte, in der von den Grünen unterstützten Klage im Rat gegen die geplante Solidaritätsumlage zeitlich keine Möglichkeit mehr gehabt habe, sich mit der Basis „zurückzukoppeln“ und das Votum gegen die rot-grüne Landesregierung zudem nach wie vor als alternativlos für einen Kommunalpolitiker bezeichnete, sei er vom Umgang untereinander „entsetzt“ gewesen. Udo Müller hielt ihm darauf hin entgegen, dass des öfteren die Ratsmannschaft Postionen vertrete, die in der Gesamt-Fraktion nicht abgesprochen worden seien. „Grüne“ Positionen würden in der Öffentlichkeit kaum bis gar nicht wahrgenolmmen, wie man in Gespräche höre. Man habe sich als Ortsverband in der Vergangenheit „übergangen“ und „ignoriert“ gefühlt pflichtete ihm Marc Teuber bei. So sei das Verhältnis zwischen Ortsverband und Fraktion „nachhaltig zerrüttet“. Das allerdings trug dem Ex-Sprecher den Vorwurf ein, seinen Aufgaben „nicht gut nachgekommen“ zu sein. „Vom Ortsverband ist nichts gekommen“, so Jürgen Kretschmer. Die „politische Arbeit unter Marc Teuber ist eingeschlafen“, so die Vorhaltung aus den Reihen der Anwesenden.

Bei den anschließenden Sprecher-Wahlen erhielt Dr. Stefani Konstanti, bislang Beisitzerin, sieben von neun Stimmen und erklärte, sich bemühen zu wollen, den Grünen wieder „Spaß“ und „Begeisterung“ an der Arbeit einhauchen zu wollen. Von Begriffen wie „politischer Kampf“ oder „politischer Gegner“ halte sie hingegen nichts. Ihr vordinglichstes Ziel müsse aber sein, die unterschiedlichen Positionen im Ortsverband wieder zusammenzuführen. Bei der Besetzung des zweiten Sprecher-Postens setzte sich dann Thomas Gutwin gegen Udo Müller mit fünf gegen vier Stimmen durch. Während Udo Müller allerdings neben Bernd Overmeyer bereit war, im neuen Vorstand als Beisitzer mitzuwirken, lehnte Marc Teuber eine Mitarbeit im neuen Führungsteam ab. Nicht besetzt werden konnte das Amt des Kassierers, das nun kommissarisch vom Sprecher-Duo übernommen wird.

Abgelehnt wurde der Antrag auf Satzungsänderung. Sie hätte es ermöglicht, den Vorstand statt zwölf ab sofort 24 Monate im Amt zu belassen. Das allerdings fand keine Mehrheit. Wobei Jürgen Kretschmer, von dem die Idee ursprünglich stammte, angesichts der Vorkommnisse in der jüngeren Vergangenheit nicht mehr sicher war, ob er an seinem Vorstoß festhalten sollte. „“Das letzte Jahr war nicht so erfolgreich“, so der langjährige Ratsherr. - det

Quelle: Soester Anzeiger

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