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Straußenfleisch aus eigener Haltung: Neuer Hofladen öffnet in Niederense

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Von: Philip Maack

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Der neue Hofladen von Julia Pieper und Sebastian Brauner bietet fast ausschließlich Produkte aus eigener Haltung an.
Der neue Hofladen von Julia Pieper und Sebastian Brauner bietet fast ausschließlich Produkte aus eigener Haltung an. © Maack

Dieser Hofladen ist besonders. Hier gibt es nämlich nicht nur Hühnereier und -fleisch, sondern auch Produkte vom Strauß. Dank der eigenen Straußenfarm.

Niederense – Noch liegt er recht unscheinbar an der Straße Am Riesenberg in Niederense. Doch das soll sich bald ändern. „Wir warten noch auf das Schild für die Einfahrt“, sagt Sebastian Brauner.

Er hat hier jetzt einen Hofladen eröffnet. Und zwar nicht irgendeinen. Brauner verkauft hier nämlich Straußenfleisch – aus eigener Haltung.

Haltung von Straußen ist für Brauner ein Ausgleich

„Seit zweieinhalb Jahren haben wir die Strauße jetzt schon“, erzählt Brauner. „Nun hatten wir die ersten Eier.“ An zwei Standorten in Niederense hält er die großen Vögel auf seinem Gut Himmelpforten.

Das ist für den Inhaber einer Firma für Elektrotechnik ein guter Ausgleich. „Ich habe die Tiere früher schon mal gesehen und die haben mich direkt fasziniert“, sagt er. „Ich kann bei ihnen richtig abschalten.“

Und so hat er sich entschlossen, ein Seminar für die Straußenhaltung zu besuchen. Spätestens jetzt war Brauner von seiner Idee für eigene Strauße nicht mehr abzubringen.

„Vom Seminarleiter habe ich dann die ersten Tiere bekommen“, erinnert sich Brauner.

Doch die Haltung von Straußen ist keine Aufgabe, die man mal eben so alleine bewältigen kann. Deshalb packt die ganze Familie mit an, sogar die Mitarbeiter von Brauners Firma helfen.

„Wir schauen täglich nach den Tieren, füttern sie und vieles mehr“, erklärt Brauner. Das mache den Kopf frei. „Geld verdient man damit nicht.“

Zwischenzeitlich hat er in Niederense insgesamt 62 Strauße gehalten, aktuell sind es aber nur noch 28. Sieben davon stammen aus eigener Zucht.

Mittlerweile lässt Brauner seine Tiere nämlich auch schlachten. Das Fleisch verkauft er in seinem neuen Hofladen.

Gut Himmelpforten verkauft auch Honig und Hühnerprodukte

Dabei bietet er alles an, was der Strauß hergibt. In der Kühltruhe des Ladens finden sich so Filets, Steaks und Braten. Aber auch Hals, Leber, Herz und Magen der Vögel werden hier gelagert.

„Straußenfleisch hat einen eigenen Geschmack“, sagt Brauner. „Dazu hat es wenig Fett und Cholesterin.“

Bei der Zubereitung müsse man jedoch etwas vorsichtig vorgehen, weshalb Brauner seinen Kunden Zubereitungshinweise in einem ausliegenden Flyer gibt.

Auch Produkte aus Straußenleder bietet Brauner in seinem Hofladen an. „Davon ist das meiste allerdings noch zugekauft“, sagt er. Er stehe aber bereits in Kontakt zu einem Gerber.

„Unser erstes eigenes Leder werden wir wohl erst in etwa acht Wochen haben.“

Doch auf dem Gut Himmelpforten sind die Strauße nicht die einzigen Tiere. Auch 300 Hühner und einige Bienenvölker leben hier. Deren Erzeugnisse verkauft Brauner ebenfalls in seinem Hofladen.

So stehen hier Blüten- und Rapshonig in der Auslage, genauso wie Hühnereier. „Wir haben aber nicht nur die klassischen braunen und weißen, sondern auch grüne und schokobraune“, erzählt Brauner.

Die Eier lässt er außerdem weiterverarbeiten. Daraus werden verschiedene Nudelsorten gemacht, aber auch drei unterschiedliche Arten von Eierlikören.

Für das Hähnchenfleisch gibt es dagegen eine Liste für Vorbestellungen – wegen der hohen Nachfrage.

Alter Hof soll in den nächsten Jahren renoviert werden

Denn obwohl der Hofladen erst seit wenigen Wochen geöffnet hat, haben Brauner und seine Familie schon einige Leute überzeugt. „“Wir haben schon erste ‘Stammkunden’“, meint Brauner.

Wenn bald endlich das erwartete Schild für die Einfahrt da ist, will er dafür sorgen, dass der Hofladen von der Straße aus besser zu sehen ist.

Denn in Zukunft möchte Brauner hier nicht nur den Hofladen haben. Den alten Hof hier hat er vor noch nicht allzu langer Zeit von der Kettler-Stiftung übernommen und plant, ihn rundum zu erneuern.

Bislang ist aber nur die Scheune fertig, in der der Hofladen untergebracht ist. Der Rest soll in den nächsten Jahren folgen. „Das wird aber dauern“, weiß Brauner. „Das läuft ja alles nur neben der Arbeit.“

Gut, dass er seine Strauße hat, um zwischen all den Plänen und Pflichten mal richtig schön den Kopf freizubekommen.

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