Nach KVWL-Ansage

Hausarzt Rivera schließt eine Praxis

Juan Carlos Rivera und sein Praxisteam machen eine Praxis dicht.
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Juan Carlos Rivera und sein Praxisteam machen eine Praxis dicht.

Die Gesundheitspraxis Rivera schließt ab sofort eine ihrer zwei Niederlassungen.

Bremen/Werl – Arzt Juan Carlos Rivera macht aktuell Urlaub. Bis zum 22. Oktober sind seine Praxen in Bremen und Werl daher geschlossen. Am 25. Oktober nimmt der Mediziner seine Arbeit wieder auf, dann allerdings nur noch in Werl. Seine Enser Praxis hat Rivera nämlich geschlossen.

„Ich bin ab sofort nur noch als Vollzeit-Arzt in Werl zugelassen“, erklärt Rivera. Das habe ihm die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) mitgeteilt.

Ense gilt als überversorgt

„Ense ist mit Ärzten überversorgt“, sagt Rivera. „Werl dagegen ist unterversorgt.“ Aus diesem Grund gestattet die KVWL dem Mediziner jetzt nicht mehr, an beiden Standorten zu praktizieren. 2017 hatte Rivera seine Praxis in der Bremer Kesselstraße eröffnet, 2019 folgte eine Zweitniederlassung in Werl. Ense war für den Arzt aber immer klar der Hauptstandort. Aus diesem Grund waren ihm von der KVWL nur begrenzte Kapazitäten für die Patientenannahme in der Werler Praxis erlaubt.

Möglich war dieses Modell bislang nur, weil Rivera in Ense gebraucht wurde, damit die ärztliche Versorgung der Gemeinde ausreichend blieb. „Als ich 2017 angefangen habe, war ich der vierte Arzt in Ense“, erinnert sich Rivera. Das reichte, um eine Unterversorgung zu vermeiden. „Mittlerweile sind es aber sechs.“

„Schließung einzige Option“

Also beschloss die KVWL, Rivera in Zukunft ganz nach Werl zu schicken, um dort gegen die Unterversorgung vorzugehen. „Ich habe dann erst versucht, die Praxis in Werl zum Hauptstandort zu machen und die in Ense zur Zweitstelle“, sagt Rivera. „Doch das durfte ich nicht. Also war die Schließung in Ense leider die einzige Option.“

Aktuell unterrichten Rivera und sein Team die Enser Patienten telefonisch von der Schließung der Praxis in Bremen. „Viele von ihnen wollen trotzdem weiterhin herkommen“, berichtet der Arzt, der nun in Werl keine Einschränkungen mehr in Sachen Patientenaufnahme hat.

Werler Praxis wird ausgebaut

Schon in Bremen hatte Rivera einige Werler unter seinen Patienten. „Viele sind aus Mawicke, Werl oder Westönnen zu uns gekommen“, sagt er. Die werden jetzt wohl auch weiterhin ihrem Arzt die Treue halten.

Den Urlaub nutzt Rivera nun übrigens für Umbauten in den Werler Praxisräumen. „Wir haben das Ladenlokal nebenan gemietet und erweitern jetzt die Fläche von 120 auf 160 Quadratmeter“, erzählt Rivera. „Immerhin müssen wir für mehr Patienten auch mehr Flächen anbieten können.“

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