Höinger SV will einen Kunstrasenplatz

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Das Projektteam aus Marcel Kafczyk, Dennis Hofmann, Benjamin Granseuer und Thomas Pantel (von links) informierte.

Höingen - Deutlicher hätte die Zustimmung nicht ausfallen können. Denn ohne Gegenstimme oder Enthaltung hat sich der Höinger SV in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung für den Bau eines Kunstrasenplatzes ausgesprochen – trotz Eigenleistungen in Höhe von 90 547 Euro und einer durch den Club zu stemmenden Finanzierung von 260 000 Euro bei Gesamtkosten von 615 548 Euro. Dabei setzt man auf eine Umsetzung des Vorhabens schon im kommenden Jahr, würde aber auch mit einer Realisierung 2018 „leben können“, wie der Vorstand wissen ließ.

Dabei war das Treffen am Mittwochabend in der Höinger Schützenhalle mit 80 Mitgliedern durchaus gut besucht – unter ihnen auch verschiedene Ratsmitglieder sowie Bürgermeister Hubert Wegener. Und in einer gut 70-minütigen Präsentation erläuterten die Vorsitzenden Thomas Pantel und Benjamin Granseuer sowie Marcel Kafczyk und Dennis Hofmann aus dem vierköpfigen Projektteam den aktuellen Stand der Planungen für einen Kunstrasen auf dem oberen Sportgelände, der vor allem eines sein soll: „sinnvoll, nachhaltig, tragbar“.

Dabei gibt es für das Quartett sowie den Vorstand des Vereins, der sich intern bereits vorab für das Vorhaben ausgesprochen hat, gleich mehrere Gründe für einen Kunstrasen bzw. einen dritten winterfesten Platz in Ense: So könnten nicht alle Vereine im Winter einen „vernünftigen Trainingsbetrieb“ aufrechterhalten, fehlten Ausweichmöglichkeiten, da die vorhandenen Sportstätten bereits überfrequentiert seien. Und mit Blick auf Höingen selbst kämen durch die Austragung von Heimspielen an anderen Orten finanzielle Einbußen hinzu, leide die Attraktivität des Clubs und müsse festgehalten werden, dass die vorhandene Flutlichtanlage am Naturrasenplatz nicht mehr den Anforderungen entspreche. Für das Projektteam mithin klar: Vor diesem Hintergrund und der Tatsache, dass bereits „seit sechs bis sieben Jahren die Notwendigkeit“ für einen neuen Platz bestehe, sei jetzt „der letztmögliche Zeitpunkt, das Projekt zu realisieren“.

Dabei schwebt der Clubführung der Bau eines Kunstrasenplatzes vor, für den in der Breite 64 Meter und in der Länge 98 Meter, also insgesamt 6 272 Quadratmeter Fläche benötigt werden. Und das aus Sicht des Projektteams Positive: Das Grundstück ist dafür vorhanden, indes: Sanierungsfähig sei das bisherige Trainingsgelände nicht, so dass ein kompletter Neubau erfolge. Dafür müsse zunächst eine Schicht von 30 Zentimetern abgetragen werden, die man dann aus Kostengründen zu einem Wall aufschütten möchte. Zum Abfangen der Böschung sollen auf einer Länge von 98 Metern L-Steine gesetzt werden, auf denen ein Zaun befestigt wird. Mit einem Schiebetor will man das Gelände abschließen, für eine behindertengerechte Auffahrt zur Spielfläche sorgen. Gedacht ist ferner an zwei Ballfangzäune, die im Rahmen der Eigenleistungen installiert werden könnten. Aus technischer Sicht stände einem Kunstrasenplatz-Bau mithin nichts entgegen. Doch auch die finanziellen Anforderungen seien zu bewältigen, wie man ausführte.

Danach geht man von Gesamtkosten in Höhe von 615 548 Euro aus, die man durch Nachverhandlungen bzw. Optimierungen um 39 001 Euro zu vermindern hofft. Eigenleistungen in Höhe von 90 547 Euro sorgten am Ende zudem dafür, dass noch eine Finanzierung von 486 000 Euro aufzubringen sei. Und setzt man - analog zur Unterstützung anderer Vereine sowie durch den Verzicht von 56 000 Euro für die Erneuerung der Flutlichtanlage auf dem Hauptplatz – auf einen Zuschuss der Gemeinde in Höhe von 226 000 Euro, wären schließlich 260 000 Euro durch den Verein zu finanzieren. Dieses Geld will man durch Spenden, Aktionen, Eigenmittel und ein Darlehn aufbringen, wobei die Vereinsführung den Mitgliedern am Mittwochabend ein Versprechen abgab: „Aus Eigenverantwortung sowie der Verantwortung gegenüber dem Verein und dessen Mitgliedern möchten wir festhalten, dass erst, wenn absehbar alle Bausteine des Finanzierungskonzeptes erfüllt sind, der erste Spatenstich getätigt wird.“ Und: Weder sollen das Tagesgeschäft des Vereins noch die Arbeit in den verschiedenen Abteilungen leiden. Auch an eine Beitragserhöhung zur Bewältigung der Belastungen sei nicht gedacht.

Quelle: Soester Anzeiger

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