Viele Jahre aktiv beim Roten Kreuz

Verdienstkreuz für den Enser Klaus Vielberg

Landrätin Eva Irrgang überreicht Klaus Vielberg aus Ense das Bundesverdienstkreuz.
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Landrätin Eva Irrgang überreichte Klaus Vielberg das Bundesverdienstkreuz.

Vier Zacken hat es rund um seine runde Mitte, jenes „Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“. Aber Klaus Vielberg beansprucht nur die Mitte des „malteserartigen“ Ritterkreuzes für sich.

Ense - „Einen Zacken widme ich dem DRK, einen der Feuerwehr, einen meinen Eltern und den vierten natürlich meiner Familie“, sagte er bei der Verleihung der Auszeichnung.

Die Zeit, die seine Frau Edith und seine drei Kinder auf ihn verzichten mussten, kompensiert in einem Orden, der nicht die erste Auszeichnung für Klaus Vielberg ist: „Gut, dass Sie heute nicht in Uniform gekommen sind, sonst fänden wir keinen Platz mehr, um ihn anzustecken“, amüsierte sich Landrätin Eva Irrgang bei der Verleihung am Dienstag in der Villa Plange.

2012 erhielt Vielberg bereits den Ehrenamtspreis des Kreises Soest für das Motto „Retten und Helfen“, 2019 die DRK-Ehrennadel des Kreisverbandes. Außerdem könnte er sich die Verdienstmedaille des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe und die Ehrenmedaille der Deutschen Feuerwehr an die stolzgeschwellte Brust heften, wenn ihm denn danach wäre: „Ich stehe ungern im Vordergrund und bleibe lieber aus dem Hintergrund.“ Auch sehe er sich da eher stellvertretend: „Es gäbe so viele Menschen, die solch eine Auszeichnung verdient hätten, schon allein all jene, die so selbstlos bei der jüngsten Flutkatastrophe mitangepackt haben.“

Dennoch, „man kann in Ense fragen, wen man will, alle sagen: Wenn es einer verdient, dann der Klaus Vielberg“, fasste Klaus-Jürgen Osterhaus in Vertretung für den terminlich verhinderten Bürgermeister Rainer Busemann Vielbergs Ansehen in der Gemeinde zusammen.

1976 trat Vielberg dem „Deutschen Roten Kreuz” bei. „Angefangen hatte alles, als ich bei einer Einsatzübung einen Verletzten spielte“, erinnert er sich. 12 oder 13 Jahre alt sei er damals gewesen – beim Roten Kreuz sei er somit bereits länger aktiv als bei seinem Arbeitgeber, den Stadtwerken Werl, wo er als Rohrnetzmeister arbeitet. 1982 machte er den „Erste-Hilfe-Ausbilder-Schein”, 1987 die Sanitäterausbildung und 1996 die Ausbildung zum Rettungssanitäter. Im Jahr 2000 wurde er Rettungsassistent und 2002 erfolgte die Ausbildung zum Zugführer. 2006 wurde er Verbandsführer und war von 2002 bis 2017 Zugführer Pflege in der Hilfszugabteilung IV / Einsatzabteilung Westfalen.

Von 1989 bis 2019 übernahm er zudem das Amt des Bereitschaftsführers, das seit 2000 das Amt des Rotkreuzleiters genannt wird. 2019 trat er sein Amt an seinen bisheriger Stellvertreter Georg Stock ab, doch Vielbergs Sohn Stephan ist heute wiederum dessen Stellvertreter. Und die dritte Generation steht schon in den Startlöchern, wurde bei der Verleihung gescherzt – doch diese ist gerade einmal sieben Wochen alt.

Klaus Vielberg war federführend bei der Einführung des Beteiligungskonzeptes des DRK bei Feuerwehreinsätzen – das erste Konzept seiner Art im Kreis Soest – beteiligt. „Hierdurch konnte eine möglichst schnelle und lückenlose Betreuung der Betroffenen, aber auch der Feuerwehrkräfte sichergestellt werden“, listete Landrätin Irrgang seine Verdienste auf. „Sie nahmen zudem eine aktive Rolle in der Gestaltung und Bedienung von Landes- und Kreiskonzepten in Zusammenarbeit von Feuerwehr und DRK ein.“

Seit 2006 ist er als Verbandsführer auf Kreisebene tätig. Bei „Erste-Hilfe“-Ausbildungen und Übungen war er als Ansprechpartner beim DRK Ense immer erreichbar, unter anderem für die Ausbildung der Bevölkerung in Erster Hilfe, für Erste Hilfe bei Kind- und Frühdefibrillation sowie bei Initiativen zur Ausbildung gesamter Firmenbelegschaften in den jeweiligen Bereichen.

Durch sein Engagement wurde die Einführung „Heranführung an die Erste Hilfe“ beim Jugendrotkreuz des DRK Ense ins Leben gerufen.

Irrgang: „Eine gute Zusammenarbeit mit vielen Institutionen ist und war Ihnen ein großes Anliegen. Ihre ruhige, sachliche Art und Ihre Fachkompetenz haben das ermöglicht. Die Feuerwehr Ense setzt auch in Zukunft auf eine positive Zusammenarbeit mit Ihnen und dem DRK Ense“, so die Landrätin weiter. „Auch bei An-, Um- und Neubauten des DRK-Heimes in Ense waren Sie stets im Einsatz. Ihre Sozialkompetenz, Teamfähigkeit und Kooperationsbereitschaft haben zum hervorragenden Ruf des DRK Ense, bis in den Landesverband hinein, beigetragen. Freundlichkeit, Toleranz und Motivation für lösungsorientiertes Handeln waren dabei der Mittelpunkt Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeiten.“

Juliana Thiel, Öffentlichkeitarbeiterin des DRK Ense, die Vielberg auch für die Auszeichnung vorgeschlagen hatte, ergänzt: „Das DRK Ense ist und bleibt mit Klaus Vielberg verbunden. Jeder, der einmal mit ihm im Dienst war, ausgebildet wurde oder aber bei einer Veranstaltung kurz geschnackt hat, der weiß: Dieser Mann ist Vorbild für Alt und Jung, ein Multitalent, Ansprechpartner in allen Lagen oder ganz einfach: Ein Mann mit großem Herz!“

Seine zugedachte finanzielle Entschädigung hatte Vielberg bereits als Spende an das DRK weitergereicht. Sie wurde in die Ausrüstung der Einsatzkräfte investiert.

Mit all dem sei es ja nicht getan, betonte Irrgang: „All dies sind ja nur jene Verdienste, die eine Rolle spielten bei der Verleihung des Verdienstkreuzes. Alles, was dort nicht mit hineinspielte, kommt ja noch obendrauf. Und die Familie muss ein solches Engagement auch unterstützen, und das ist nicht selbstverständlich. Und doch, auf all das können Sie stolz sein.“ Vielbergs trockener Kommentar: „Ich werde es lernen.“

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