Initiativkreis will „runden Tisch“ zum Einzelhandel

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Als positives Beispiel für die Entwicklung der Ortsmitte sieht Ralf Hettwer den Umbau der ehemaligen Gaststätte zu einer Facharztpraxis. Von diesem Schritt hätte der komplette Zentralort profitiert.

Bremen - Für Ralf Hettwer soll es ein „Weckruf“ sein, keine Kritik. Und deshalb will der Chef des Initiativkreises auch seine Bemühungen fortsetzen, für eine Attraktivitätssteigerung der Bremer Ortsmitte zu sorgen.

So plant er nämlich, für Beginn des kommenden Jahres einen weiteren „runden Tisch“ einzuberufen“, an dem diesmal neben den Händlern die Gemeindeverwaltung bzw. die im Rathaus angesiedelte Wirtschaftsförderung sich Gedanken machen sollen, wie es mit dem Einzelhandel im Zentralort weitergehen kann.

Das hat er im Gespräch mit dem Anzeiger angekündigt und möchte damit im Grunde jenen Faden aufgreifen, der angesichts des ersten „runden Tisches“ Mitte September im Rathaus gesponnen worden war. Wobei ihm seither eine Aussage nicht aus dem Kopf gegangen ist, mit der er sich – falls sie zutreffen sollte – auch nicht abfinden mag. So hatte bekanntlich CDU-Ratsherr Thomas Stock in der Veranstaltung die These vertreten, dass „zeitgemäßer Einzelhandel“ in der Ortsmitte „nicht mehr stattfinden wird.“ Eine Meinung, die man aus Sicht von Ralf Hettwer zweifelsfrei vertreten mag, der er sich aber nicht kampflos ergeben möchte.

Folglich liegt es Ralf Hettwer am Herzen, Konzepte zu suchen bzw. zu erfinden, mit denen „der klassische Einzelhandel auch in Ense neben der Digitalisierung stattfinden kann.“ Und selbst wenn ihm hierfür noch keine konkrete Idee vorschwebt, so ist der Initiativkreis-Chef von einem überzeugt: „Wir müssen uns spezialisieren. Wir müssen Ense lebenswert erhalten. Wir müssen unsere lokalen Stärken herausarbeiten und damit attraktiv bleiben.“

Indes: Dass das nicht zum Null-Tarif zu haben ist, das weiß Ralf Hettwer auch. Allerdings: „Wir sind bereit, Geld für eine Verbesserung der ärztlichen Versorgung auszugeben, für die unbestreitbar notwendigen sozialen Belange in dieser Gemeinde. Dann aber sollte uns auch die Entwicklung der Ortsmitte etwas wert sein.“

Allerdings seien alle Anstrengungen vergebene Liebesmüh’, wenn der Enser diesen Aufwand nicht honoriere bzw. mittrage und nicht bereit sei, sein Geld in der Gemeinde zu lassen. Wovon er letztlich profitiere. Denn gerade der klassische Einzelhandel bzw. die Handwerksbetriebe seien es vor allem, die durch ein vielfältiges Sponsoring manchem Verein in der Vergangenheit unter die Arme gegriffen hätten und für Arbeitsplätze in der Gemeinde sorgten.

Quelle: Soester Anzeiger

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