Keine Standort-Alternative für Funkmast am Höinger Weg 

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Allen Protesten zum Trotz: Eine Alternative zum Höinger Weg gibt’s für die Telekom nicht.

Lüttringen – Der Funkmast im Außenbereich von Lüttringen wird wie ursprünglich geplant am Höinger Weg errichtet.

Davon jedenfalls geht Bürgermeister Hubert Wegener aus. Denn wie die Telekom die Verwaltung telefonisch habe wissen lassen, sei auch der letzte – ein von der Gemeinde ins Spiel gebrachter Alternativ-Standort – als nicht geeignet verworfen worden.

Das hat der Rathaus-Chef am Dienstag im Gespräch mit dem Anzeiger erklärt. Ein wenig anders bewertet die Bürgerinitiative (BI) Lüttringen die jüngste Entwicklung: So erklärte Alfred Bieker als einer der Sprecher ebenfalls am Dienstag dass man sich weitere Schritte vorbehalte und sich anwaltlich beraten lassen werde. „Das letzte Wort“, so Alfred Bieker, „ist noch nicht gesprochen.“ 

Indes: Mit der Ablehnung aller präsentierten Alternativ-Standorte für den 36,60 Meter hohen Funkmasten im Außenbereich von Lüttringen durch die Telekom „kommen wir nun nicht mehr weiter“, so Alfred Bieker. Wobei es zum Schluss sogar Gespräche mit dem Eigentümer der von der Telekom favorisierten Fläche am Höinger Weg gegeben habe, um quasi in letzter Minute eine Lösung an einer anderen Stelle präsentieren zu können, wie Alfred Bieker ausführt. Und er merkt an: Mit dem Masten am Höinger Weg werde man die Versorgung in den Straßen Am Hang und Am Nietenberg nicht verbessern.

Dennoch: Als Niederlage will der Sprecher der BI das Ergebnis nicht bewerten. Ganz im Gegenteil: Man habe in der Bürgerversammlung am 23. Januar den klaren Auftrag erhalten, „sich um das Wohl der Lüttringer zu bemühen“ und nach Alternativ-Standorten für einen Sendemasten zu suchen. Eine Bürgerversammlung, die ohnehin erst aufgrund des Protestes der BI gegen den geplanten und von der Politik im November akzeptierten Standort am Höinger Weg einberufen worden war. Dass nun bei der Telekom eine „Entscheidung zu Lasten der Alternativ-Standorte gefallen“ sei, stehe auf einem anderen Blatt. 

Mit Blick auf das Gebäude der Firma Pater als Wunsch-Standort der Telekom führt das Unternehmen im Schreiben vom Montag an die Bürgerinitiative jetzt aus: Selbst wenn der Eigentümer dieser Variante zugestimmt hätte (was er nicht habe), müsste man bedenken, dass dieser Standort nicht für weitere Netzbetreiber aufgrund der Statik der Immobilie in Frage gekommen wäre.Vor diesem Hintergrund stellt man bei der Telekom „kritisch die Frage“, ob ein Mast am Höinger Weg „für Lüttringen nicht die beste und zukunftssicherste Alternative ist“. 

Keine Position bezieht die Bürgerinitiave übrigens zum Angebot der Telekom, über die Bauart des Mastens zu reden. Als Varianten gibt es den bislang beantragten Stahlgittermast oder den Schleuderbeton-Rundmast, der möglicherweise in der Bevölkerung eine höhere Akzeptanz findet. „Da wir am Höinger Weg überhaupt keinen Masten wollen, werden wir zur Bauart keine Empfehlung abgeben“, so Alfred Bieker gestern. Diese Entscheidung lege man vielmehr in die Hände von Bürgermeister Hubert Wegener. Der allerdings winkte gestern ab. Es werde umgesetzt, was im Bauantrag steht. Eine Genehmigung liege aus seiner Sicht aber noch nicht vor. „Ich habe versucht zu helfen. Allerdings ohne Erfolg“, so der Verwaltungschef über seine Bemühungen sich für die BI einzusetzen, die nun aber auch an ihr Ende gekommen seien.

Die Telekom hat vor allem mit zwei Gründen die Ablehnungen der präsentierten Alternativ-Standorte begründet: Zum einen seien die Entfernungen zwischen den von den Bürgern gewünschten Standorten und den zu versorgenden Gebieten in Lüttringen zu groß und die Anlage damit nicht effektiv genug. Zum anderen befänden sich Standorte in einem Landschaftsschutzgebiet. Und dort werden Funkmasten nur dann genehmigt, wenn es keine andere Möglichkeit gibt. Genau die aber liegt mit dem ursprünglich ausgesuchten Platz am Höinger Weg vor.

Quelle: Soester Anzeiger

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