Kinder der Höinger Europaschule schützen die Umwelt 

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Die Schüler, Rektorin Antje Heydecke (hinten links) und Europakoordinatorin Uta Preker freuen sich auf die Europawoche.

Höingen – Sie basteln Kunstwerke aus Müll, säen Blumenwiesen und gestalten Stofftaschen für Supermarktkunden: Die Kinder der Europaschule Höingen setzen sich in der Zeit vom 4. bis 8. Mai intensiv mit den Themen Umweltschutz, Klimawandel, Müllvermeidung und Nachhaltigkeit auseinander.

Grundschule ist seit fünf Jahren Europaschule, in diesem Jahr steht die Rezertifizierung an. Um diesen Namen weiter tragen zu dürfen, muss die Schule bestimmte Kriterien erfüllen. 

Die jährliche Europawoche gehört seit 2015 zum festen Schulprogramm. Möglich sei sie in dieser Form nur dank der finanziellen Unterstützung des Landes, sagt Schulleiterin Antje Heydecke. So ist das Höinger Projekt eines von 96 Projekten, die NRW-Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner für Europa-Engagement auszeichnet. 

Bis zu 2.000 Euro stehen damit zur Verfügung. Dank weiterer 2.000 Euro von der Gemeinde profitieren vom Auftakt der Projektwoche nicht nur die Höinger Kinder, sondern alle Enser Grundschüler.

Denn sie alle sind eingeladen, sich das Kindermusiktheaterstück „In 28 Tagen durch Europa“ anzuschauen. Das neue Europawochen-Projekt knüpfe inhaltlich an vorangegangene Schulprojekte wie etwa die letzte Kampagne „Schule mit Zukunft“ an, erläuterte Heydecke.

In dieser ging es um das Thema Energiesparen. Ziel sei es, die Schüler zu Multiplikatoren zu machen. So sollen die Kinder das Gelernte in ihre Familien tragen, zum Beispiel die Eltern darauf aufmerksam machen, wo sie zuhause Müll vermeiden können. 

Für Uta Preker, Europakoordinatorin an der Europaschule Höingen, geht es darum, die Kinder für Naturschutz-Probleme zu sensibilisieren und ihnen deutlich zu machen: „Wenn wir im Kleinen anfangen, kann das eine große Wirkung für ganz Europa haben.“ Die Kinder werden sich in der Woche unter anderem mit der Bedeutung von Insekten auseinandersetzen, einen Imker einladen und Insektenhotels bauen. Auch Nistkästen für heimische Vögel sollen entstehen und an verschiedenen Stellen im Ort platziert werden, um eine Wirkung über die Schulgemeinschaft hinaus zu erzielen. 

Die Schüler wollen in einem örtlichen Supermarkt einen Ständer mit Stofftaschen aufbauen, die sie vorher selbst gestaltet haben. Die Kunden können die Taschen statt einer Plastiktüte benutzen, sie zum nächsten Einkauf wieder mitbringen und ihre überflüssigen Stoffbeutel wieder an den Ständer hängen und so anderen Kunden zur Verfügung stellen.

Die Grundschüler besuchen das Waldlabor und beschäftigen sich mit europäischen Umweltschutzaktionen. 

Europaschule – das ist für die Höinger Grundschule mehr als nur ein Titel. Das Thema Europa ziehe sich für die Kinder wie ein roter Faden durch die ganze Schulzeit und ende mit dem großen „Europa-Diplom“ am Ende des vierten Schuljahres.

„Die Kinder entwickeln ein besonderes Gespür für Europa. Sie lernen, größer zu denken und dass es da noch mehr gibt als Höingen, Ense und den Kreis Soest“, sagt Uta Preker. Und gerade in diesen Zeiten sei es wichtig, dass die Kinder spüren, welche Bedeutung ein europäischer Zusammenhalt hat. 

Deshalb streben Heydecke und Preker in diesem Jahr auch die Rezertifizierung durch das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen an. Diese ist alle fünf Jahre erforderlich. Dafür muss die Schule verschiedene Kriterien erfüllen. Das Durchführen der Europawoche ist eine dieser Voraussetzungen. Die Schule muss unter anderem Feste mit Europabezug durchführen und sich in allen Jahrgängen inhaltlich im Unterricht mit dem Thema Europa beschäftigen.

Quelle: Soester Anzeiger

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