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Küken schlüpfen im Kindergarten

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Von: Philip Maack

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Die flauschigen Küken haben Lena Seibert (l.) und die Kinder ausgebrütet.
Die flauschigen Küken haben Lena Seibert (l.) und die Kinder ausgebrütet. © Maack

30 kleine Küken tapsen durch den Kindergarten Pusteblume. Hier sind sie geschlüpft. Wie das kommt:

Parsit – Die einen kuscheln sich aneinander, die anderen erforschen schon fleißig die Umgebung. Der Kindergarten Pusteblume in Parsit hat Zuwachs bekommen – und zwar ziemlich flauschigen.

30 frisch geschlüpfte Hühner-Küken haben hier einen eigenen Raum. Unter einer Wärmelampe tapsen sie umher. Erzieherin Lena Seibert hat ihre Kleinsten die ganze Zeit im Blick.

Erzieherin hat das Projekt organisiert: „Es ist so lebensnah“

Sie hat vor drei Wochen alles in die Wege geleitet, damit die Küken in der Kita schlüpfen können.

„Ich versuche immer, spannende Projekte für die Kinder zu machen“, erzählt Seibert. „Und das ist ein schönes Projekt. Es ist so lebensnah.“

Schon im Vorjahr hat sie gemeinsam mit den Kindern Tieren ganz nah in der Entwicklung zugesehen. Da waren es Schmetterlinge.

Nun aber brüteten Seibert und die Kinder eben Küken aus. Natürlich mit professioneller Hilfe. „Ohne hätte ich das auch gar nicht erst gemacht“, stellt die Erzieherin klar.

Ein befreundeter Bauer hat der Kita insgesamt 41 Eier zur Verfügung gestellt. Die Brutmaschine und das andere nötige Equipment, um die kleinen Hühner auszubrüten, gab es obendrauf.

Regelmäßig hat der Bauer vorbeigeschaut und die Eier untersucht. Einige mussten leider aussortiert werden, das sei allerdings ganz normal. In dieser Zeit hat Seibert gemeinsam mit den Kindern einen Schlüpfkalender geführt.

Darauf waren die Aufgaben jedes Tages aufgeführt. Denn auch die noch nicht geschlüpften Küken brauchen schon tägliche Hege.

„Die Luftfeuchtigkeit und Temperatur in der Brutmaschine mussten immer kontrolliert werden“, berichtet Seibert. Nur so sei ein erfolgreiches Ausbrüten überhaupt möglich.

Und dass das gelingt, darauf haben die Kinder in der Pusteblume genauestens geachtet. „Für die Kinder war es schön, die erste Verantwortung zu übernehmen“, sagt Seibert.

„Doch auch wir Erziehrinnen waren Feuer und Flamme. Und die Eltern waren ebenfalls total drin.“

Einsatz rund um die Uhr - auch am Wochenende

Solch ein Projekt, in dem man sich um echte Lebewesen kümmert, endet jedoch nicht, wenn alle Kinder wieder zuhause sind. „Deshalb war ich auch am Wochenende ständig da“, erzählt Seibert.

Sechs zusätzliche Tage habe sie so in der Kita verbracht. Und das teilweise bis spät abends. „Wenn ich solch ein Projekt mache, dann mache ich das auch richtig.“

Nach genau 21 Tagen hat sich die Mühe dann auch gelohnt. Am Sonntagabend gegen kurz nach 23 Uhr ist das erste Küken geschlüpft.

Lena Seibert war natürlich dabei. „Am Montagmorgen waren es dann sogar schon sechs Küken“, erzählt sie.

Für die Kinder, die an diesem Tag wieder in die Pusteblume kamen, war das eine tolle Nachricht. Neugierig haben sie die flauschigen Vögelchen betrachtet.

„Und wir konnten den restlichen Eiern jetzt quasi beim Schlüpfen zusehen“, sagt Seibert. Noch am Montag schafften es 24 weitere Küken ans Tageslicht.

Nach dem Schlüpfen waren die Küken allesamt noch sichtlich erschöpft und ruhten sich erstmal aus, jetzt machen sich die ersten aber schon auf eine kleine Entdeckungstour durch ihren Bereich.

Von den Kinder bleiben sie dabei weitestgehend unbehelligt. „Wichtig ist, den Kindern zu vermitteln, dass das keine Kuscheltiere sind“, merkt Seibert an.

Deshalb haben die Küken ihren eigenen abgetrennten Bereich bekommen. Eine Ruhezone für die frisch Geschlüpften, die die Kinder auch respektieren. „In unserem Morgenkreis reden sie deshalb auch nur noch ganz leise“, sagt die Erzieherin.

Kinder kümmern sich um die Küken

In die Pflegeaufgaben bezieht Seibert die Kinder weiterhin ein. Sie wechseln regelmäßig das Wasser, streuen das Futter aus und erneuern die Unterlage, auf der die Küken umherlaufen.

Lange bleiben werden die meisten der kleinen Hühner allerdings nicht. In den nächsten Tagen wird der Bauer einen Großteil von ihnen abholen und auf seinen Hof bringen.

„Dort haben sie auch vielmehr Platz als hier“, erklärt Seibert. „Fünf Küken bleiben aber noch länger.“ Um die werden sich die Kinder noch weiter kümmern.

Doch irgendwann müssen sie auch von den letzten Fünf Abschied nehmen. Auch das gehört zum Lernprozess des Projektes dazu.

Und wie geht es dann weiter? „Ich überlege noch, was wir im nächsten Jahr machen“, sagt Seibert. Eine Idee hat sie aber noch nicht.

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