Kniebänke in Anna-Kapelle sorgen für Verärgerung  

+
Die Entwürfe zur zukünftigen Fassadengestaltung der Paulus-Kirche beschäftigten die evangelischen Christen in der Gemeindeversammlung am Sonntagmogen in der Paulus-Kirche.

Bremen – Die evangelische Kirchengemeinde wünscht sich einen Zebrastreifen auf der Werler Straße vor ihrem Gotteshaus und sieht Gesprächsbedarf mit der katholischen Kirchengemeinde bezüglich der Innen-Gestaltung der Anna-Kapelle. Etwas weniger konkret noch sind die Vorstellungen, was die zukünftige Fassade der Paulus-Kirche in Bremen angeht.

Dabei hatten sich am Sonntagmorgen 30 Gläubige zur Gemeindeversammlung in der Paulus-Kirche eingefunden. Und nach Informationen zum bevorstehenden Kirchentag in Dortmund, lag ihnen zunächst die „neue“ Anna-Kapelle in Niederense am Herzen. Besonders kritisch zeigte sich hier Jürgen Post. 

So bemängelte er als Vorstandsmitglied im Förderverein des Gotteshauses neben der nach wie vor vorhandenen Unordnung „auf dem „Balkon“ vor allem die fehlende Einbindung des Vereins in die Planungen und deren Umsetzung. Ganz konkret ging ihm die erfolgte Installation der Kniebänke gegen den Strich. „Das ist nicht auf unserem Mist gewachsen“, so Jürgen Post, der mit Blick darauf für den Förderverein ankündigte, nur einen Teil des zugesagten Fördervereins-Zuschusses zur abgeschlossenen Innensanierung der katholischen Kirchengemeinde überweisen zu wollen. Aber auch andere Gemeindemitglieder hielten mit ihrer Kritik nicht hinterm Berg. Zwar müsse man selbstverständlich berücksichtigen, dass die Anna-Kapelle Eigentum der katholischen Kirchengemeinde sei. Dennoch hätte man sich mehr Kommunikation und die Einbeziehung vor allem von Pfarrerin Christine Dinter gewünscht. Die Neuordnung der Sitzplätze etwa führe nun dazu, dass Konfirmationen nicht mehr in der Kapelle stattfinden könnten. Man fühle sich vor vollendete Tatsachen gestellt, so der Tenor der Versammlung. 

Mit Blick auf die weitere Gestaltung des Innenraumes, etwa mit Bildern, sieht man deshalb Gesprächsbedarf. Gespräche führen möchten die evangelischen Christen aber auch mit der politischen Gemeinde. Und dabei soll es um die Anlegung eines Zebrastreifens auf der Werler Straße vor der Paulus-Kirche gehen. Zu gefährlich sei die Querung der Fahrbahn für all die, die ihre Pkw auf dem Parkplatz des Raiffeisenmarktes abstellten. Zumal sich die Verkehrsteilnehmer nicht unbedingt an die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 50 km/h hielten. 

Mit Blick auf die Neugestaltung der Fassade der Paulus-Kirche hatten die Gemeindemitglieder die Gelegenheit, die vorhandenen sechs Entwürfe in Augenschein zu nehmen. Wobei Pfarrerin Christine Dinter nach ersten Gesprächen mit dem Architekten des Kreiskirchenamtes mitteilen konnte, dass keine der Varianten 1:1 umgesetzt werde – weder aus finanzieller noch aus genehmigungstechnischer Sicht. Insofern könne es auch Sinn machen, das Beste aus allen Entwürfen in einem neuen Vorschlag zu bündeln. Wobei sich abzeichnete, dass die Entwürfe „Glockenturm“ und „Fenster zu Gott“ auf die Gemeindemitglieder die größte Anziehungskraft ausüben. Entscheiden, so Pfarrerin Christine Dinter am Sonntag, werde das Presbyterium, werde aber auch der Architekt der Landeskirche gehört. Allerdings stehe man auch nicht unter „unter Zeitdruck“. 

Dringend gesucht werden in der evangelischen Kirchengemeinde nach wie vor zwei neue Presbyter für die vor einiger Zeit freigewordenen Plätze.

Quelle: Soester Anzeiger

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare