Kompromissvorschlag für Kiefernweg-Ausbau

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Vor Ort diskutierte die Verwaltung mit den Anwohnern des Kiefernweges in Niederense über die für diesen Sommer geplante Deckenerneuerung.

NIEDERENSE -  Der Kompromissvorschlag zwischen den Beteiligten liegt auf dem Tisch: Sollte die Verwaltung den Anwohnern des Kiefernweges nach der erfolgten Deckenerneuerung in diesem Sommer die Beitragsbescheide erst im Jahr 2015 oder sogar 2016 statt bereits im Herbst 2014 zustellen und beim Ausbau auf die Schrammborde verzichten sowie nach weiteren Möglichkeiten der Kostenersparnis suchen, dann könnte ein Streit mit den Hauseigentümern vermieden werden.

Denn eines machten diese deutlich: In der bisher vorgesehenen Form widersprechen sie den Planungen. Eine endgültige Entscheidung soll nach weiteren Beratungen der Anwohner bis spätestens Montag fallen.

So jedenfalls sind am Mittwochabend nach einem Ortstermin der Beigeordnete der Gemeinde Ense, Alfred Schmidt, sowie Verwaltungsmitarbeiter Frank Sörries und die Anwohner auseinandergegangen. Dabei hatten sie den beiden bei dem gut 90-minütigen Treffen ihren geballten Unmut unmissverständlich zu verstehen gegeben, sprachen sogar von „modernem Raubritter-Tum“ und der Möglichkeit, sich rechtlichen Beistand zu suchen, um die Sachlage juristisch klären zu lassen.

Denn nicht nur, dass sie in der Deckenerneuerung keine wesentliche Verbesserung der Situation erkennen können und gerne auf sie verzichten würden. Vor allem die fehlende frühzeitige Bürgerinformation treibt die Anwohner auf die Palme. Es könne nicht sein, dass „über die Köpfe der Betroffenen hinweg“ eine solch vor allem finanziell weitreichende Entscheidung getroffen werde, ohne den Hauseigentümern rechtzeitig die Chance einzuräumen, sich äußern zu können, hieß es immer wieder.

Die Gelegenheit dazu wäre spätestens bei den Voruntersuchungen zu Beginn des Jahres gegeben gewesen, hielt man den Verwaltungsvertretern vor. Und zumindest in diesem Punkt gab Alfred Schmidt den Betroffenen uneingeschränkt Recht.

Die Informationspolitik sei „nicht so gelaufen, wie es laufen soll“, ohne dass dies „böse Absicht“ gewesen wäre, und dürfe auch so nicht wieder vorkommen. Indes: Daraus ließe sich aus seiner Sicht kein Verstoß gegen geltende Bestimmungen ableiten, so dass er zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur mitteilen könne: Das durch die Ausschreibung und mittlerweile erfolgte Auftragsvergabe in Gang gesetzte Verfahren ließe sich nicht mehr stoppen. Denn das beauftragte Unternehmen habe nun seinerseits einen Anspruch auf Erfüllung des mit der Gemeinde eingegangenen Vertrages, ansonsten drohe Schadenersatz. Doch weil er den „Verdruss“ der Anwohner, die ein Entgegenkommen der Verwaltung erwarten, nachvollziehen könne, da ihnen ein „kräftiger Schluck aus der Pulle“ bevorstehe, unterbreitete er ein Angebot.

So könne man die für Herbst 2014 fälligen Kostenbescheide auf den Herbst 2015 schieben, zudem in jedem Einzelfall bei der Abrechnung nach verträglichen Lösungen suchen. Und: Ein Verzicht auf die Schrammborde würde die bislang ermittelten Kosten von 5,90 Euro pro Quadratmeter schon um bis zu 45 Cent senken. - det

Quelle: Soester Anzeiger

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