Kreis verteidigt Sperrung der Straße zwischen Günne und Niederense

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Voll gesperrt: Diese Maßgabe gilt für die Kreisstraße 8 zwischen Günne und Niederense seit Februar. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

Günne/Niederense – Bis auf weiteres voll gesperrt: Diese Maßgabe gilt für die Kreisstraße 8 zwischen Günne und Niederense seit Februar. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

Ausgelöst wurde die Sperrung, weil Gesteinsbrocken von dem Steilhang auf die Straße gefallen waren.

Zwischen Niederense und dem westlichen Ortsausgang von Günne hatte der Kreis Soest die K8 daraufhin dicht gemacht. Nach wie vor besteht dem Kreis zufolge die Gefahr von Steinschlag.

Aber viele Fußgänger, Radfahrer oder Motorradfahrer nutzen den Streckenabschnitt trotzdem, berichtet Hans-Werner Neumann aus Niederense, der zudem für die SPD Mitglied des Kreistages ist. Wenn die Straße wegen Steinschlags gesperrt werden müsse, sollte dies auch so erfolgen, dass sich die besagten Verkehrsteilnehmer nicht in Gefahr begeben könnten. 

Zu fragen sei aber auch, ob nicht eine halbseitige Absperrung durch einen stabilen Zaun möglich sei, der im Fall des Falles herabrollende Steinbrocken auffangen könnte. Diese Hinweise habe er vor einiger Zeit gegenüber Thomas Schäckel, dem Leiter der Abteilung Straßenwesen, ausgesprochen, passiert sei aber nichts.

Schäckel bestätigt, dass er vor etwa zwei Wochen mit Neumann gesprochen hat. Es bleibe bei allem Verdruss der Verkehrsteilnehmer jedoch dabei, dass die Sperrung unausweichlich sei. Dies sei die eindeutige Aussage des beauftragten Geologen. Ebenso sei eine halbseitige Sperrung mit Zaun keine Lösung.

Massive Absperrungen aufzustellen, die nicht einfach beiseite geschoben werden können, sei aber auch nicht möglich, weil die Zufahrt für Notfälle verfügbar bleiben müsse. Wenn Verkehrsteilnehmer die Barrieren, die vom Kreisbauhof nahezu täglich kontrolliert würden, beiseite schieben und die Straße benutzen, dann geschehe dies auf deren eigene Verantwortung.

Kritik übt Neumann jedoch auch daran, dass erst ein teures Gutachten bezüglich möglicher Sicherungen erstellt werde, statt die seit langem bewährten Sicherungen durch ein stabiles Netz einzusetzen. Doch auch dies weist Schäckel zurück.

Zum einen gebe es Stahlnetze in unterschiedlichen Stärken – welche Beschaffenheit erforderlich ist, müsse in der Ausschreibung genau beschrieben werden. Und um die Ausschreibung wiederum komme der Kreis wegen der Vergaberichtlinien nicht herum. Immerhin geht es in kleinen Schritten voran. 

Mit dem geologischen Gutachten dürfte Schäckel zufolge in zwei oder drei Wochen klar sein, was genau für die Sicherung des bröckelnden Felsenhangs getan werden muss. Danach kann ausgeschrieben werden. Das dauert allerdings wieder seine Zeit, wohl frühestens im September könnten die Arbeiten zur Sicherung des Hanges beginnen. Schäckel: „Dass das für die Bürger total nervig ist, verstehe ich, ich muss aber um Verständnis bitten.“ 

Die Anregung Neumanns, durchreisende Radfahrer zum Beispiel in Niederense frühzeitig auf eine alternative Route zu leiten, will Schäckel noch einmal prüfen. Denkbar ist vielleicht eine Strecke, die in Niederense an der Kreuzung Am Riesenberg/Sonneborn beginnt, und die über den Weltenberg nach Günne führt. Eine weitere Änderung ergibt sich von Günne aus. Um Anglern die Zufahrt zur dem Gewässer Obergraben zu erhalten, ist in Günne nur eine halbseitige Absperrung und eine Zufahrt für Anlieger vorgesehen.

Die Vollsperrung Richtung Niederense kommt erst im Bereich Obergraben.

Quelle: Soester Anzeiger

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