Land fördert Chronik der Schützen in Hünningen-Lüttringen

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2 000 Euro ist der Heimat-Scheck wert, den Heinrich Frieling den Brudermeistern Ralf Droste und Alfons Schumacher (von rechts) überreichte.

Hünningen – Der Auftakt ist gelungen. Und gleich mit einer Überraschung startete die Bruderschaft in Hünningen-Lüttringen bei ihrem traditionellen Bergfest am Samstagnachmittag mit vielen Gästen – ehemaligen Königspaaren und Vorstandsmitgliedern – in ihr Jubiläumsjahr „100 Jahre Hubertus-Schützen“.

Anwesend war dabei auch der Enser Landtagsabgeordnete Heinrich Frieling aus Sieveringen. Er überreichte den Schützen den beantragten und bewilligten „Heimat-Scheck des Landes NRW“.

Doch nicht nur das: „Die Hubertus-Schützenbruderschaft hat mir die Aufgabe angetragen, das Jubiläumsjahr als Schirmherr zu begleiten. Da ich seit einem Jahr selbst Mitglied der Bruderschaft bin und seit 15 Jahren kaum ein Schützenfest hier verpasst habe, stellt sich somit eine gute Voraussetzung für diese Aufgabe“, so Heinrich Frieling. Die mit dem Heimat-Scheck verbundenen 2 000 Euro setzt die Bruderschaft zur Erstellung einer Chronik ein, die die Vereinsgeschichte mit der Dorfgeschichte Hünningen-Lüttringen verbinden soll. „Alles zusammen zu tragen, ist viel Arbeit. Und wenn diese getan ist, kommen die Kosten. Und für diesen Zweck ist das Geld gedacht“, erläuterte der Politiker. 

Den Nachmittag eröffnete der Musikverein Voßwinkel mit dem „Kurfürsten Reitermarsch“, ehe Brudermeister Ralf Droste das Wort ergriff. „Unsere Einladung für den heutigen Tag an euch alle haben wir mit dem ersten Satz unserer Chronik begonnen: „Spontane jugendliche Entschlossenheit war es, die den Hünninger Schützenverein im Jahr 1920 ins Leben rief. Denn genau eine Viertelstunde dauerte am 14. November 1920 die Gründungsversammlung, in der der Junggesellenverein Unter uns Hünningen den Beschluss fasste, den neuen Verein zu gründen.“ Im Jahr 2020 blicke man also auf 100 Jahre dieses Schützenvereins, der später zur Bruderschaft wurde, zurück. Und wie sich das für einen solchen Geburtstag gehöre, „wollen wir dieses Jubiläum natürlich gebührend feiern.“

Als man vor über einem Jahr mit den konkreten Planungen für das Jubiläumsjahr begonnen habe, sei schnell klar gewesen, „dass wir das Fest-Jahr mit den Menschen eröffnen möchten, die sich in den vergangenen Jahrzehnten für unsere Bruderschaft engagiert haben: den ehemaligen Regenten sowie den ehemaligen Vorstandsmitgliedern, also mit euch“, so Ralf Droste weiter. In den vergangenen bald 100 Jahren hätten die Schützenbruderschaft die Orte Hünningen und Lüttringen mitgeprägt. „Doch wenn ich gerade gesagt habe, dass die Schützenbruderschaft unsere Heimatorte mitgeprägt hat, ist das eigentlich nicht ganz korrekt. Die Schützenbruderschaft ist nur der Mantel, unter dem das alles passiert. Entscheidend sind die Menschen, die das prägende und lebendige Tun der Schützenbruderschaft ermöglicht haben und ermöglichen.“

Auch Präses Pastor Carsten Scheunemann richtete einige Worte an die Anwesenden. „Wie kann man ein hohes Alter erreichen? Das bedeutet: Ziele zu setzen, interessiert zu sein und Neuem aufgeschlossen. Wenn wir in diesem Jahr auf 100 Jahre Bruderschaft blicken dürfen, dann doch in erster Linie mit einem großen Dank all denjenigen gegenüber, die sich schon in den Jahren vor uns in ihrem Leben für die Worte Glaube, Sitte, Heimat eingesetzt haben.“ Solange man mit Augen, Mund und Ohren neugierig sei, trotze man dem Alter. „Bleiben wir mit der Bruderschaft auch in den nächsten Jahren neugierig. Auf das uns weitere Jahre geschenkt werden, in denen die Schützenbruderschaft das Leben des Dorfes durch ihr Tun bereichert. Gebe Gott dazu seinen Segen.“

Nach diesem offiziellen Auftakt des Jubiläumsjahres, versammelten sich am frühen Abend zahlreiche Bewerber um den Titel des Winterkönigs in der Trinkhalle der Schützenhalle Hünningen-Lüttringen. Viele Männer, aber auch zahlreiche Frauen versuchten, dem hölzernen Schneemann die einzelnen Hölzer abzuwerfen. Nach über einer Stunde und insgesamt 287 Würfen fiel die letzte Holzleiste zu Boden. Und mit Vorstandsmitglied Ralf Brauckmann stand der neue Titelträger fest. Zu den ersten Gratulanten gehörte neben den beiden Brudermeistern Ralf Droste und Alfons Schumacher auch der letztjährige Winterkönig Philipp Cirkel.

Auf der abendlichen Veranstaltung mit Musik und Tanz, Cocktails und Imbiss platzte die Schützenhalle Hünningen/Lüttringen fast aus allen Nähten. Zahlreiche Jugendliche und junge Erwachsene aus Nah und Fern feierten bis in den nächsten Tag.

Quelle: Soester Anzeiger

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