Waltringer Schützen feiern zuhause unter freiem Himmel

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Traditionell legten die Schützen zum Gedenken an die Verstorbenen einen Kranz nieder. 

Waltringen – Die Marien-Schützenbruderschaft in Waltringen feierte am traditionellen Fest-Termin mit zahlreichen Schützen und weiteren Waltringer Bürgern eine Freiluft-Schützenmesse auf dem Vorplatz ihrer Schützenhalle. Präses Pastor Carsten Scheunemann wies in seiner Predigt auf die traditionelle Verbindung von Kirche und Schützen – Glaube, Sitte, Heimat – hin und freute sich über die Teilnahme von rund 150 Gläubigen am Gottesdienst. 

Auch Brudermeister Guido Stahlberg sprach im Anschluss an die Messe einige Dankesworte. „Ich möchte mich bei Präses Pastor Carsten Scheunemann für die Gestaltung der Messe bedanken. Unser Motto für dieses Wochenende lautet ja ‘Wir feiern zuhause’. Wenn man es so sieht, dann haben wir diese Messe auch „Zuhause“ gefeiert, denn die Schützenhalle und der Schützenplatz ist das Zuhause der Schützen. Zudem möchte ich mich bei der musikalischen Gestaltung und dem Kapellenteam für die Vorbereitung und Mitgestaltung bedanken. Ich danke dem Vorstand, der Avantgarde und den Jungschützen, dass trotz der schwierigen Zeit, alle das Beste daraus machen.“

 Dank galt auch dem Königspaar, Uwe und Steffi Schäfer, sowie Kaiser Sascha Steiner, die „in die Verlängerung“ gehen. 

Im Anschluss an die Messe auf dem Dorfplatz zogen die beiden Brudermeister, Guido Stahlberg und Harald Knieper, mit einer kleinen Abordnung der Bruderschafts-Fahnen zum Ehrenmal, um dort im Gedenken an die verstorbenen und gefallenen Schützen und Mitbürger einen Kranz niederzulegen. Ausnahmsweise hatte Guido Stahlberg nur um eine kleine begleitende Gruppe zu dieser Ehrung gebeten, so wie er es wegen der Corona-Verbote mit der Gemeinde Ense abgesprochen hatte. Daher hielt der Brudermeister seine Ansprache dann auch gleich auf dem Schützenplatz. 

Er erinnerte an die Zeit kurz vor dem Ende des zweiten Weltkriegs am Abend des 20. April 1945 als amerikanische Truppen das Artillerie-Feuer auf Waltringen eröffneten – mehr als zehn Häuser wurden in Brand gesetzt. Das Ende des Krieges sei in Deutschland dann keine Niederlage sondern eine Befreiung gewesen. „Man gab uns die Chance dieses Land wieder in eine demokratische Richtung zu lenken. Wir stehen heute nach 75 Jahren vor der Herausforderung, dieses schwere Erbe anzunehmen. Nur das Wachhalten der Erinnerungen verhindert, dass sich Geschichte wiederholt“, sagte er. 

Die Jungschützen backten Waffeln im Akkord. 


Was sonst eine nette Nebensache ist, der Kaffeeplausch“, wurde in Zeiten der Corona-Pandemie zur tragenden Säule des Schützenfests, das ja eigentlich keines war. „Unterstützung fängt bei der Waffel an“, demonstrierten die Jungschützen am Sonntag Solidarität. Unter Einhaltung der Hygieneregeln leisteten die 15 Mitglieder Akkordarbeit, um 450 Waffeln auf Vorbestellungen zu backen und mit Fahrrad und Auto nach Straßen sortiert auszuliefern. Weiterer Programmpunkt am Sonntag: Der Vorstand gratulierte den Jubelpaaren. 

Quelle: Soester Anzeiger

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