Mietvertrag für Anna-Kapelle in Niederense verlängert

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Die St.-Anna-Kapelle wurde vor drei Jahren außen grundlegend saniert. Die Innensanierung soll noch erfolgen. Der Mietvertrag zwischen der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde wurde nun verlängert.

NIEDERENSE -  Die Tinte ist trocken, der Vorgang „unter Dach und Fach“, wie es Pastor Carsten Scheunemann formuliert.

Denn zwischen der katholischen Kirchengemeinde St. Lambertus Bremen als Vermieterin und Eigentümerin der St. -Anna-Kapelle Niederense und der evangelischen Kirchengemeinde Ense als deren Mieterin ist der bereits seit 1977 mit der Niederenser Kirchengemeinde St. Bernhard bestehende Mietvertrag über das kleine Gotteshaus nach intensiven Verhandlungen in Teilen neu gefasst und zunächst bis zum 30. Juni 2016 verlängert worden.

Das hat Pastor Carsten Scheunemann jetzt im Gespräch mit dem Anzeiger bestätigt. Das Mietverhältnis verlängert sich dabei über den Termin hinaus um jeweils drei Jahre, wenn es zuvor nicht von einem der beiden Vertragsparteien mit einer Frist von sechs Monaten gekündigt wird. Die schon bisher geltende symbolische Miete von einem Euro pro Jahr bleibt bestehen und wird jeweils am 15. April eines Jahres fällig.

Allerdings sind die Bewirtschaftungskosten für Strom, Gas, Wasser und Abwasser von der Mieterin zu zahlen. Darüber hinaus ist die evangelische Kirchengemeinde als Mieterin für die Verkehrssicherungs-, Kehr- und Räumpflicht verantwortlich.

Die katholische Kirchengemeinde hat das Recht, jeweils am St.-Anna-Fest einen Gottesdienst und auch sonst Gottesdienste und ähnliches in der Kapelle zu feiern, sofern und soweit die Nutzung durch die evangelische Kirchengemeinde dadurch nicht beeinträchtigt wird. Dazu ist das Einvernehmen durch die Geistlichen beider Konfessionen herzustellen. Dafür beteiligt sich die katholische Kirchengemeinde an den Bewirtschaftungskosten Strom, Gas und Winterdienst mit 40 Prozent. Basis für diese Aufteilung ist die aktuelle Nutzungsverteilung.

Für die Gebäudeunterhaltung und Instandhaltung möchten die Vertragsparteien ausschließlich finanzielle Mittel vom bestehenden Förderverein St.-Anna-Kapelle oder aus Quellen Dritter verwenden. In dem Vertrag heißt es dazu, dass deshalb auch das Risiko bestehen könnte, die Nutzung wegen baulicher Mängel vorübergehen auszuschließen. Dabei trat Pastor Scheunemann im Gespräch mit dem Anzeiger der Einschätzung entgegen, als wolle man man sich galant zu Lasten Dritter aus der Verantwortung für das kleine Gotteshaus stehen.

Vielmehr gelte es zu berücksichtigen, dass weder die katholische noch die evangelische Kirchengemeinde über ausreichend finanzielle Mittel verfügten, um im Bedarfsfall – etwa einer aufwändigen Dachreparatur – tätig werden zu können. Und auch vom Generalvikariat in Paderborn könne man hier im Zweifelsfall keine Zuwendungen erwarten. Auch eine Gebäudeversicherung durch den Vermieter besteht nicht. -  det

Quelle: Soester Anzeiger

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