Lösung in Sicht

Nach eineinhalb Jahren im Kreis Soest: Zirkus kämpft für neuen Stellplatz

Zum dritten Mal hat die Zirkusfamilie Köllner mittlerweile ihr Zelt in Bremen aufgebaut. Nach den vier geplanten Vorstellungen bis Sonntag könnte der Zirkus nach eineinhalb Jahren weiterziehen – ein neuer Stellplatz ist in Sicht.
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Zum dritten Mal hat die Zirkusfamilie Köllner mittlerweile ihr Zelt in Bremen aufgebaut. Nach den vier geplanten Vorstellungen bis Sonntag könnte der Zirkus nach eineinhalb Jahren weiterziehen – ein neuer Stellplatz ist in Sicht.

Ist endlich Licht am Ende des Tunnels für die Zirkusfamilie Köllner? Die Hoffnung bei Zirkus-Direktor Williams Köllner ist groß, denn endlich ist ein neuer Stellplatz für den Zirkus Manjana in Sicht.

Bremen - Der Zirkus ist Corona-bedingt seit eineinhalb Jahren in Bremen gestrandet. Doch noch gibt es Probleme, die Werbererlaubnis fehlt noch. Und die ist unbedingt notwendig, wenn der Zirkus nicht in einem leeren Zelt auftreten will, so Köllner.

„Wir haben von einem Landwirt in Hüsten die Zusage für einen Stellplatz“, freut sich der Zirkus-Direktor. Die Platz-Gebühren habe man auch schon überwiesen. Anschließend habe man bei der Stadt Arnsberg die Genehmigung einholen wollen, um Plakate aufhängen zu dürfen.

Zirkus seit eineinhalb Jahren gestrandet: Stadt will Standort zunächst prüfen

„Ohne Werbung geht es nun mal nicht“, sagt Williams Köllner. Die Genehmigung wurde der Zirkusfamilie aber nicht sofort erteilt.

„Der Zirkus hat sich bei uns gemeldet“, erklärt Elmar Kettler, Pressesprecher der Stadt Arnsberg, „aber es haben wesentliche Daten gefehlt, um unser Okay geben zu können.“ Auch der Standort müsse zunächst geprüft werden. Handelt es sich um ein Naturschutzgebiet oder besteht Hochwasser-Gefahr, gibt es einen Wasseranschluss, berichtet Kettler von einigen offenen Fragen. „Wir müssen die Möglichkeit haben, das zu prüfen.“

Für die Zirkusfamilie war die ausbleibende Genehmigung der nächste Rückschlag nach einer langen und erfolglosen Stellplatz-Suche. „Niemand will uns haben“, sagt ein verzweifelter Williams Köllner. Da es ein großer finanzieller Aufwand sei, einen Zirkus von einen in den nächsten Ort zu bewegen, habe man sich bei der Suche auf die nähere Umgebung beschränkt. Aber es habe eine Absage nach der anderen gehagelt – unter anderem aus Soest, Arnsberg und Menden.

Bei der Suche nach einem neuen Stellplatz hatte Williams Köllner zunächst auf einen kostengünstigen öffentlichen Festplatz oder eine Grünfläche gehofft – wie in Bremen. Daraus sei aber nichts geworden, berichtet er.

Erst bei einem Landwirt in Hüsten wurde der Zirkus-Direktor anschließend fündig. Da ein privater Stellplatz aber deutlich teurer ist, macht sich Williams Köllner bereits Gedanken über den nächsten Winter. Denn die vergangenen Monate ohne Einnahmen lassen es nicht zu, dass die Zirkusfamilie auf einem privaten Stellplatz überwintert.

„Läuft es optimal, dann können wir vielleicht noch an drei oder vier Standorten Vorstellungen geben, bevor wir unser Winterquartier aufschlagen müssen“, rechnet Köllner vor. Andernfalls könne es sein, dass der Zirkus zwar andernorts Vorstellungen gibt, die Wiese gegenüber der Conrad-von-Ense-Schule aber weiter der Heimathafen der Zirkusfamilie bleibt. „Für uns kleine Zirkusse ist es schwer“, sagt Köllner, auch schon vor der Corona-Pandemie sei die Suche nach öffentlichen Plätzen nicht einfach gewesen.

Zirkus seit eineinhalb Jahren gestrandet: Zirkus braucht Zeit zum Werben

Ein weiteres Gespräch mit dem Ordnungsamt in Arnsberg am Mittwochnachmittag hat die Zirkusfamilie immerhin zuversichtlicher gestimmt. Jetzt habe man mehr Hoffnung, dass es mit dem Stellplatz in Hüsten dochnoch etwas werden kann, berichtet Williams Köllner.

Doch die Zeit läuft. „In Ense haben wir anfangs 40 000 Flyer verteilt, um unsere Vorstellungen anzukündigen, in Arnsberg müssen es bestimmt 200 000 sein“, so der Zirkus-Direktor. Doch an Einsatz mangele es nach der langen Zeit ohne Vorstellungen im Zirkuszelt nicht. Dass dem so ist, davon überzeugen sich auch die Enser, hofft Köllner auf ein volles Zelt bei den voraussichtlich letzten Vorstellungen in der Gemeinde.

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