Heimat-Serie

Oberense schafft sich zum Jubiläum etwas Unverwechselbares

+
Stolz sind Christian Aßhoff, Christian Schlösser, Designerin Simone Cordes und Werls Stadtarchivar Michael Jolk (von links) über die Eintragung des Orts-Wappens in die Deutsche Ortswappenrolle, die am 2. April erfolgte.

Oberense - Global denken, lokal handeln. Für die Oberenser jedenfalls war die Idee, sich anlässlich der 750-Jahr-Feier ihres Ortsteils etwas Besonderes, Unverwechselbares ja Einzigartiges einfallen zu lassen, kein Rückfall in alte Zeiten.

„Wir wollen damit vor allem jenen danken, die den Ort geprägt und ihn entwickelt haben, die uns Werte vermittelt haben, die noch heute unser Bewusstsein prägen und Richtschnur sein sollen.“

So bringen Christian Schlösser und Christian Aßhoff auf den Punkt, womit sie sich federführend für die verschiedenen Gruppierungen im Dorf und unter fachkundiger Hilfe von Designerin Simone Cordes und Werls Stadtarchivar Michael Jolk seit nunmehr gut einem halben Jahr befasst haben: der Erstellung eines Ortswappens für Oberense. Und das Ergebnis präsentierte das Quartett jetzt erstmalig dem Anzeiger. 

„Denen danken die den Ort prägten“

Wobei Christian Aßhoff nicht zuletzt in Holtum auf ein solches ortsbildprägendes Wappen aufmerksam geworden war. Und weil Ende des vergangenen Jahres erste Ideen gesucht wurden, wie das 750-jährige Bestehen Oberenses angemessen gewürdigt werden könnte, war die Entscheidung nach ein paar Gesprächen – nicht zuletzt mit Christian Schlösser – rasch gefallen: ein Ortswappen sollte her. Doch so einfach ließ sich das Vorhaben nicht in die Tat umsetzen, wie Christian Aßhoff und Christian Schlösser nach einigen Treffen mit Stadtarchivar Michael Jolk schnell erfuhren. 

So ist nämlich nicht nur exakt festgelegt, was ein Wappen zeigen darf. Die Heraldik, die Wappenkunde, verwendet im Wesentlichen nur vier sogenannte Farben (Rot, Schwarz, Blau, Grün) sowie zwei sogenannte Metalle (Silber und Gold). Für die Kombination von Farben und Metallen in einem Wappen gelten bestimmte Regeln. 

Und so entschied man sich am Ende für einen Wappen-Entwurf von Michael Jolk, der eine in Silber (Weiß) über einem roten Dreiberg – belegt mit einem silbernen (weißen) Pferdekopf – schwebend eine aufrechte, durch eine rote Schnur zusammengehaltene schwarze Pferdepramme zeigt. Die Reinzeichnung des Entwurfs fertigte Designerin Simone Cordes. Der silbern/weiße Pferdekopf ist dem Wappen des Herzogtums Westfalen entnommen und stellt das westfälische Pferd dar. Jahrhundertelang gehörte Oberense zu diesem Herzogtum und das Symbol dient auch zur Unterscheidung zum Ort Ober-Ense bei Korbach im nordhessischen Landkreises Waldeck-Frankenberg. 

Lesen Sie auch: Von Aserbaidschan nach Ense

Eingeschaltet werden musste aber auch der Herold in Berlin, ein gemeinnütziger, wissenschaftlicher Verein, der die Deutsche Wappenrolle führt. In ihr werden auf Antrag und nach heraldischer, genealogischer und juristischer Prüfung die Wappen registriert. Das hat die Wirkung, dass eine missbräuchliche Nutzung untersagt ist, ähnlich eines Markenschutzes. 

Für die Eintragung des Wappens in die Deutsche Ortswappenrolle, die am 2. April erfolgte, war ein Ratsbeschluss zwar nicht zwingend erforderlich, da es sich nicht um ein Hoheitszeichen handelt. Dennoch segnete die Politik das Vorhaben einstimmig ab. 

Zeichen der Identifikation

Vereine, Verbände und Firmen in Oberense können das Ortswappen demnächst als ein wichtiges Zeichen regionaler Identifikation und örtlicher Selbstdarstellung nutzen. Durch den Eintrag in die Wappenrolle ist das Wappen geschützt und kein anderer Ort darf sich des Schildinhalts in dieser Form bedienen. 

Doch nicht nur das: Wiederfinden soll sich das Ortswappen auch auf jenem Stein mit der Inschrift „750 Jahre Oberense“ , der anlässlich des Jubiläums an der Bremer Straße auf dem Kapellenplatz aufgestellt werden soll.

Programm für die 750-Jahr-Feier steht

Das Programm zur offiziellen 750-Jahrfeier an der Kapelle in Oberense am 18. August umfasst unter anderem folgende Programmpunkte: Messe mit der Bilmer Tonart in Oberense um 10 Uhr, Platzkonzert mit dem Senioren-Orchester Soest, verschiedene Angebote für Kinder, Besuch der Franzosen aus Eleu, Oldtimer-Treffen, Zauberei mit Max Sauer und Johannes Langschmidt, Ansprache von Bürgermeister Hubert Wegener, Vortrag über das Enser Adelsgeschlecht und die Aufführung einer mittelalterlichen Gruppe.

Wiederfinden wird sich das Wappen auch auf jenem Stein mit der Inschrift „750 Jahre Oberense“ , der an der Bremer Straße auf dem Kapellenplatz aufgestellt werden soll.

Quelle: Soester Anzeiger

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare