Politik unterstreicht Notwendigkeit für Kreisel

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Die Verkehrssituation an der Einmündung zum Höinger Industriegebiet hält Bürgermeister Hubert Wegener zu Stoßzeiten durchaus für kritisch. Für SPD-Ratsherr Willi Lakenbrink fehlt dagegen jeder Nachweis, dass der Kreisel erforderlich ist.

Höingen - Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Diesem Motto folgend, hat die Politik jetzt die Weichen für den Bau eines Kreisverkehrs an der Einfahrt zum Höinger Industriegebiet gestellt.

Denn auch wenn Bürgermeister Hubert Wegener für seinen Vorstoß, die Maßnahme angesichts der finanziellen Enpässe erst in 2017 in Angriff nehmen zu wollen, offenkundig keinen Gegenwind fürchten muss, so ist unmissverständlich die Notwendigkeit eines solchen Bauwerks unterstrichen worden.

Denn bei lediglich zwei Gegenstimmen hat der Planungs- und Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit für die Schaffung der planerischen Voraussetzung für einen Kreisverkehr an der Einmündung zum Höinger Industriegebiet geschaffen. Und dazu gehört die Aufstellung eines Bebauungsplanes im beschleunigten Verfahren ohne Durchführung einer Umweltprüfung. Dabei ist die Front der Kritiker aber gewachsen.

Denn während das Nein zu einem Kreisel seitens der Bürgergemeinschaft angesichts der aus ihrer Sicht zu hohen Kosten die logische Konsequenz bereits vorhandener Beschlüsse war, kam die Ablehnung durch den SPD-Ratsherrn Willi Lakenbrink eher unerwartet. Dabei begründete er sein Abstimmungsverhalten mit grundsätzlichen Erwägungen.

So fehle ihm bislang „jeder Nachweis, dass der Kreisel erforderlich ist“, führte der Genosse aus. Und mit Blick nach Niederense ließ er wissen, dass der Kreisverkehr in Höhe des Feuerwehrgerätehauses die Lärm-Situation durch das Abbremsen und wieder Gas geben dort nur verschärft habe. Zudem verwies auch er auf die hohen Kosten.

Doch gerade die ebenfalls von der BG ins Feld geführten Bedenken bezüglich der Ausgaben mochte vor allem CDU-Ratsherr Thomas Stock nicht unkommentiert lassen. So verwies er darauf, dass der Industriepark mit seinen zahlreichen Betrieben und den damit fälligen Gewerbesteuern „einen Baustein“ des Erfolgs der Gemeinde Ense darstelle. Von daher sei man angehalten, die Voraussetzungen schaffen, dass dies auch so bleibe. Und dies war zweifellos als Ausdruck des politischen Willens zu verstehen, trotz einer von Bürgermeister Hubert Wegener vorgeschlagenen Verschiebung der Maßnahme um ein Jahr grundsätzlich an dem Kreisel festzuhalten. Die Behauptung von Willi Lakenbrink, dass das Verkehrsaufkommen an dieser Stelle keinen Kreisverkehr rechtfertige, mochte Thomas Stock überhaupt nicht nachvollziehen. Vielmehr empfahl er dem Genossen, sich einmal zu Stoßzeiten vor Ort umzuschauen „und nicht nur sonntags“.

Wobei auch Bürgermeister Hubert Wegener in der Sitzung das Wort ergriff. Und mit Verweis auf die von der BG monierten Kosten ließ er wissen, dass sie niedriger als die ins Spiel gebrachten 700 000 Euro seien. Zudem hält auch der Verwaltungschef die verkehrliche Situation für kritisch. BG-Fraktionschef Andreas Vetter hatte sich bei seiner Wortmeldung auf Aussagen im Bau- und Verkehrsausschuss bezogen, in dem im Frühjahr von Ausgaben von rund 600 000 Euro gesprochen worden war. Und angesichts der finanziellen Situation der Gemeinde Ense mit einem erwarteten Defizit von rund 7 Millionen Euro im nächsten Jahr sehe er eine Realisierung des Kreisels in den nächsten Jahren nicht, so Andreas Vetter.

Quelle: Soester Anzeiger

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