Politik will Kreisverkehr in Niederense 

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Von „Asphalt-Wüsten“ sprach der Planer mit Blick auf den Kreuzungsbereich auf der Bahnhofstraße.

Bremen/Niederense – Einstimmig hat der Bau- und Verkehrsausschuss der Planung für einen Kreisverkehr auf der Bahnhofstraße in Niederense zugestimmt. Zudem wurde die Verwaltung beauftragt, das Einverständnis aller Baulastträger dafür einzuholen und die finanziellen Beteiligungen zu prüfen. Aussagen über Kosten für die Umsetzung des Vorhabens gab es allerdings nicht.

Dabei zeigte sich am Donnerstagabend lediglich BG-Ausschussmitglied Horst-Peter Robbert ein wenig skeptisch: Zwar sei die durch das Fachbüro vorgelegte Planung „sehr gut“. Aber: „Muss es überhaupt ein Kreisverkehr sein? Ist das Verkehrsaufkommen auf der Bahnhofstraße dafür nicht zu gering?“ wollte das Ratsmitglied wissen. Zumal das Vorhaben „nicht einfach und nicht billig“, der Bereich laut Aussage der Polizei kein Unfall-Schwerpunkt sei. 

Indes: Mit diesen Bedenken stand der BG-Vertreter alleine da. Vielmehr fand die vorgestellte Entwurfs-Planung große Anerkennung.

Wobei Volker Finger vom gleichnamigen Planungsbüro auch verdeutlichte, mit welchen Zielen man an die Entwicklung eines Konzeptes für die Verbesserung des Verkehrsflusses auf der Bahnhofstraße herangegangen sei: So sei es einen um die Optimierung der Verkehrsqualität, der Erkennbarkeit, der Fußgängerführung und der Radverkehrsbelange gegangen. Zum anderen spielten die Entsiegelung von Flächen, die Beibehaltung der Belange des Öffentlichen Personennahverkehrs und des vorhandenen Parkraums sowie eine städtebauliche Aufwertung eine große Rolle. 

Und unter Abwägung aller dieser Vorgaben sei man schließlich zu der Erkenntnis gelangt, dass ein fünfarmiger Kreisverkehr vor dem Edeka-Markt die sinnvollste Lösung sei. Allein die versiegelte Fläche von aktuell 5.200 Quadratmetern bei einem Planbereich von 6.200 Quadratmetern könne um 1.000 Quadratmeter reduziert werden. In diesem Zusammenhang sprach der Planer Volker Finger von „Asphalt-Wüsten“. 

Beibehalten bleiben soll dabei der Bypass von der L 745 in die Straße Am Riesenberg für Busse sowie Last- und Sattelzüge. Für Pkw solle diese Verbindung aber gesperrt werden. Damit werde eine Geschwindigkeits-Reduzierung am ehesten erreicht. Fußgänger-Überwege sieht der Plan nur im Bereich der Ein- und Ausfahrt beim Gasthaus Himmelpforten in Richtung Edeka-Markt vor. An allen übrigen Kreisel-Armen seien weitestgehend keine Fußgänger unterwegs, so der Planer.

Eine Sicht der Dinge, der sich nicht alle Ausschuss-Mitglieder anschließen mochten. So regte Wilfried Pater (SPD) an, auch die übrigen Übergänge mit Zebrastreifen oder anderen Querungshilfen zu versehen, um sich mit Blick auf die Zukunft „nichts zu verbauen“. 

CDU-Ratsherr Armin Müller wollte wissen, ob ein Zebrastreifen in Höhe der Straße Am Bahndamm nicht mehr Sinn mache. Beide Anregungen will man in die Fortschreibung der Planung aufnehmen, so die Zusage der Verwaltung.

Alles in allem stieß der präsentierte Entwurf jedoch auf große Zustimmung. „Dies ist eine gute Lösung“, mit der man auf dem richtigen Weg“ sei, so Klaus Osterhaus (CDU). Er dankte den Parteifreunden Heinrich Frieling und Ulrich Häken, die sich für die Sache stark gemacht hätten und deren man Hilfe man auch bei der anstehenden Finanzierung benötige, damit die Kosten nicht vollständig an der Gemeinde hängen blieben.

 „Toll“ fand SPD-Fraktionschef Michael Heierhoff den Entwurf. Der Kreisel entschärfe einen Gefahrenpunkt. 

Zustimmung auch bei Grünen-Fraktionschefin Dr. Stefani Konstanti. Der Kreisverkehr an dieser Stelle sei „eine gute Sache“, um „Leben zu schützen“ und „den Verkehr zu bremsen“.

Quelle: Soester Anzeiger

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