Rolle rückwärts in Lüttringen

Funkmast-Gegner verzichten auf Klage

+
Die Lüttringer Bürgerinitiative will nach wie vor gegen den Funkmast am Höinger Weg vorgehen – jedoch ohne zu klagen.

Ense-Lüttringen – Rolle rückwärts bei der Bürgerinitiative Lüttringen. Sie wird nun doch nicht gegen die vom Kreis Soest erteilte Baugenehmigung für die Errichtung eines Funkmasts am Höinger Weg klagen.

Das hat Alfred Bieker, einer der Sprecher der Initiative, auf Anzeiger-Nachfrage erklärt. Dennoch wolle man im Bemühen, gegen die Anlage an dieser Stelle vorzugehen, nicht nachlassen. Was das konkret bedeutet, wollte Alfred Bieker (noch) nicht erläutern. Vielmehr verweist er auf einen am Wochenende erscheinenden Flyer. 

Noch Mitte Mai hatte Bieker mitgeteilt, dass man intensiv über die Entwicklung beraten habe und am Ende zu dieser Entscheidung gekommen sei, nicht zu klagen. „Wir haben den Auftrag von vielen Lüttringern, etwas gegen den Bau des Funkmasts zu tun“, so Bieker damals. Dieser Erwartung wolle man weiter Rechnung tragen. Und das ende nicht mit der jetzt erteilten Baugenehmigung für das Vorhaben, sondern bilde nur einen weiteren Schritt. 

Widerstand bleibt

Mit dem Bescheid aus dem Kreishaus habe man nun etwas in der Hand, gegen das die Bürgerinitiative konkret vorgehen könne. Denn nicht nur für ihn sei klar: „Wir werden in unserem Widerstand nicht auf halbem Weg stehen bleiben.“ Die Bürgerinitiative wollte einem Fachanwalt die Unterlagen zur Verfügung stellen, um die Klageschrift zu verfassen. 

Nun klingt all das ein wenig anders: So führte Alfred Bieker jetzt aus, dass man angesichts der Beschränkungen durch die Corona-Pandemie weder eine Bürgerversammlung habe abhalten, noch Haustür-Gespräche mit den Lüttringern führen können. Insofern habe man den 5. Juni verstreichen lassen, ohne Widerspruch gegen die Baugenehmigung einzureichen. Mit diesem Tag aber endet die Widerspruchsfrist gegen den Bescheid. Dieses Vorgehen habe man auch mit dem Fachanwalt beraten. 

BI hält am Ziel fest

Dennoch will man weiter für das erklärte Ziel, den Funkmast am Höinger Weg zu verhindern, festhalten. So werde man eine Unterschriftenaktion starten, habe zudem einen aufwendigen Flyer mit allen Informationen zum Funkmast erstellt. Als Alternativstandort schwebt der Bürgerinitiative eine Fläche am Soestweg vor, die aber nicht gewollt sei, sagt Alfred Bieker. 

Wie mehrfach berichtet, haben alle von der Bürgerinitiative (BI) Lüttringen ins Spiel gebrachten alternativen Standorte für einen Funkmast im Außenbereich von Lüttringen keine Chance auf Realisierung. Und mit gleich zwei Gründen hatte die Telekom nach Messungen die Ablehnungen begründet: Zum einen seien die Entfernungen zwischen den von den Bürgern gewünschten Standorten und den zu versorgenden Gebieten in Lüttringen zu groß und die Anlage damit nicht effektiv genug. Zum anderen befänden sich Standorte in einem Landschaftsschutzgebiet. Und dort werden Funkmasten nur dann genehmigt, wenn es keine andere Möglichkeit gibt. Genau die aber liegt mit dem ursprünglich ausgesuchten Platz am Höinger Weg vor.

Quelle: Soester Anzeiger

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare