„jugend creativ“

Malen ist ihre große Leidenschaft - Schülerin gewinnt bei Jugendwettbewerb

Laura Becker aus Niederense gewinnt bei Jugendwettbewerb
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Stolz präsentiert Laura Becker aus Niederense einen Auszug ihrer Porträt-Bilder: Im Vordergrund ist ihr Siegerbild von „jugend creativ“ zu sehen, rechts daneben eine Zeichnung von Schauspieler Bud Spencer.

Ein weißes Blatt und einen Bleistift, mehr braucht Laura Becker nicht. „Wenn ich anfange, dann habe ich einen Tunnelblick und kann mit Musik im Hintergrund stundenlang malen“, sagt die 15-jährige Niederenserin. Laura Becker malt so gut, dass sie beim Jugendwettbewerb der Volksbanken und Raiffeisenbanken „jugend creativ“ gleich zweimal mit einem Preis bedacht worden ist. 50 Euro bekam die junge Künstlerin zunächst für ihre Arbeit auf Ortsebene, dann noch einmal 50 Euro für das Abschneiden auf Landesebene.

Niederense - Über das zusätzliche Taschengeld freute sich die Schülerin. Allerdings war Laura Becker auch etwas traurig, als sie die erste Auszeichnung erhielt. „Das Geld und die Urkunde konnte ich mir in der Volksbank abholen, aber statt dem Original-Bild habe ich nur eine Kopie zurückbekommen. Und dann habe ich auch noch vergessen zu fragen, was mit meinem Bild passiert“, erinnert sich Laura Becker. „Das Bild wollte ich gerne wiederbekommen.“ Erst als sie zum zweiten Mal in der Bank ihren Gewinn abholen durfte, gab es auch endlich das gemalte Bild zurück.

Das prämierte Werk zum Thema „Glück ist...“, ist im Kunstunterricht der Conrad-von-Ense-Schule in Bremen entstanden, dort besucht Laura Becker die 10. Klasse. Auch andere Schüler der Schule haben bei dem Jugendwettbewerb mitgemacht.

Siegerbild zeigt vierblättriges Kleeblatt

Auf dem DIN-A3-großen Bild zu sehen ist eine Frau, Auge in Auge mit einem um wenige Zentimeter größerem Mann. Im Mittelpunkt der Bleistift-Zeichnung – zwischen dem Pärchen – in der Hand des Mannes befindet sich ein vierblättriges grünes Kleeblatt auf einem Stück braunem Mutterboden. Das Kleeblatt sei ein Symbol für Glück und ihr sofort in den Sinn gekommen, als sie mit dem Thema konfrontiert worden ist, erklärt Laura Becker. Der Einsatz der Farben in ihrem Bild kostete die Schülerin etwas Überwindung, denn normalerweise malt Laura Becker beinahe ausschließlich Porträt-Bilder mit dem Bleistift.

Das Malen hat Laura Becker von ihrer Mutter Nicole in die Wiege gelegt bekommen. Mittlerweile sind die beiden ihre größten Kritiker. Während Nicole Becker am liebsten Tiere in bunten Farben auf Leinwänden illustriert, malt die Tochter auf Zeichenpapier mit dem Bleistift. „Laura hat der Ehrgeiz gepackt“, sagt Nicole Becker. „Wir unterhalten uns häufig über die richtigen Proportionen, kritisieren uns. In der Familie ist man dabei einfach ehrlicher zueinander“, fügt Nicole Becker hinzu. Sie zeigt stolz eine Mappe mit Bildern, die Laura im Alter von fünf Jahren gemalt hat – damals noch in buten Farben. Vor zwei Jahren habe sie schließlich wieder die Leidenschaft gepackt, sagt Laura Becker. Seitdem malt sie regelmäßig – mehrere Dutzend Porträt-Bilder sind dabei schon entstanden.

Schwester wünscht sich ein Porträt

Normalerweise malt Laura Becker ihr völlig unbekannte Menschen aus dem Internet. „Ich brauche etwas Visuelles, um es malen zu können“, sagt sie. Vater Tobias Becker musste für das Siegerbild seiner Tochter auch schon Modell stehen. „Die Hand auf dem Bild ist seine, ich brauchte eine Männerhand“, erklärt Laura Becker mit einem Blick auf die eigenen Hände, die seien mit dem Nagellack einfach zu weiblich gewesen.

Normalerweise hütet sich Laura Becker davor; bekannte Persönlichkeiten zu malen – aus Angst, das Ergebnis gefalle ihr am Ende nicht. Eine Ausnahme hat die Schülerin schließlich doch gemacht – sie hat den verstorbenen Schauspieler Bud Spencer gemalt. Der hätte sich auf der Zeichnung höchstwahrscheinlich selber wiedererkannt. „Ich liebe die Filme“, erklärt Laura Becker den Hintergrund. Auch den verstorbenen Großvater eines Schulfreundes hat sie zu Papier gebracht – „der hat sich sehr gefreut“, sagt Nicole Becker.

Auf die Frage, was beim Malen eines Gesichtes am schwierigsten sei, antwortet sie. „Das Auge“. „Das Gesicht lebt von den Augen“, sagt Laura Becker, dementsprechend könne es auch schon einmal vorkommen, dass das Zeichnung eines einzelnen Auges eine Dreiviertelstunde dauere.

Für ein fertiges Bild, sagt Laura Becker, benötige sie durchaus bis zu vier Stunden. Und wenn die Schülerin dann aus dem Tunnel kommt, kann es vorkommen, dass Mutter Nicole Becker sie noch einmal zurück an den Schreibtisch schickt. „Bist du wirklich schon fertig?“, frage ich dann, sagt diese mit einem Lächeln.

Mittlerweile traut sich die Zehntklässlerin schon mehr als zu Beginn. „Jetzt drücke ich mit dem Stift auch schon mal so fest zu, dass das Papier fast reißt.“ Künftig möchte sie noch besser malen, noch detaillierter, „noch echter werden“.

Vielleicht traut sich Laura Becker dann auch ihre ältere Schwester zu malen. Bislang hat sie sich dem immer verwehrt, aus Furcht, ihrer Schwester gefalle das Ergebnis am Ende nicht.

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