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Corona: So sind die Schulen ins neue Jahr gestartet

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Von: Philip Maack

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Schüler der Klasse 5c des Matthias-Grünewald-Gymnasiums in Würzburg machen einen Corona-Test. In Bayern beginnt die Schule nach den Herbstferien mit neuen Corona-Regeln.
Die Schüler mussten sich zum Schulstart einigen Tests unterziehen. © Nicolas Armer/dpa

Die Schule hat wieder angefangen - und das in Zeiten von hohen Infektionszahlen. Für die Schulen bedeutet das viel Aufwand. Doch was hat das gebracht?

Ense – „Der Start lief perfekt“, sagt Antje Heydecke.

Die Rektorin der Europagrundschule Höingen ist spürbar zufrieden, wie ihre Schule angesichts der aktuellen Corona-Situation ins neue Jahr gekommen ist. Am Montag hat der Unterricht wieder begonnen.

Rektorin: „Hatte schon ein bisschen Angst“

Auch Heydeckes Kolleginnen von den anderen Enser Schulen ziehen eine positive Bilanz von den ersten beiden Schultagen 2022.

An allen vier Enser Lehranstalten ist insgesamt bisher nämlich nur einziger positiver Corona-Fall bei den obligatorischen Schüler-Tests vorgekommen.

Angesichts des immens hohen Inzidenzwerts von Ense, der während der Ferien an der 600er-Marke kratzte, schon erstaunlich. Daher atmen die Schulleiterinnen kollektiv erleichtert auf.

„Ich hatte schon ein bisschen Angst, vor dem, was uns da erwartet“, gesteht Heydecke.

Kollegin Stefanie Neumann von der Bernhardusschule in Niederense sagt: „Ehrlich gesagt hatte ich mit einem anderen Ergebnis gerechnet.“

Der einzige positive Fall ist am Montag an ihrer Schule aufgetaucht. Erst hatten die Schüler einen Schnelltest absolviert, die waren jedoch allesamt negativ.

Erst der Pool-Test im Anschluss hatte dann angeschlagen. „Ich bin wirklich froh, dass es nicht mehr Schüler waren“, meint Neumann.

Mit den doppelten Tests haben die Schulen mehr Übersicht

Yvonne Wien, Chefin an der Fürstenbergschule, hat ihre Schüler ebenfalls auf das Virus getestet. Zwei Tests waren dafür vom Düsseldorfer Ministerium vorgeschrieben gewesen.

„Das ist super“, findet Wien. „Auf diese Weise haben wir jetzt eine bessere Übersicht.“ Bislang waren die Schulen in Sachen Testung nämlich auf die Zusammenarbeit der Eltern angewiesen.

Durch die Regelung mit den doppelten Tests hat sich das geändert.

Zuerst mussten die Kinder einen Lolli-Test für den Klassen-Pool abgeben, danach einen für das Einzelergebnis. „Wir haben sogar noch einen Schnelltest extra gemacht“, erzählt Wien. „Zur absoluten Sicherheit.“

Die Test-Ergebnisse ihrer Schüler erhält die Leiterin seit diesem Jahr bereits gegen 16 Uhr. 2021 konnte das Warten sich dagegen bis in den Abend ziehen.

„Jetzt kann ich den Eltern aber schnell mitteilen, wenn ihr Kind positiv sein sollte. Das dauert dann nicht mal eine Stunde.“

An jeder Schule sind Kinder in Quarantäne

Doch obwohl die Zahl der in der Schule positiv getesteten Kinder gering ist, bedeutet das nicht, dass die hohen Enser Inzidenzzahlen überhaupt keine Auswirkung auf die Präsenz in den Schulen haben.

In jeder der vier heimischen Lehranstalten fehlen aktuell Schüler, weil sie sich in Quarantäne befinden.

„Über die Ferien haben sich drei unserer Schüler angesteckt“, berichtet Carola Pichmann, Leiterin der Conrad-von-Ense-Schule – der einzigen weiterführenden Schule in Ense.

Die betroffenen Kinder waren dementsprechend nicht im Unterricht. Andere Schüler befänden sich wegen infizierter Geschwister oder Elternteile zu Hause.

Die trotzdem immer noch geringen Auswirkungen auf den Schulbetrieb begründen sich in der akribischen Vorbereitung der Schulen.

„Wir haben in den Ferien viel organisatorische Vorarbeit geleistet“, erzählt Antje Heydecke. „Wir haben uns genügend Informationen von den Eltern besorgt.

Zum Beispiel, ob ihr Kind in der freien Zeit in Quarantäne war.“ Dazu seien die meisten Eltern am Sonntag vor dem Schulstart noch mit ihren Kindern zu einem Testzentrum gegangen. Heydecke hatte ihnen das empfohlen.

Doch auch Notfall-Pläne gehörten zur Vorbereitung. „Wir haben den Kindern vor den Ferien alles mitgegeben, was sie für den Unterricht zu Hause brauchen“, sagt Yvonne Wien.

Die Tablets habe man mit der neusten Lernsoftware ausgestattet, dazu einen Plan für die Notbetreuung aufgestellt. „Also egal, was jetzt noch passiert: Wir sind vorbereitet“, meint sie.

Sorge um die Gesundheit der Schüler

Dennoch mache sie sich noch immer ein wenig Sorgen, jedoch nicht wegen Organisatorischem. „Ich habe Angst, dass die Krankheit nicht mehr so spurlos an den Kindern vorbeigeht“, sagt Wien.

Bislang hieß es schließlich immer, dass Kinder den Coronavirus zwar bekommen und weitertragen können, davon allerdings kaum etwas merken.

„Ich kenne nun aber zwei Fälle, in denen die Kinder wegen ihrer so starken Symptome ins Krankenhaus mussten.“

Eine Sorge, die ihre Kolleginnen teilen, doch viel machen, können die Schulen dagegen nicht.

„Wir haben unsere Vorgaben und an die müssen wir uns halten“, meint Carola Pichmann. „Wir müssen versuchen, so sachlich wie möglich mit der Situation umzugehen.“

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