BG stellt „Bürgertreff“ in Frage

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Die alte Stern-Apotheke könnte neuer Standort für das Caritas-Kaufhaus „möbel & mehr“ werden, insofern es alten Standort nicht weiter gehen sollte. - Foto: Stute

Bremen - Die BG stellt die Idee eines „Bürgertreffs“ in Frage. Angesichts der Tatsache nämlich, dass sowohl der „Enser Warenkorb“ als auch die Caritas-Kleiderkammer „nicht gerne umziehen“ würden, sondern sich an ihren bisherigen Standorten „sehr wohl“ fühlten, „müssten wir das dann nicht weiter verfolgen“, so Ratsherr Horst Schlitt. Derweil hat CDU-Chefin Silvia Kleine einen neuen Standort für das Caritas-Sozialkaufhaus „möbel und mehr“ ins Spiel gebracht.

Dabei berief sich Horst Schlitt am Donnerstagabend im Haupt- und Wirtschaftsförderungsausschuss zum einen auf die Anzeiger-Berichterstattung vom Donnerstag über den „Enser Warenkorb“, der erklärt hatte „nur ungerne“ das angestammte Ladenlokal hinter der Lambertuskirche verlassen zu wollen („Hätten nichts zu gewinnen“), zum anderen auf Gespräche mit Verantwortlichen der Caritas-Kleiderkammer gleichen Tenors. Und da damit gleich zwei von drei potenziellen Nutzern eines „Bürgertreffs“ nur wenig Spaß an einer solchen Idee zeigten, frage zumindest er sich, ob das Vorhaben weiter verfolgt werden müsse. Zudem das „soziale Engagement gestört werden könnte.“

Indes: In der SPD zeigte man sich „erstaunt“ über die jüngsten öffentlichen Aussagen und die Einlassungen von Horst Schlitt. So wies SPD-Fraktionschef Bruno Löher darauf hin, dass das „Verfahren noch nicht abgeschlossen“ sei, man weitere Gespräche führen müsse. Daher sei es zum gegenwärtigen Zeitpunkt „verfrüht, Meinungen abzugeben“. Er jedenfalls sehe „noch Gesprächsbedarf“ in Sachen „Bürgertreff“. Und ähnlich äußerte sich auch SPD-Ratsfrau Marianne Neumann. Sie sei „erstaunt, wie das zur Sprache kommt und wie viel Unkenntnis“ hinter den Aussagen stecke. „Schade“ sei, „wie die Diskussion abgleitet“, zumal „das Konzept immer umfassender“ werde.

Zwar räumte CDU-Ratsfrau Silvia Klein ein, die Debatte aktuell „nicht ganz breit treten“ zu müssen. Allerdings käme die jetzt auch öffentlich zu vernehmende Skepsis nicht ganz unerwartet, wie Gespräche gezeigt hätten.

Wobei die Christdemokratin den Ausschuss dann mit dem Angebot eines neuen Standorts für das Caritas-Sozialkaufhaus „möbel und mehr“ überraschte. So teilte sie im Namen von Volker Jansen mit, dass „möbel und mehr“ für die kommenden drei Jahre in die ehemalige „Stern Apotheke“ in der Ortsmitte ziehen könne, da der Apotheker für diesen Zeitraum noch Miete für das Geschäftslokal zahle. Selbst hatte er den Standort vor einiger Zeit verlassen, um neben dem ehemaligen Penny heimisch zu werden. Das Angebot für einen neuen Standort für „möbel & mehr“ ist vor dem Hintergrund bedeutsam, dass der Mietvertrag für das bisherige Domizil in der Poststraße in Niederense Anfang des kommenden Jahres ausläuft und noch nicht klar, ober er verlängert wird, wie Bürgermeister Hubert Wegener in der Sitzung am Donnerstag erklärte. Für ihn wäre es allerdings „schade, wenn wir für das ehrenamtliche Engagement nichts tun könnten.“ Mit Blick auf die geführte Debatte um den „Bürgertreff“, der bekanntlich die sozialen Angebote in Ense unterm Dach des ehemaligen Penny-Marktes bündeln soll, stellte Bürgermeister Hubert Wegener in Frage, „ob man sich politisch damit beschäftigen wird“.

Quelle: Soester Anzeiger

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