Vorwürfe an Gemeinde und Politik

Streit um Funkmast: Bürgerinitiative fordert unabhängiges Gutachten

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Die BI befürchtet bei einer Verwirklichung des Vorhabens am Höinger Weg einen „Wertverlust der Immobilien“ sowie „ungeklärte gesundheitliche Risiken“ und eine „Verschandelung unseres Dorfes.“

Lüttringen – Die Bürgerinitiative (BI) Lüttringen, die sich gegen die Errichtung eines 36,5 Meter hohen Funkmastens am Höinger Weg einsetzt, erhebt in einem vierseitigen Flyer Vorwürfe gegen Verwaltung und Politik.

So heißt es in dem Papier wörtlich: „Die Gemeinde hat die Mitwirkung bei der Standortwahl nicht genutzt. Es gibt kein gemeindliches Konzept! Für unser Anliegen der Standortverlegung gab es bisher keine Unterstützung durch unsere Kommunalpolitiker! Geprüft wurden die Standorte nur seitens der Telekom, die ihre eigenen strategischen Ziele verfolgt! In den bisher unterversorgten Bereichen von Lüttringen wird es mit diesem Standort am Höinger Weg keine Verbesserung geben!“ 

Aufruf zur Teilnahme an Unterschriftenaktion

Insofern ruft die BI zur Teilnahme an der Unterschriftenaktion auf, die drei Ziele hat: Erneut mit der Gemeinde ins Gespräch zu kommen, den Funkmasten an den Soestweg zu verlegen und ein unabhängiges Gutachten zu fordern. 

Und damit geht die Auseinandersetzung um den geplanten Funkmasten in eine neue Runde. Denn nach dem die Gemeinde Ense Ende vergangenen Jahres ihr Einvernehmen für den Bau der Anlage erklärt hatte, regte sich im Ort Widerstand. Es gründete sich eine BI, die zu einer Bürgerversammlung einlud, an deren Ende die Zusage des Funkmasten-Betreibers stand, alternative Standorte zu prüfen. Diese Untersuchungen brachten aus Sicht des Betreibers aber keine neuen Erkenntnisse, sodass im April die beantragte Baugenehmigung durch den Kreis Soest erteilt wurde. 

Die BI legte auch nach Rücksprache mit einem „renommierten Fachanwalt“ keinen Widerspruch durch eine Einzelperson ein, so dass für den Funkmast am Höinger Weg nun Baurecht besteht. Gleichwohl hält man am Protest fest. Denn: Die BI befürchtet bei einer Verwirklichung des Vorhabens am Höinger Weg einen „Wertverlust der Immobilien“ sowie „ungeklärte gesundheitliche Risiken“ und eine „Verschandelung unseres Dorfes“ heißt es in dem von Werner Ahlers, Alfred Bieker, Dirk Degner, Willi Dülberg, Peter Dörfler, Matthias Kleinschnittger, Marita Kühle und Claudia Röper unterzeichneten Flyer. 

Plädoyer für Standort im Außenbereich

Stattdessen plädiert die BI für einen Funkmast-Standort „weg von der Lüttringer Wohnbebauung in den realen Außenbereich, am Soestweg hinter dem letzten Windrad.“ Der Funkturm entspräche dort „in etwa der Höhe des angrenzenden Windrades.“ In diesem Zusammenhang zitiert die Bürgerinitiative aus einem Gespräch mit der Gemeindeverwaltung zu diesem Alternativstandort mit folgenden Worten: „Dieser Standort ist zu nahe am Ort Parsit, da bekommen wir Ärger mit den Parsiter Bürgern.“

Quelle: Soester Anzeiger

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