Taubenvater aus Ense-Hünningen erzielt Riesenerfolg 

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Erwin Osterhaus versorgt täglich bis zu 70 Tauben.

Hünningen - Seit 60 Jahren ist der Taubensport das Hobby Erwin Osterhaus’. Einen solchen Erfolg wie in dieser Saison hatte er aber noch nie.

30 Preise gab es bei den sechs Flügen der Jungtauben-Meisterschaft der Reisevereinigung Werl und Umgegend zu gewinnen. Der Hünninger Erwin Osterhaus hat das mit fünf Tieren geschafft. Und er hat sich damit die Meisterschaft gesichert. 

Wobei erst am Sonntag klar war, dass seine „Flügelflitzer“ buchstäblich ihre Schnäbel vorn haben würden. Doch damit nicht genug: Erwin Osterhaus nennt auch die beste Jungtaube sein Eigen.

Rund 300 Kilometer mussten die Tauben am Sonntag von Erlangen aus zurücklegen, um den heimischen Schlag an der Füchtener Straße in Hünningen zu erreichen. Wobei sich Erwin Osterhaus, einzig verbliebener Züchter im Verein „Ruhrbote Waltringen“, in diesem Zusammenhang zunächst darüber freut, dass die abgelaufene Saison ohne große Verluste abgelaufen ist. 

Sehr stolz ist der erste Vorsitzende der Reisevereinigung Werl und Umgegend, Heinrich Prenger-Millies, auf seinen Züchterkollegen. „Das ist eine überragende Leistung“, freut er sich. Das sei spannend bis zum Schluss gewesen, meint Prenger-Millies. Erwin Osterhaus habe mit wenigen Tauben das Optimum erreicht. Junge Leute für den Taubensport zu gewinnen, das sei wichtig, denn Nachwuchssorgen drängen. Heinrich Prenger-Millies sichert Unterstützung durch die Reisevereinigung zu, falls jemand mitmachen wolle. Es sei einfach ein toller Sport und ein tolles Hobby, ist er überzeugt. Das sieht der Hünninger genau so. Er erklärt: Bei den Jungtauben starten nur solche „Flügelflitzer“, die erst in diesem Frühjahr geboren wurden. 

Ab August eines Jahres beginnen die Preisflüge, bei denen in diesem Jahr insgesamt 6.230 Kilometer zurückgelegt werden mussten. Rund 28 Jungtiere hat der Hünninger aktuell in seiner geräumigen Voliere im Garten. Alles in allem sind es rund 70 Tauben, die jeden Tag versorgt sein wollen. 

Mit den Tauben beschäftigt sich Erwin Osterhaus schon seit ungefähr 60 Jahren. Damals galten sie noch als die „Rennpferde des kleinen Mannes“. Der 77-Jährige hat also schon in jungen Jahren reichlich Erfahrungen gesammelt und pflegt sein Hobby nach wie vor – mit der Unterstützung von Ehefrau Gisela. „Die wollen sich bewegen“ Und die Freude am Taubensport merkt man dem Hünninger an, der erzählt, wie ein Tag mit den Tieren abläuft. Gut versorgen müsse man sie, das sei klar. Nur gesunde Tauben könnten die geforderten Flugleistungen erbringen. Einmal im Jahr werde geimpft, das sei Pflicht. Arbeitsintensiv sei es zuweilen schon, aber das macht dem Züchter nichts. Und wie er das sagt, glaubt man ihm das auch. Morgens werden die Tauben herausgelassen und können schon trainieren, so Erwin Osterhaus. „Die wollen sich bewegen“, sagt er.

Die ersten Runden werden gedreht und nach einer guten Stunde geht es in den Schlag, wo das Futter wartet. Ja, einen Ruf habe er, mit dem er die Tiere locke: Mit „Hänschen komm!“ habe auch der letzte Nachzügler begriffen, dass es wieder heim geht. Am Abend gibt es den gleichen Ablauf noch einmal. In den Wintermonaten kehrt Ruhe ein im Schlag. Dann kommen die Tauben in die Mauser, verlieren ihre Federn. Außerdem werden nach dem Abflug der Zugvögel die Gefahren für die Tauben größer, Sperber, Habicht und Wanderfalke haben dann in der freien Wildbahn keine große Auswahl mehr und stürzen sich auch auf Tauben. Im Frühjahr beginnt die neue Saison, mit neuen Jungtauben. Die anderen Tiere fliegen dann in der nächsten Altersklasse mit. So ein Rennen steckten sie meistens locker weg, auch wenn etliche Kilometer zu fliegen seien: „Dazu werden sie eben gezüchtet“, berichtet Erwin Osterhaus vom Elan der Tauben.

Quelle: Soester Anzeiger

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