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Umbau des alten Edeka zu Flüchtlingsunterkunft forciert

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Von: Detlev Stute

Ratsmitglied Luzia Fleißig übernimmt die Planung für den Umbau des ehemaligen Edeka-Marktes.
Ratsmitglied Luzia Fleißig übernimmt die Planung für den Umbau des ehemaligen Edeka-Marktes.

Bremen - Der Umbau des ehemaligen Edeka-Marktes an der Grabenstraße in Niederense hat die erste politische Hürde genommen. Einstimmig nämlich ist Ratsmitglied Luzia Fleißig (CDU) beauftragt worden, als Innenarchitektin die entsprechenden Planungen voranzutreiben.

Das jedenfalls hat der Gemeinderat in seiner Sondersitzung am Montagabend beschlossen. Zudem sicherte Fraktionschef Heinrich Frieling der Verwaltung die Unterstützung der CDU-Ratsmannschaft bei der Verwirklichung des Vorhabens zu.

Dabei hatte Verwaltungsmitarbeiter Dennis Schröder, im Rathaus als Fachbereichsleiter auch für das Thema ausländischer Flüchtlinge zuständig, erste konkrete Gedankenspiele für die weitere Verwendung des Gebäudes als Flüchtlings-Unterkunft für bis zu 30 Personen mitgeteilt. Danach ist vorgesehen, aus der ehemaligen Verkaufsfläche der Immobilie von rund 750 Quadratmetern vier bis fünf Wohnungen zu machen. Hinzu sollen in dem bestehenden Baukörper ein Hausmeister-Büro, ein Lagerraum und ein Sozialraum für eine Betreuung der Personen durch die Bürgerinitiative „Flüchtlinge werden Nachbarn in Ense“ kommen. Bis zur nächsten Bauausschusssitzung im September geht man nun davon, der Politik detailliertere Entwürfe vorlegen zu können.

Indes: Für die Verwaltung ist die Unterbringungs-Problematik damit noch lange nicht gelöst. Denn da man fest davon ausgeht, dass die Zahl der Flüchtlings-Zuweisungen nach Ense auch im nächsten Jahr auf einem ähnlich hohen Niveau anhalten wird, kündigte Bürgermeister Hubert Wegener gestern Abend an, mit der Politik bereits im Oktober darüber zu reden, „wie wir 2016 mit der Situation umgehen wollen.“ Für ihn mithin schon jetzt klar: „Die Lage ist schwer zu bewältigen.“ Aktuell hat man neben dem Bau der Flüchtlings-Unterkunft in Bremen, dem geplanten Umbau des alten Niederenser Edeka-Marktes sowie den ohnehin schon getätigten Anmietungen vier weitere kleinere Wohnungen in Höingen fest im Blick. Mit dem kompletten Bezug der alten Vikarie in Bremen rechnet man nach dem Brand im Mai Anfang bis Mitte September.

Und wie angespannt die Situation derzeit ist, zeigten gestern Abend einige Zahlen: So sind Ense aktuell 106 Flüchtlinge zugewiesen worden, von denen 90 untergebracht werden müssen. Allein seit Juli musste die Gemeinde 29 Menschen aufnehmen. Tendenz steigend. Vor allem Familien und damit auch Kinder kommen verstärkt nach Ense, 14 davon zudem im kindergartenfähigen Alter, womit sich ein weiteres Problems auftut, wie Verwaltungsmitarbeiter Dennis Schröder ergänzte. Denn ihnen einen Betreuungsplatz in einer Kindertageseinrichtung anzubieten, sei angesichts der begrenzten Kapazitäten schwierig.

Zum Vergleich: Musste die Gemeinde Ense im vergangenen Jahr 40 Flüchtlinge aufnehmen, so sind es in diesem Jahr wohl 120. Und auch wenn man im Rathaus keine Prognose für das nächste Jahr abgeben möchte, so rechnet man nicht damit, dass die Zahlen spürbar zurückgehen werden.

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