Thema im Naturschutzbeirat 

Enser Unternehmen will Lärmschutz für Anwohner verbessern

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Oberhalb der Firma Pauli liegt der Enser Ortsteil Parsit. Wie am rechten oberen Bildrand zu erkennen ist, werden nicht alle Häuser vom bestehenden Lärmschutzwall abgeschirmt.

Ense - Das Unternehmen Pauli möchte den Lärmschutzwall verlängern, der Parsit von den Geräuschen des Firmengeländes abschirmt. Dafür ist ein Eingriff in das Naturschutzgebiet Bremer Bachaue notwendig, deshalb wird sich der Naturschutzbeirat des Kreises Soest mit dem Thema befassen.

Der bereits bestehende 2,50 Meter hohe Lärmschutzwall lässt einige Häuser am westlichen Zipfel der Siedlung ungeschützt. Dieser soll nun um rund 70 Meter bis zum Ende der Wohnbebauung erweitert werden. Die Höhe soll ebenso 2,50 Meter betragen. Das ist einem Schreiben des Architekturbüros Reher aus Werl zu entnehmen, das dem Antrag der Firma beiliegt. 

„Wir möchten diese Lücke schließen und unseren Lärmschutz für die Anlieger weiter ausbauen“, sagte Firmeninhaber Franz-Bernd Pauli auf Anfrage. Der Erdwall soll verhindern, dass der Lärm von den ungeschützten Häusern ins Wohngebiet reflektiert wird, so Pauli. Für den Bau müsste das Unternehmen das Grundstück erwerben. Erste Gespräche mit dem Eigentümer hätten bereits stattgefunden, so Pauli. 

Genehmigt der Kreis den Eingriff ins Naturschutzgebiet, müsste das Unternehmen an anderer Stelle Ausgleichsmaßnahmen leisten. Wenn alle planerischen Voraussetzungen und Genehmigungen vorliegen, könnte der Bau des Walls rasch erfolgen. Mit dem Aushub, der beim Bau der Fotovoltaikanlage auf dem Firmengelände anfiel, ist Material bereits vorhanden. 

Gemeinde begrüßt Vorhaben

Um 70 Meter soll der bestehende, 2,50 Meter hohe Wall verlängert werden.

Bürgermeister Hubert Wegener begrüßt das Vorhaben der Firma Pauli. „Wir finden das gut.“ Am Verfahren sei die Gemeinde aber nicht beteiligt.

Zuletzt war Lärm, der durch die Pauli-Produktion entsteht, im Frühjahr Thema gewesen. Ein Anlieger hatte sogar mit einer Anzeige gedroht. Pauli stellte daraufhin die nächtliche Produktion eines bestimmten Bauteils ein. Als Ursache für den Lärm hatte Pauli damals das Verwenden einer nicht optimal ausgerüsteten Presse genannt. Diese sei zum Einsatz gekommen, weil Pauli rasch auf den „Hilferuf“ eines Automobildirektzulieferers reagieren musste. Das Unternehmen kündigte damals an, stärker in den Lärmschutz zu investieren.

Das Unternehmen

Das mittelständische Unternehmen produziert seit 1956 Metall- und Kunststoffteile. Als Zulieferer der benachbarten Firma Kettler war es einst auch am Bau des Kettcars beteiligt. Mit Stanzen, Pressen, Laser-Technik und mehr werden heute unter anderem Produkte für Automobilzulieferer, für die Hausgeräte-, Bau-, Elektro-, Haushaltsgeräte-, Möbel- und Leuchtenindustrie hergestellt.

Sitzungstermin

Die Sitzung des Naturschutzbeirats findet am Dienstag, 2. September, ab 17 Uhr im Sitzungszimmer 2 des Kreishaus, Hoher Weg 1 bis 3, Soest, statt.

Quelle: Soester Anzeiger

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