Videoüberwachung der Sekundarschule umstritten

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Rund 20 000 Euro mussten in den vergangenen drei Jahren aufgebracht werden, um die Schmierereien oder Zerstörungen an der Sekundarschule oder der Ballspielhalle zu beseitigen.

Bremen - CDU und SPD sind bezüglich einer Videoüberwachung der Conrad-von-Ense-Schule sowie der Ballspielhalle zur Verhinderung weiterer Schmierereien und Sachbeschädigungen unterschiedlicher Auffassung.

Während die Christdemokraten die Verwaltungsmeinung teilen und für den Einsatz dieses technischen Hilfsmittels votieren, sind die Genossen eher für den Einsatz eines Wach- und Ordnungsdienstes. Eine Entscheidung wird nun erst im Rat am 6. Juli fallen.

Denn einstimmig folgte der Schulausschuss am Donnerstagabend einem Antrag der SPD, angesichts der Grundsätzlichkeit dieses Themas auf eine Beschlussfassung zu verzichten und diese dem gesamten Rat zu überlassen. Bis dahin, so die von allen geteilte Überzeugung, könne man die vorgetragenen Argumente wichten und abschließend bewerten.

Wobei die Verwaltung sowie die ebenfalls in der Ausschusssitzung anwesende Leitung der Sekundarschule deutlich machten: Nach den bisherigen Vorfällen bestehe Handlungsbedarf und müsse man sicher „neue Wege“ beschreiten, da alle bislang angewendeten Maßnahmen mehr oder minder wirkungslos verpufft seien.

Und wie massiv die Schäden an der Sekundarschule mittlerweile sind, verdeutlichte Alois Langesberg, der für Schulangelegenheiten zuständige Fachbereichsleiter im Rathaus. So habe man seit 2014 rund 20 000 Euro aufwenden müssen, um Verwüstungen, Beschädigungen oder Vermüllungen zu regulieren. Zudem seien die Vorfälle für das Image der Schule nicht gut, zumal man die Täter überhaupt nicht in der Schülerschaft vermute. Und da alle Kontrollen nicht zum gewünschten Erfolg geführt hätten, sehe man in einer Videoüberwachung die nun „einzig nachhaltige Lösung“, weiteren Vandalismus zu vermeiden. Eine Einschätzung, der sich im Grundsatz auch Schulleiterin Stephanie Bingener anschloss. So habe man auch seitens der Schule verschiedene pädagogische Maßnahmen und Einwirkungsmöglichkeiten ergriffen, ohne dass man der Situation Herr werde. Und insofern sehe auch sie in einer Videoüberwachung eine „Form der Abschreckung“, von der sie sich durchaus Veränderungen erwarte. Gebe es allerdings bislang noch unbekannte, aber bessere Vorschläge, sollte man diese ausloten. Aber: „Von Gesprächen müssen wir uns nichts mehr versprechen.“

Und mithin war die Position der CDU-Fraktion eindeutig: Auch wenn eine Videoüberwachung kein „Allheilmittel“ sei, man die „Verdrängungsproblematik“ im Auge behalten müsse und die Streetworker eine gute Arbeit leisteten, so gelte dennoch es, die Schule und ihre Schüler vor externen Einflüssen zu schützen. Mit den jetzt feststellbaren Schäden sei „eine Schwelle erreicht, die nicht in Ordnung ist. So etwas hat in Ense keinen Platz“, so CDU-Fraktionschef Heinrich Frieling, der der Verwaltung die Unterstützung seiner Ratsmannschaft bei der Installation einer Videoüberwachung an der Sekundarschule zusagte.

Anders dagegen die SPD: Man habe „große Bauchschmerzen“, was eine Videoüberwachung angehe. Vielmehr plädiert man für ein Paket an abgestuften Maßnahmen. So können sich die Genossen zur Behebung des Missstandes zunächst verstärkte Kontrollen durch Polizei und Ordnungsamt vorstellen, ebenso die Installation von Bewegungsmeldern und als letzten Schritt der Abschreckung einen persönlichen Wach- und Schließdienst, dem man Vorrang vor technischen Hilfsmitteln einräumt. Mit einer Videoanlage zur Überwachung allein des Schulgeländes und der Ballspielhalle jedenfalls löse man die Gesamtproblematik, etwa mit Blick auf die Vorkommnisse an der Bushaltestelle und des Geschäftszentrums nicht.

Quelle: Soester Anzeiger

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