Anmeldezahlen

Viertklässler vor Schulwechsel: Schüler aus einem Dorf verlassen lieber die Gemeinde

Endlich kann die 4b der Höinger Europagrundschule wieder gemeinsam im Klassenraum lernen. In wenigen Wochen trennen sich die Wege der Viertklässler – nur sechs Schüler besuchen künftig die Sekundarschule in Bremen.
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Endlich kann die 4b der Höinger Europagrundschule wieder gemeinsam im Klassenraum lernen. In wenigen Wochen trennen sich die Wege der Viertklässler – nur sechs Schüler besuchen künftig die Sekundarschule in Bremen.

Die Conrad-von-Ense-Schule startet nach den Sommerferien mit 58 Schülern. Die Zahl der Anmeldungen reicht aus, um drei Fünferklassen zu bilden. 34 Schüler aus den drei Grundschulen der Gemeinde haben sich für einen Wechsel an die Bremer Sekundarschule entschieden, hinzu kommen Schüler aus Werl, Arnsberg und Soest. Besonders auffällig ist die geringe Zahl an Grundschülern aus Höingen, die sich für einen Wechsel ins benachbarte Bremen entschieden haben.

Bremen - Nur sechs der 37 Kinder der Europaschule Höingen, die ab August eine weiterführende Schule besuchen, bleiben in der Gemeinde. Der Großteil wechselt an eine Schule in Werl – 30 Prozent der Höinger Viertklässler wechselt an die Ursulinenrealschule, 24 Prozent an das Ursulinengymnasium und 5 Prozent an das Mariengymnasium. Im Vergleich: Nur 16 Prozent der Schüler wechseln an die Conrad-von-Ense-Schule. In den beiden anderen Grundschulen der Gemeinde ist die Zahl an Schülern, die nach Bremen wechseln wesentlich höher.

Dass der Unterschied zu den anderen Schulen groß ist, sieht auch Antje Heydecke, Schulleiterin der Europagrundschule. „Die Beweggründe sind mir nicht bekannt“, sagt sie. Schließlich sei es eine Entscheidung der Eltern, welche weiterführende Schule ihre Kinder besuchen sollen. Als Schule gebe man lediglich eine Empfehlung ab. Antje Heydecke führt die Zahlen unter anderem darauf zurück, dass Schüler aus Nachbarkommunen sich vor Ort eine Schule gesucht haben. So wechseln Schüler beispielsweise an die Agnes-Wenke-Schule oder das St.-Ursula-Gymnasium in Neheim. Insgesamt sei aber auch die Zahl an Schülern, die künftig ein Gymnasium besuchen, wieder groß. „Wir hatten kleine Klassen und konnten gut fördern“, sagt Heydecke zufrieden.

Schulleiterin: Sekundarschule hat sich gut präsentiert

Das Phänomen, dass sich Höinger Schüler für eine andere Schule als die Conrad-von-Ense-Schule entscheiden, ist nicht gänzlich neu. Bereits im vergangenen Schuljahr sind lediglich 16 Prozent der Höinger Schüler nach Bremen gewechselt. In den Schuljahren zwischen 2015 und 2018 lag die Quote noch bei rund 50 Prozent. „Auffallend ist der sich weiterhin fortsetzende Rückgang von Übergängen der Grundschule Höingen zur Conrad-von-Ense-Schule“, stellt die Gemeindeverwaltung in einer Vorlage für den Ausschuss für Bildung, Soziales, Ehrenamt und Sport zusammen. Dort will die Verwaltung den Mitgliedern (Dienstag, 15. Juni, 18 Uhr, großer Ratssaal im Bremer Rathaus) die Entscheidungen der Grundschul-Abgänger vorstellen.

Knapp 400 Schüler besuchen die Sekundarschule in Bremen.

An der Präsentation der Conrad-von-Ense-Schule habe es nicht gelegen, dass nur sechs Schüler nach Bremen wechseln, sagt Antje Heydecke. „Die war sehr gut“, so die Schulleiterin, die generell die Zusammenarbeit der Sekundarschule mit den drei Grundschulen lobt. Sie habe auch den Eindruck gehabt, dass die anwesenden Eltern am Infoabend sehr interessiert an der Sekundarschule gewesen seien.

Von der Fürstenbergschule in Hünningen wechseln 15 von 41 Viertklässlern (37 Prozent) nach Bremen; von der Bernhardusschule in Niederense 13 von 33 Kindern (40 Prozent).

Bezirksregierung fordert 60 Schüler für drei Klassen

Der für die Schulen zuständige Fachbereichsleiter im Rathaus, Dennis Schröder, erklärt, dass man die im Vergleich geringe Zahl an Schülern aus Höingen in der Sitzung thematisieren werde. Eine Ursache sei aber nur sehr schwer auszumachen, fügt er hinzu.

60 Schüler fordert die Bezirksregierung Arnsberg für eine Dreizügigkeit an der Conrad-von-Ense-Schule. „Diese Zahl erreichen wir“, sagt Schröder. Neben den 58 neuen Grundschülern gebe es auch Schüler, die die Klasse wiederholen. Nach wie vor lasse sich die Schulentwicklung aufgrund schwankender Übergangszahlen nur bedingt mit zuverlässigen Zahlen prognostizieren, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Die Dreizügigkeit erreiche man im kommenden Schuljahr vor allem aufgrund von Übergängen aus Werl und Arnsberg. Weiterhin sei es das Ziel, die Übergangsquote von den Enser Grundschulen zu erhöhen. „Eine (noch) engere Zusammenarbeit“ sei deshalb anzustreben, so die Verwaltung.

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