Toter Schwan am Möhnesee gefunden - Sperrbezirk eingerichtet

Verdacht auf Wildvogel-Geflügelpest am Möhnesee

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Der Veterinärdienst des Kreises Soest hat rund um den Fundort einen Sperrbezirk (ein Kilometer Durchmesser) und ein Beobachtungsgebiet (drei Kilometer Durchmesser) eingerichtet.

Möhnesee. Es gibt einen Verdachtsfall auf Wildvogel-Geflügelpest im Kreis Soest. Mitarbeiter der Gemeinde Möhnesee haben auf dem Stockumer Damm einen toten Schwan entdeckt und dem Veterinärdienst des Kreises gemeldet. Das Labor des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes Westfalen (CVUA) am Standort Arnsberg hat den Erreger H5 nachgewiesen.

Der Kreis hatte zunächst einen Vogelgrippe-Verdacht vermeldet, sich dann aber selbst korrigiert: "Nicht Vogelgrippe-, sondern Wildvogel-Geflügelpest-Verdachtsfall müsse es tiermedizinisch korrekt heißen. Ob es sich um die hochpathogene Variante N8 handelt, untersucht jetzt das Friederich-Löffler-Institut auf der Ostsee-Insel Riems, so der Pressesprecher des Kreises Soest, Wilhelm Müschenborn. 

Unmittelbar nach Eintreffen des Laborbefundes aus Arnsberg am heutigen Donnerstag hat der Veterinärdienst des Kreises Soest per Verfügung einen Sperrbezirk von einem Kilometer Durchmesser und ein Beobachtungsgebiet (drei Kilometer Durchmesser) rund um den Fundort eingerichtet. In diesen Bereichen gelten Einschränkungen für Halter und Vermarkter von Geflügel, die in der Verfügung genannt werden, zum Beispiel eine Stallpflicht. Darüber hinaus dürfen im Sperrbezirk auch Hunde und Katzen nicht mehr frei laufen gelassen werden.

Der Kreis-Veterinärdienst hatte auf Anordnung des NRW-Landwirtschaftsministeriums bereits am 14. November eine Stallpflicht für Hausgeflügelbestände in stark frequentierten Flugzonen von Zugvögeln verfügt. "Zu diesen definierten Risikogebieten gehört auch ein Schutzsaum am Möhnesee. Der Fundort Stockumer Damm befindet sich in diesem ausgewiesenen Bereich", so Müschenborn.

Auf sofortige Nachfrage unserer Zeitung beim Hochsauerlandkreis, ob der Fund Auswirkungen auf die Stallpflicht im HSK habe, hieß es, dass die Lage aktuell besprochen werde. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Die Verantwortlichen wollen in ihre Entscheidung wohl auch die endgültigen Untersuchungsergebnisse aus Riems einbeziehen. 

Sicher ist allerdings, dass ab sofort im Hochsauerlandkreis Geflügelausstellungen, -märkte oder ähnliche Veranstaltungen mit Hühnern, Trut-, Perl- und Rebhühnern, Fasanen, Laufvögeln, Wachteln, Enten sowie Gänse nicht genehmigt werden. Das verkündete die HSK-Pressestelle kurz nach Bekanntwerden des Falles am Möhnesee. Im Zusammenhang mit der sich ausbreitenden Vogelgrippe hat das Kreisveterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt aufgrund eines entsprechenden Erlasses des NRW-Landwirtschaftsministeriums eine bereits für den 26. und 27. November geplante Geflügelausstellung in Schmallenberg-Fleckenberg untersagt.

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