Naturschutzbehörde setzt sich ein

Wegen Brutpaar: Neu-Enser dürfen im Sommer nicht bauen

Der Neuntöter könnte die Bauzeit beeinflussen.
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Der Neuntöter könnte die Bauzeit beeinflussen.

Der Rat hat sich für ein neues Baugebiet ausgesprochen, doch eine Vogelart bringt die Planungen durcheinander.

Bremen/Hünningen – Der Ausschuss für Planung, Bau und Verkehr hat sich für das Baugebiet nördlich der Friedensstraße in Hünningen ausgesprochen. Im Rat am 25. Februar soll der Bebauungsplan endgültig beschlossen werden. Auf die Häuslebauer warten allerdings strenge Auflagen.

Andreas Vonnahme (CDU) machte darauf aufmerksam, dass die Untere Naturschutzbehörde dort Bautätigkeiten vom 1. April bis zum 15. August nicht zulassen will. Ein Gutachter hatte im Zuge des Artenschutzgutachtens festgestellt, dass die umgebenden Hecken und Obstbäume Lebensraum für verschiedene Vögel, insbesondere den Neuntöter, bieten.

„Hätten das Vorhaben einstampfen müssen“

Ein Brutpaar des Neuntöters hatte sich demnach in einer Hecke in unmittelbarer Nähe des Plangebiets niedergelassen.

Bereits 2015 hatte der Rat der Gemeinde beschlossen, eine rund 6000 Quadratmeter große landwirtschaftliche Fläche nördlich der Friedensstraße in ein Baugebiet umzuwandeln. Acht Bauplätze sollen entstehen.

„Grundsätzlich sind wir froh, dass die Naturschutzbehörde zugestimmt hat“, erläuterte Mats Blume von der Gemeinde. Der Beigeordnete Andreas Fresen fügte hinzu: „Sonst hätten wir das Vorhaben einstampfen müssen.“ Allerdings könne man die Auflagen der Naturschutzbehörde kurzfristig noch einmal prüfen lassen. „Dafür muss ein Gutachter vor Baubeginn feststellen, ob in diesem Jahr ein Brutpaar des Vogels zu finden ist oder nicht.“

Auflagen unumstößlich

Ansonsten sind die Auflagen der Naturschutzbehörde unumstößlich. Diese fordert zudem, dass eine Hecke nördlich und östlich des Baugebiets frühestmöglich angelegt wird.

Eine Mindesthöhe von 180 Zentimetern fordert die Behörde bei Aufnahme der Bautätigkeiten.

Andreas Vetter (Bürgergemeinschaft) erkundigte sich, ob die Wege im Baugebiet nach vorangegangener Diskussion mittlerweile breit genug für Müllfahrzeuge umgeplant wurden. „Ja“, antwortete Andreas Fresen, „den Wendehammer haben wir angepasst.“

Der Neuntöter – Vogel des Jahres 1985

Der Neuntöter ist der hierzulande am stärksten verbreitete Vertreter der Familie der Würger, von der es weltweit 64 Arten gibt. Hierzu gehören auch der bei uns ausgestorbene Schwarzstirnwürger, der extrem seltene Rotkopfwürger und der Raubwürger, heißt es beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Demnach hat der Vogel seinen brutal klingenden Namen aufgrund seines Beuteverhaltens erhalten. Als Nahrungsreserve beziehungsweise zur Bearbeitung spießt er Insekten, kleine Vögel oder Mäuse auf Dornen oder spitze Zweige auf. Das Männchen des Neuntöters ist vor allem durch seinen auffälligen schwarzen Augenstreif und grauen Oberkopf und Nacken sowie rostroten Rücken- und Flügelpartie erkennbar. Weibchen und Junge sind demgegenüber unscheinbar. Sein Nest baut der Neuntöter gewöhnlich einen bis zwei Meter über dem Boden in dichtem Dornengebüsch, Sträuchern oder kleinen Bäumen. Von Mai bis Ende Juni legt das Weibchen in der Regel Eier. Quelle: nabu.de

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