Wildunfälle vermeidbar?

HÜNNINGEN ▪ Herbstzeit ist Wildwechselzeit. Die Städte und Gemeinden werden nicht müde, vor den Gefahren, die vor allem in dieser Jahreszeit auf den Straßen drohen, zu warnen.

Allein im vergangenen Jahr verzeichnete die Polizei im gesamten Bereich der Werler Wache 175 Wildunfälle. Besondere Vorsicht sollten Autofahrer vor allem zur Dämmerungszeit walten lassen – und auch dann, wenn in der Nähe der Strecke gejagt wird.

So wie am vergangenen Samstag in Hünningen, wo es innerhalb von gut zwei Stunden gleich zwei Wildunfälle zu verzeichnen gab: Um 12.50 Uhr kollidierte zunächst ein auf der Füchtener Straße fahrender Wagen mit einem Wildschwein. Kurz darauf, um etwa 15 Uhr, lief auf selber Strecke ein Reh vor ein Auto. Es soll keine Beschilderung gegeben haben, die besagte, dass in der näheren Umgebung der Straße gejagt wurde. Die Autofahrer waren folglich nicht darauf vorbereitet, dass vermehrt Wild auf die Straße laufen könnte. Dies berichten zwei Augenzeugen gegenüber unserer Zeitung übereinstimmend – und wundern sich.

Ein Versäumnis des Jagdleiters liegt nicht vor, wie Michael Rocholl, Sachbearbeiter für Jagdangelegenheiten beim Kreis Soest, zu berichten weiß. „Es gibt in den jagdrechlichen Bestimmungen, als dem Bundes- und dem Landesjagdgesetz, keine Vorschrift, Autofahrer mit Schildern vor einer Treibjagd zu warnen“, sagt der Fachmann. Zwar werde das ab und an praktiziert, verpflichtend sei es nicht. „Natürlich muss der Jagdleiter aber dafür sorgen, eine Gefährdung von Dritten weitgehend auszuschließen“, sagt Rocholl weiter. Ob die beiden Wildtiere, die am Samstag angefahren wurden, tatsächlich durch die Treibjagd aufgeschreckt wurden und in der Folge auf die Straße liefen, lässt sich nicht mehr exakt nachhalten. ▪ pat

Quelle: Soester Anzeiger

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