Windkraft: Verzicht auf Höhenbeschränkung

Erstmals soll in einer Konzentrationsfläche für Windkraftanlagen östlich von Bilme auf eine Höhenbeschränkung verzichtet werden.

BILME -  Als Ergebnis der Untersuchung des Gemeindegebietes für die Darstellung von weiteren Konzentrationsflächen für den Bau von Windkraftanlagen in Ense hat sich ein Areal östlich von Bilme an der Gebietsgrenze zur Gemeinde Möhnesee herauskristallisiert. Und das Besondere dabei: In diesem Gebiet soll erstmals auf eine Höhenbeschränkung bei der Verwirklichung von Repowering-Anlagen verzichtet werden können.

Das hat der Beigeordnete der Gemeinde Ense, Alfred Schmidt, mitgeteilt. Ebenso wurde die Anzeiger-Information bestätigt, wonach im Rathaus bereits ein Antrag auf Errichtung eines Windrades in diesem Bereich vorliegt, das höher als 150 Meter ausfallen soll.

Das vorliegende Untersuchungsergebnis zu den Konzentrationsflächen wird in einem ersten Schritt den politischen Gremien zur Beratung und Entscheidung vorgelegt, so der Beigeordnete weiter. Das notwendige formelle Änderungsverfahren und auch eine öffentliche Bürgerversammlung schließen sich an.

Wichtig für Alfred Schmidt ferner: Ense versuche durch geeignete Repowering-Vorhaben die Wirkungen der derzeit bestehenden kleineren Anlagen in vielen Bereichen zu minimieren. Gleichwohl eigneten sich für eine wirtschaftliche Realisierung dieser Vorhaben nur Windenergieanlagen der Multimegawattklasse. Diese erreichten eine erheblich höhere Gesamthöhe als 100 Meter. Insofern seien die derzeitigen Höhenbegrenzungen für neue Konzentrationsflächen, auch aus topographischen Gründen, schwer realisierbar. Dennoch und gerade deshalb komme den durchzuführenden Genehmigungsverfahren – unabhängig von Höhenbegrenzungen – besondere Bedeutung zu.

Alle Anträge auf Errichtung eines Windrades müssten demnach nämlich immer noch drei wesentliche Kriterien erfüllen, die die Interessen von Anliegern wahrten: immissionsschutzrechtliche Vorgaben wie Lärm und Schattenwurf, die möglicherweise „erdrückende Wirkung“ der Anlagen auf die Nachbarn sowie nicht zuletzt artenschutzrechtliche Belange. Mithin sei es zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch viel zu früh, über den konkret vorliegenden Antrag auf Errichtung eines neuen Windrades östlich von Bilme an der Grenze zu Hewingsen, das laut Antragsteller höher als 150 Meter ausfallen soll, zu spekulieren, so der Beigeordnete gestern.

Indes: Sollte es am Ende tatsächlich zur Ausweisung einer neuen Konzentrationsfläche östlich von Bilme kommen, dann würde der Verzicht auf eine Höhenbeschränkung durchaus ein Novum darstellen. Denn in allen bislang ausgewiesenen Arealen gibt es klar definierte Begrenzungen: So dürfen Räder in den aktuell bestehenden Konzentrationszonen zwischen Ruhne und Waltringen und im Bereich Oberense/Bittingen nicht höher als 150 Meter sein. Für einen Standort östlich von Bittingen sind sogar nur 100 Meter und für zwei Anlagen östlich von Sieveringen nur 135 Meter erlaubt. Begründet werden diese Festschreibungen dabei mit städtebaulichen Erwägungen. Und genau die werde man aus den vorgenannten Gründen und im Hinblick auf die landesplanerischen Absichten in Bezug auf Windkraft für den ins Auge gefassten neuen Bereich östlich von Bilme wohl nicht geltend machen können, wie Alfred Schmidt im AnzeigerGespräch vermutete. - det

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