„Windpark Ruhne-Waltringen“ ist eingeweiht

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Zahlreiche Gäste aus Politik und Gesellschaft konnte Andreas Düser (mitte) begrüßen: Unter ihnen Bürgermeister Hubert Wegener (links) und Ferdinand Aßhoff (rechts) von der Bezirksregierung.

RUHNE/WALTRINGEN - Die Stimmung war weitaus besser als das Wetter. Denn Andreas Düser ließ Zahlen sprechen. Und die fielen mehr als blendend aus. Die insgesamt sechs Anlagen im neuen „Windpark Ruhne-Waltringen“ nämlich erzeugen circa 30 Prozent des in Ense verbrauchten Stroms. Kein Wunder mithin, dass bei der offiziellen Einweihung des Windparks die Laune des Vertreters der Betreiber-Gesellschaft blendend war. Doch nicht nur bei ihm.

Wobei Andreas Düser in seiner Ansprache zur Windpark-Eröffnung am Pfingstmontag nicht zuletzt an den langen Weg erinnerte, der zurückgelegt werden musste – „gespickt mit vielen Vorurteilen, Rückschlägen, Terminen und vielen Diskussionen.“

Denn von den ersten Gedankenspielen für ein Repowering der bestehenden Windkraftanlagen zwischen Ruhne und Waltringen im Jahr 2006 bis zur endgültigen Umsetzung der Idee mit dem Abbau der sieben Altanlagen sowie der Errichtung und Inbetriebnahme der drei neuen, 150 Meter hohen Mühlen Ende des vergangenen Jahres dauerte es immerhin fast acht Jahre. „Aber weil wir wir uns nicht haben entmutigen lassen, können wir heute diese drei neuen Windenergieanlagen einweihen“, so der Sprecher der Betreiber-Gesellschaft nicht ohne Stolz.

Doch dass damit die (Erfolgs-) Geschichte noch nicht an ihr Ende gekommen sein muss, auch das ließ Andreas Düser nicht unerwähnt. Vielmehr arbeite man bekanntlich mit Unterstützung der Gemeinde und der Bezirksregierung daran, auch die drei letzten Altanlagen durch eine neue zu ersetzen. Denn für ihn ist klar: „Die jetzige Situation ist für das Landschaftsbild und die Vögel definitiv die schlechteste Lösung.“ Vogelschutz und der Betrieb der neuen Anlagen müssten sich eben nicht gegenseitig ausschließen. Vielmehr führten die erheblichen Ausgleichsmaßnahmen „nach unserer Einschätzung und der Einschätzung vieler Fachleute zu einer Verbesserung der Situation.“ Leider, so Andreas Düser, sei die ABU als Betreiber der Biologischen Station in Soest „oftmals anderer Ansicht.

Eröffnung Windpark Ruhne/Waltringen

Und auch Bürgermeister Hubert Wegener verdeutlichte in seiner Rede ausdrücklich, dass das Repowering zwischen Ruhne und Waltringen mit einer Verbesserung für zahlreiche Bürger einhergegangen sei, zum Beispiel durch die „Verminderung der Lärmimmissionen oder die Beachtung der Vorgaben für den Schattenwurf.“ Den Investoren dankte der Verwaltungschef schließlich für die „Einigkeit und Risikobereitschaft“ bei der Umsetzung ihrer Planungen, den Politikern und Behörden für die dafür erforderliche Kooperation.

Ferdinand Aßhoff wiederum, Vertreter der Arnsberger Bezirksregierung, sprach von einer großen Verantwortung für die nachfolgenden Generationen, der sich die Enser (nicht nur) mit diesem Repowering-Projekt gestellt hätten. Der Ausbau der erneuerbaren Energien jedenfalls sei alternativlos. Und auch bei der Verwirklichung der weiteren Ziele wolle man helfend zur Seite stehen.

Doch während der offizielle Festakt im Zelt noch weitgehend bei Regen stattfand, lichtete sich dann das Wetter am Nachmittag auf, wovon Besucher wie auch Organisatoren profitierten. Viele genossen den Blick aus luftiger Höhe und reihten sich geduldig in die lange Warteschlange ein, um sich mal „einkorben“ und vom Kran in die Höhe ziehen zu lassen – eine so begehrte Attraktion, für die der Kranführer sogar eine Überstunde einlegte. Umfangreiche Informationen warteten unten im Windrad, wo Mitglieder der Betreibergruppe den interessierten Gästen Technik und Konstruktion erläuterten. Wieder draußen gab es Stärkungen aller Art für die zahlreichen Besucher – selbst für ein E-Auto gab es Saft sozusagen direkt aus der Quelle. Wer sich den leichten Wind auf den Haarhöhen nicht mehr um die Nase wehen lassen wollte, der fand ein geschütztes Plätzchen im großen Festzelt, was sich vor allem bei dem anfänglichen Nieselregen als ein großer Vorteil erwiesen hatte. - det

Quelle: Soester Anzeiger

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