Etwa 200 Trecker vor Ort

Bauern-Demo im Sauerland: Landwirte protestieren gegen Auflagen der Politik

+
Landwirte mit rund 100 Treckern waren zum Prostest in Bremke erschienen.

Bremke - Protestierende Landwirte mit etwa 100 Treckern fanden sich am Dienstagabend am Raiffeisenmarkt in Eslohe-Bremke ein, um deutlich ihre Meinung kund zu tun. Sie kamen aus dem HSK, Märkischen Kreis und Kreis Soest, um Solidarität zu zeigen. Sie alle fühlen sich durch neue Auflagen für den Insektenschutz und strengere Düngeregeln belastet. Sie beklagen die geringe Wertschätzung ihrer Arbeit.

Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft: Da gehe es um viel mehr als mancher glaube. Es gehe um Höfe, Familien – um Generationen, die um ihr Weiterbestehen kämpfen müssten. Den jungen ausgebildeten Landwirten werde es verdammt schwer gemacht, so die Meinung der Anwesenden. 

Doch sie würden nicht allein gelassen. Der Landwirtschaftliche Kreisverband Hochsauerland, einer der 19 Kreisverbände im Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband, kümmere sich als Berufsvertretung der heimischen Bauern um ihre Anliegen. Er vertritt die Bauernfamilien gegenüber Politik und Öffentlichkeit und macht Beratungsangebote. 

"Verantwortung für Mensch, Tier, Umwelt und Natur"

"Wir übernehmen Verantwortung für Mensch, Tier, Umwelt und Natur. Bei der Aktion 2019 'Blühendes Band durch Bauernhand' pflanzten Landwirte 14.000 Hektar Blühstreifen", berichtete Josef Schreiber, Landwirt aus Medebach und Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes. 38 Hektar seien davon im HSK angelegt worden. 

Die "Offensive Nachhaltigkeit" sei die Antwort der Bauern in Westfalen-Lippe auf sich wandelnde gesellschaftliche Anforderungen an die Landwirtschaft. Dahinter verbirgt sich ein ambitionierter Maßnahmeplan mit zahlreichen Projekten. Diese wollen die Bauern bis spätestens 2030 umsetzen. Sinn und Zweck: "Wir wollen auf unsere Situation hinweisen, weil wir Sorge um unsere Höfe haben. Wir wollen mit unseren Sonderveranstaltungen und Demos erreichen, das die Politik uns mit einbindet", sagte Markus Stratmann, Agraringenieur aus Schmallenberg. 

"Junge, ausgebildete Landwirte wollen Betriebe retten"

"Es sind überwiegend junge, gut ausgebildete Landwirte, die nach Berlin gefahren sind. Sie wollen doch nur unsere Betriebe retten", waren sich die Experten der Runde einig. Einer der Kernsätze der Offensive Nachhaltigkeit lautete: "Wir müssen uns dort verändern, wo unsere Art und Weise der landwirtschaftlichen Erzeugung dazu beiträgt, dass Boden, Wasser, Luft, Pflanzen und Tiere sowie Elemente der Kulturlandschaft geschädigt werden." 

Ingo Brunert, Prokurist der Raiffeisen Sauerland Hellwig Lippe eG, hatte es ermöglicht, diese außergewöhnliche Demo im Bremke stattfinden zu lassen: "Kurzfristig – aber es hat reibungslos geklappt, denn wir stehen voll hinter den landwirtschaftlichen Betriebe und unterstützen sie gerne." 

Bereits am Montag waren hunderte Landwirte mit ihren Traktoren durch ganz NRW gefahren, um gegen die Agrarpläne der Bundesregierung zu protestieren. Zu Höchstzeiten waren etwa 1500 landwirtschaftliche Fahrzeuge unterwegs. Ein Landwirt aus Marsberg-Heddinghausen machte sich sogar mit seinem Traktor auf den Weg nach Berlin zur Großdemonstration der bundesweiten Bewegung "Land schafft Verbindung - Wir rufen zu Tisch"

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare