Bekannte Bauwerke auf drei Kilometern

Christian Infestas plant Bau einer großen Modelleisenbahn im Zentrum von Eslohe

Christian Infestas möchte mit seiner Modelleisenbahn eine neue Attraktion für Eslohe schaffen.
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Eslohe - Mit der Eisenbahn durch Eslohe, vorbei an Rathaus, Feuerwehrhaus oder Museum, über die Wennebrücke und an einigen anderen Sehenswürdigkeiten entlang. Eine Vorstellung von Eisenbahn-Romantikern aus längst vergangenen Tagen? Wenn es nach Christian Infestas aus Isingheim geht, ist solch eine Fahrt bald möglich – wenn auch in etwas anderer Form. Der 47-Jährige plant den Bau einer großen Modelleisenbahn im Zentrum von Eslohe.

Rund 90 bis 100 Züge der Marke Märklin (Spurgröße H0) sollen einmal rollen auf den rund 130 Quadratmetern in den ehemaligen Schlecker-Räumlichkeiten (Hauptstraße), die Christian Infestas und eine Handvoll weiterer Modelleisenbahn-Fans im April angemietet haben. Seither wird jede Woche fleißig gewerkelt. 40 bis 50 Stunden, nach der Arbeit oder an Samstagen, verbringt der gebürtige Baden-Württemberger mit dem Bau der Anlage. 

„Das ist Arbeit ohne Ende, beim Bau einer Modelleisenbahn ist man nie fertig“, weiß Infestas und verrät sein Anliegen: „Es soll eine neue Attraktion für die Region um Eslohe sein. Wir wollen, dass die Besucher Spaß daran haben.“. Ein weiterer Beweggrund sei ihm besonders wichtig. „Mein im Januar verstorbener Schwiegervater hatte selbst eine große Modelleisenbahn zu Hause. Ihm zu Ehren werde ich seine Anlage in das Projekt integrieren“, so Infestas. 

Erste Züge sollen im Herbst rollen

Um sein Vorhaben umzusetzen, arbeiten er und seine Mitstreiter bereits seit Mitte April unentwegt an dem Projekt, das im Herbst erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden soll. Dann sollen bereits einige Züge fahren und „Neugierige können vorbeikommen“, so Infestas. 

„Die Strecke soll insgesamt etwa drei Kilometer lang werden“, erklärt der Isingheimer, der sich schon als Kind für Modelleisenbahnen begeisterte. Mehr als 200 Gebäude sollen in der Anlage verbaut werden. Darunter befinden sich auch bekannte Bauwerke wie die Kölner Eisenbahnbrücke oder andere Regionen Deutschlands. So sollen zum Beispiel Teile der Pfalz nachempfunden werden. Auch die Heidelberger Altstadtbrücke wird zu sehen sein. „Als Erinnerung an meine Heimat“, verrät Infestas mit einem Augenzwinkern. 

Aus dem Schmallenberger Sauerland findet sich unter anderem das Möbelhaus Knappstein wieder. Das Esloher Feuerwehrhaus, die Eisenbahnbrücke in Wenholthausen, die Esloher Museumsbahn und andere Sehenswürdigkeiten der Region sollen ebenfalls nachgebaut werden. Weitere heimische Firmen könnten dabei sein. Da die Initiatoren das Projekt privat finanzieren, sei man auf Sponsoren angewiesen. „Wir bieten an, komplette Firmen, die als Spender auftreten, nachzubauen oder die Wagen von Zügen mit den Firmenlogos zu bekleben“, erklärt der Küchenmonteur und gelernte Schreiner. So sei bereits das komplette Holz-Fundament der Anlage von einem Schreiner aus Eslohe gesponsert worden. 

Auch ein Flughafen ist geplant

Die Züge und Bestandteile der Anlage erwerben Infestas und seine Mitstreiter überwiegend von anderen Modelleisenbahnern, die ihre Anlagen aufgeben müssen. Die Elemente werden dann wieder verbaut. „Wir haben auch schon Anlagen geschenkt bekommen“, freut sich Infestas immer über Spenden. 

Neben den vielen Gebäuden und Zügen soll es auch unterschiedliche Landschaften wie Täler oder (Schnee)Gebirge geben. Autos werden elektronisch fahren und Häuser beleuchtet sein. „Irgendwann soll auch ein Flughafen dazukommen, wo ähnlich wie im Miniatur Wunderland in Hamburg Flugzeuge starten“, denkt Infestas weiter. Gesteuert werden soll alles digital (und analog) über eine Schaltzentrale hinter der Anlage, von wo aus er alles im Blick hat. Mit Monitoren und Kameras werde das Geschehen überwacht – unter anderem der geplante unterirdische Bahnhof. So könne er, falls es mal an einer Stelle hakt, sofort eingreifen. 

Bis dahin ist es aber noch eine Menge Arbeit für die sechs Eisenbahn-Fans. „Wir suchen noch Interessierte, die mitmachen wollen – egal ob Jung oder Alt“, wünscht sich Infestas. Ebenso soll in Kürze ein Verein gegründet werden, um das Projekt mit Beiträgen weiter zu finanzieren. Schließlich hat Infestas noch einige Ideen. Am Eingang soll unter anderem ein altes, originales Signal aus den 50er Jahren die Gäste begrüßen, ein kleines Café ist ebenso geplant wie eine Vitrine mit „alten Schätzchen“. „Das wird noch eine Herausforderung“, weiß Infestas. „Es gibt immer neue Ideen, denn fertig ist man halt nie.“

Info 

Ambitionierte Modellbauer und Interessierte können sich ebenso melden wie Firmen/Sponsoren, die mitmachen oder das Projekt finanziell unterstützen möchten. Auch Modellbauer, die ihre Anlage verkaufen/verschenken möchten, können Christian Infestas, Tel. 01 76/67 62 22 93, kontaktieren.

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