„Pension Schöller“

MGV Eintracht Salwey zeigt „Meisterwerk des Blödsinns“

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Die Theatergruppe des MGV Salwey probt für das Stück „Pension Schöller“.

Salwey – Die Laienspielschar des MGV Salwey will in diesem Jahr ihre Theaterbesucher mit spannenden und lustigen Szenen erfreuen. Die Komödie von Wilhelm Jacoby und Carl Laufs, „Pension Schöller“, in einer Bearbeitung von Stefan Wolf verspricht: „Deutschland, wie es spinnt und lacht, ein Meisterwerk des Blödsinns“.

Bei der ersten Probe in Original-Kostümen sitzen alle, bis auf die Darsteller in dicken Jacken da – es ist ziemlich kalt in der Salweyer Schützenhalle. Auf der Bühne konzentriert man sich auf den Text und die richtige Position und folgt den Anweisungen des Spielleiters Joachim Schulte. Neue Gesichter gibt es in diesem Jahr nicht, alle haben Bühnenerfahrung, unter ihnen richtig „alte Hasen“.

Das Stück „Pension Schöller“ sollte eigentlich im vergangenen Jahr schon auf die Salweyer Bühne, wenn es nicht von einem benachbarten Theaterverein aufgeführt worden wäre. So schlummerte die Pension ein Jahr lang, um sie nun in Salwey zu eröffnen.

Zum Inhalt: Der Großgrundbesitzer Philipp Klapproth möchte etwas erleben und macht sich von seinem Landgut in der Provinz auf nach Berlin. Sein Ziel sind jedoch nicht die galanten Abenteuer, sondern er will echte Verrückte in einer echten Irrenanstalt kennenlernen. Sein Neffe, der sich Geld von ihm erhofft, erfüllt ihm daher seinen Wunsch mit einer Lüge. Er bringt ihn in die Pension Schöller. Die vermeintliche Irrenanstalt ist in Wahrheit jedoch eine normale Pension, mit zugegebenermaßen einigen skurrilen Pensionsgästen: Einem gealterten Major a.D., einem Großwildjäger, einer Schriftstellerin und dem Neffen des Pensionsdirektors, der trotz eines kleinen Sprachfehlers Schauspieler werden will. Für Onkel Klapproth sind das alles authentisch Verrückte. Erst freut er sich kindisch, doch schnell packt ihn das Grausen. Am Ende ist der Großgrundbesitzer selbst am Rand des Wahnsinns.

„Pension Schöller“, geschrieben 1890, thematisiert neben dem Klamauk auch den spießbürgerlichen Humus, in dem deutsche Allmachts-Fantasien perfekt gedeihen konnten. Dann ist es eben sehr schnell vorbei mit der oberflächlichen Wurstigkeit und die vermeintlich harmlose Komödie entpuppt sich als abgründiges fratzenhaftes Seelenspiel.

Diese Bühnenstück in drei Aufzügen wird anlässlich des „Sebastianfestes 2020“ von der Theatergruppe des MGV „Eintracht“ Salwey am Freitag, 24. Januar, um 19 Uhr sowie am Sonntag, 26. Januar, um 15 Uhr in der Salweyer Schützenhalle aufgeführt. Die Verantwortlichen versprechen schon jetzt eine vergnügliche und humorvolle Unterhaltung.

Am Samstag, 25. Januar, findet ab 20 Uhr das „Homertglühen“ mit der Band „Up2Date“ in der Schützenhalle statt. Alle Salweyer Bürger sowie Gäste aus nah und fern sind zu den Veranstaltungen eingeladen. Veranstalter ist der MGV „Eintracht“ Salwey.

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